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Samstag, 29. November 2008
Die Sternsinger
. Die Sternsinger stellen sich vor als Kaspar, Balthasar und Melchior. Daß sie für die drei Erdteile standen, wird auch noch heute so verstanden: Afrika, Europa und Asien, so ist auch ihr Aussehen Kaspar der Schwarze, Melchior der Weiße, Balthasar der gelbe König. Für das Jünglings-,Mannes- und Greisenalter stehen sie auch, so ist es selbst heute noch bekannt und Brauch. Daß diese Erdteile auch nicht gleich alt sind, lernten wir schon in der Schule als Kind. Weihrauch, Myrrhen und Gold, die kostbaren Gaben, der damaligen Zeit, sie dem Kinde geschenkt haben. 20 C+M+B 08 schreiben die Sternsinger an die Tür, mit geweihter Kreide und das steht für: Christus segnet dieses Haus Drei Kreuze stehen für die Dreifaltigkeit, das war in früherer Zeit, Schutz gegen Zauberei und Krankheiten, mit dem Weihwasser sie die Felder weihten. Die Sternsinger sammeln für Menschen in tiefer Not, damit sie auch bekommen ihr tägliches Brot. Schön, daß es noch Kinder gibt, in der heutigen Zeit, die für dieses Brauchtum stehen bereit. Sie tun mit dem gesammelten Geld, viel Gutes auf der gesamten Welt. Heidi Gotti .
Auf der Flucht nach Ägypten
. Die heilige Jungfrau hatte sich einmal auf ihrer Flucht nach Ägyptenland ohne den heiligen Josef in einem finsteren Walde verlaufen, wo sie voller Angst und Not herumirrte, bis sie endlich schon spät in der Nacht aus ihm heraus und in ein Dörflein kam.Dort klopfte sie an einem stattlichen Bauernhaus an. "Wer ist da?" rief die Besitzerin des Hauses, die aus dem Fenster guckte. "Ich bitt euch, laßt mich und mein Kindlein herein für diese eine Nacht bloß, denn wir kommen von weit her, sind todmüd, und es friert uns sehr!" "Mein Haus ist kein Wirtshaus! Seht, wo ihr sonst unterkommt!" war die Antwort, und traurig ging die heilige Jungfrau mit ihrem Kinde weiter. Da gewahrte sie auf einmal eine kleine, halbverfallene Hütte, aus der noch ein Lichtschein schimmerte. Auch hier klopfte sie an:" "Herein!" rief es von innen heraus, und als die heilige Jungfrau in die Stube trat, kam ihr ein armes Weiblein gar freundlich entgegen und fragte nach ihrem Begehr. Die heilige Jungfrau bat um ein Nachtquartier. "Sehr gern!" sprach das arme Weiblein und bereitete ihren Gästen ein bequemes Nachtlager, nachdem sie sie mit etwas Milch und Brot erquickte hatte. Als nun Maria am anderen Morgen weiterzog, dankte sie dem armen Weiblein und sprach:" Was du heute zuerst tust, das soll dir tausendfach belohnt werden." Da lief das arme Weiblein flugs an ihr Spinnrad und spann fleißig den ganzen Tag, und als sie am Abend auf ihre Arbeit sah, da gewahrte sie mit freudigem Schrecken, daß sie tausend Rocken gesponnen hatte. Einie Zeit darauf, als die heilige Jungfrau auf demselben Wege aus Ägyptenland in ihre Heimat zurückkehrte, begegnete sie wieder der hartherzigen Bäuerin, die ihr damals ein Obdach verweigert hatte. Als diese die heilige Jungfrau sah, ging sie mit freundlicher Miene auf sie zu und bat sie gar schön doch ihr lieber Gast zu sein. Denn sie hatte von dem Lohne, den das arme Weiblein empfangen hatte, vernommen.Maria folgte ihr in ihr Haus und ward aufs köstlichste bewirtet; sie und ihr Kind erhielten sodann auf weichem Pfühle (Kissen) ein herrliches Nachtlager. Als nun am andern Morgen die heilige Jungfrau ihre Heimreise fortsetzte, bedankte sie sich und sprach:"Was du heute zuerst tust, das soll dir tausendfach belohnt werden." Als das reiche Weib das hörte, war sie außer sich vor Freude und bedachte sich, was sie tun sollte. Aber so viel und so sehr sie auch darüber nachdachte, es wollte ihr nichts einfallen. Da schlug sie sich vor lauter Ärger an den Kopf. Das war heute ihre erste Arbeit gewesen, und die ist ihr auch zur Strafe für ihre Hartherzigkeit und Heuchelei so tausendfältig belohnt worden, daß ihr bald Hören und Sehen verging! Aus: Des Knaben Wunderhorn .
Heilige Drei Könige
. . Die heiligen drei Könige, geleitet vom Kometenschweif
finden sie die Krippe in der das Jesuskind die erste irdische
Lagerstätte hatte.
Was verbirgt sich hinter den Geschenken: Gold, Weihrauch, Myrrhe?
Weihnachten, verbunden mit Krippe und dem leitenden Stern, der die drei Könige auf die richtige Fährte bringen sollte. Es begann eine neue Epoche. Aus astrologischer Sicht das Fischzeitalter. Astronomisch wird der leuchtende Stern als Jupiter-Saturn Konjunktion dargestellt.
Doch was brachten diese Könige als Geschenk?
Die Gaben Gold Weihrauch und Myrrhe. Waren nicht die Kultobjekte der Pharaonen, Griechen, Inkas bis zum sagenhaften Nibelungenschatz aus Gold?
In der heutigen Zeit ist Gold eine harte Währung. Die Gier nach Gold war in der Geschichte oft Anlass kriegerischer Auseinandersetzungen. Heute ist das schwarze Gold, Erdöl.
Gold, ein Gesundheitsmittel?
Ein berühmter Arzt des Mittelalters, Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, (1493 – 1541) brachte es auf den Punkt: “Unter allen Elixieren ist Gold das Höchste und Wichtigste für uns. Es ist in der Lage den Körper unzerbrechlich zu erhalten. Trinket Gold und es wird heilen, stellt Euch wieder her“. Ist nun Gold tatsächlich ein Heilmittel? Wohl deshalb auch der Vergleich mit heilender Wirkung der Sonne. Gold ist ein in der Natur vorkommendes gediegenes Mineral. Das Wort stammt aus dem indogermanischen ghel, das soviel wie gelb glänzend bedeutet. Die lateinische Bezeichnung ist Aurum, abgekürzt Aur. Mit einer Mischung von Salzsäure und Salpetersäure als Königswasser bekannt, ist Gold angreifbar. Seit der Antike wird Blattgold verwendet. Nicht alleine um metallische Gegenstände, Stuck, Mobiliar, Rahmen, Ikonen und andere Gegenstände kostbar darzustellen. Ein Blatt wurde dem Essen beigefügt um das Wesen des Goldes, Kraft, Ausstrahlung, Reifung, Glanz, Risikofreude und Verspieltheit, zu übertragen.
Die Homöopathie beschreibt den Einfluss auf Stoffwechsel und Nervensystem. Symbolische Darstellung des Goldes ist bedeutend mit Macht, Reichtum, Sicherheit. Auf der Gefühlsebene vermittelt es Ehrlichkeit, Herzlichkeit und Offenheit. In muslemischen Ländern gilt der Brauch der Frau zur Hochzeit Goldschmuck zu schenken. Nicht etwa um diesen zu ragen sondern als Geldanlage. Die alchimistische Darstellung lässt Gold mit starken Sonnenkräften in Verbindung bringen.
In der heißesten Jahreszeit, Sirus steht hoch am Himmel, dann wird Weihrauch geerntet. Er gedeiht in trockenem Klima auf steinigem, mineralreichen Boden. Die Wurzel graben sich weit verzeigt bis in dreißig Meter Tiefe. Weihrauch gehörte ebenfalls zu den kostbarsten Gütern des Altertums. Es wurde für Ischtar, die Himmelskönigin, Adonis, den Gotte der wieder aufstehenden Natur, Bel den assyrischen Hochgott, entzündet um deren Wohlgefallen zu erreichen. Dem Sonnen- und Orakelgott Apollon war Weihrauch heilig. Der Weihrauchbaum wurde in Ägypten dem Gott Ammon von Theben geweiht. Bis in die heutige zeit wird er in der katholische Kirche als Räucherstoff benutzt. Ebenso ist die Kosmetik- und Parfüm Industrie heute ohne Weihrauchzugaben nicht zu denken. Der medizinische Gebrauch war bereits Heilmittel in der Antike. Es wurde als Stimmungsaufheller in der Psychiatrie genutzt.
Der griechische Arzt Hippokrates, Paracelsus, Hildegard von Bingen, verwendeten Weihrauch als Wunden heilendes Mittel. Selbst bei Husten, Durchfallerkrankungen und Hauterkrankungen wurde Weihrauch von den heilkundigen des Mittelalters genutzt. Der balsamische Duft verbreitet das Gefühl von Frieden und innerer Ruhe. Durch neue Forschungsergebnisse ist der indische Weihrauch in den Vordergrund gerückt. Er soll bei rheumatischen Erkrankungen wirken, ebenso bei allergischen Krankheiten, Magen-Darmerkrankungen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In Europa sind weitere Behandlungsmöglichkeiten bekannt, so u.a. bei Arthritis, Bronchitis, grippalen Infekten, Colitis ulcerosa. Neuerdings wird Weihrauch bei Hirntumoren eingesetzt.
Der Myrrhe wird nachgesagt: „Wo der Weihrauch eher die geistigen Brücken zu bauen hilft, schafft Myrrhe in erster Linie eine Verbindung zwischen der Seele, dem Fühlen und dem geistigen Menschen.
Myrrhe hilft tatsächlich den Körper zu reinigen und macht die Seele frei und rein. Sie ist Ausdruck der Reinheit und Fruchtbarkeit. Bereits die Hebräer und Assyrer schätzten die reinigende Kraft der Myrrhe. Mythologisch stand sie der ägyptischen Göttin Hathor und der griechischen Aphrodite nahe. Neben Weihrauch war Myrrhe im Altertum und in der antiken Medizin der wichtigste Räucherstoff. Wunden, Lungen- und Nierenleiden, wurden damit mehr oder weniger erfolgreich behandelt. Heute wird sie eingesetzt zur Behandlung bei Prothesendruckstellen.
Alle drei Gaben zusammen waren in der alten Kultur wichtig. Es ist eine Symbolik in den Geschenken der drei Könige zu sehen.
Gold stellt den Geist, Weihrauch die Seele und Myrrhe den Körper dar.
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Die Legende vom vierten König
. Außer Caspar, Melchior und Balthasar war auch ein vierter König aus dem Morgenland aufgebrochen, um dem Stern zu folgen, der ihn zu dem göttlichen Kind führen sollte. Dieser vierte König hieß Coredan. Drei wertvolle Edelsteine hatte er eingesteckt und mit den drei anderen Königen einen Treffpunkt vereinbart.Doch Coredans Reittier lahmte unterwegs.Er kam nur langsam voran, und als er bei der hohen Palme eintraf, war er allein.Nur eine kurze Botschaft in den Stamm des Baumes geritzt, sagte ihm, daß die anderen drei ihn in Bethlehem erwarten würden. Coredan ritt weiter, ganz in seinen Wunschträumen versunken.Plötzlich entdeckte er am Wegrand ein Kind, bitterlich weinend und aus mehreren Wunden blutend. Voller Mitleid nahm er das Kind auf sein Pferd und ritt in das Dorf zurück, durch das er zuletzt gekommen war.Er fand eine Frau, die das Kind in Pflege nahm. Aus seinem Gürtel nahm er einen Edelstein und vermachte ihn dem Kind, damit sein Leben gesichert sei. Dann ritt er weiter, seinen Freunden nach. Er fragte die Menschen nach dem Weg, denn der Stern hatte er verloren. eines Tages aber erblickte er ihn wieder, eilte ihm nach und wurde von ihm durch eine Stadt geführt. Da begenete ihm ein Leichenzug. Hinter dem Sarg schritt eine verzweifelte Frau mit ihren Kindern. Coredan sah sofort, daß nicht allein die Trauer um den Toten ihren Schmerz hervorrrief. Der Mann und Vater wurde zu Grabe getragen. Die Familie war in Schulden geraten und vom Grabe weg sollten die Frau und die Kinder als Sklaven verkauft werden. Coredan nahm einen Edelstein aus seinem Gürtel, der eigentlich dem neugeborenen König zugedacht war. "Bezahlt,was ihr schuldig seid, kauft euch Haus und Hof und Land, damit ihr eine Heimat habt!" sagte er. Er wendete sein Pferd und wollte dem Stern entgegenreiten - doch dieser war erloschen. Sehnsucht nach dem göttlichen Kind und tiefe Traurigkeit befiehlen ihn. War er seiner Berufung untreu geworden? Würde er sein Ziel nie erreichen? Eines Tages leuchtete ihm sein Stern wieder auf und führte ihn durch ein fremdes Land, in dem der Krieg wütete.In einem Dorf hatten Soldaten die Bauern zusammengetrieben, um sie grausam zu t,öten. Die Frauen schrien, und die Kinder wimmerten.Grauen packte den König Coredan.Zweifel stiegen in ihm auf. Er besaß noch einen Edelstein - sollte er denn mit leeren Händen vor den König der Menschen erscheinen? doch dies Elend war so groß, daß er nicht lange zögerte, mit zitternden Händen seinen letzten Edelstein hervorholte,und damit die Männer vor dem Tode und das Dorf vor der Verwüstung rettete. Müde und traurig ritt Coredan weiter. Der Stern leuchtete nicht mehr. Jahrelang wanderte er. Zuletzt zu Fuß, da er auch sein Pferd verschenkt hatte. Schließlich bettelte er, half hier einem Schwachen, pflegte dort Kranke, keine Not blieb ihm fremd. Eines Tages kam er am Hafen einer großen Stadt gerade dazu, als ein Vater seiner Familie entrissen und auf ein Sträflingsschiff, eine Galeere, verschleppt werden sollte. Coredan flehte für den armen Menschen und bot sich dann selbst an, anstelle des Unglücklichen als Galeerensklave zu arbeiten. Sein Stolz bäumte sich auf, als er in Ketten gelegt wurde. Jahre vergingen. Er vergaß, sie zu zählen. Grau war sein Haar müde sein zerschundener Körper. Doch irgendwann leuchtete sein Stern wieder auf. Und was er nie zu hoffen gewagt hatte, geschah. Man schenkte ihm die Freiheit wieder; an der Küste eines fremden Landes wurde er abgesetzt.In dieser Nacht träumte er von seinem Stern, träumte von seiner Jugend, als er aufgebrochen war, um den König aller Menschen zu finden. Eine Stimme reif:"eile, eile!" Sofort brach er auf. Er kam an die Tore einer großen Stadt. Aufgeregte Gruppen von Menschen zogen ihn mit, hinaus vor die Mauern. Angst schnürte ihm die Brust zusammen. Einen Hügel schritt er hinauf. Oben ragten drei Kreuze. Coredans Stern der ihn einst zu dem Kinde führen sollte, blieb über dem Kreuz in der Mitte stehen, leuchtete noch einmal auf und war dann erloschen. Ein Blitzstrahl warf den müden Greis zu Boden. "So muß ich also sterben" flüsterte er in jäher Todesangst, " sterben, ohne dich gesehen zu haben? So bin ich umsonst durch die Dörfer und Städte gewandert wie ein Pilger, ohne dich zu finden, Herr?" Seine Augen schlossen sich. Die Sinne schwanden ihm. Da aber traf ihn der Blick des Herrn am Kreuz ,ein unsagbarer Blick der Liebe und Güte. Vom Kreuz herab sprach die Stimme:" Coredan, du hast mich getröstet, als ich jammerte, und gerettet als ich in Lebensgefahr war, du hast mich gekleidet, als ich nackt war! In jedem, dem du geholfen hast, hast du mich gefunden." Ein Schrei durchbebte die Luft - der Mann am Kreuze neigte das Haupt und starb. Coredan erkannte auf einmal: Dieser Mensch ist der König der Welt. Ihn habe ich gesucht in all den Jahren. Er hatte ihn nicht vergebens gesucht: er hatte ihn doch gefunden! Nach einer alten russischen Legende .
Die heiligen drei Könige und die Jungfrau vom Lilienbanner
.
Jene geheimnisvollen Männer aus dem Morgenland hatten es mir schon immer angetan! Ich war von der Krippe fast nicht mehr wegzubringen, wenn ich sie so daherziehen sah mit reichem Troß, mit den buckeligen Kamelen und mit jenem kraftstrotzenden Tier, dem ein Schwanz hinten und ein Schwanz vorne herunterhing - für gewöhnlich "Elefant" genannt. Schade, daß man sich nicht zweitausend Jahre alt machen kann - ich wäre damals bestimmt auch dabeigewesen, vielleicht als Kameltreiber oder als Elefantenschwanzbändiger oder gar als einer der Heiligen Drei Könige selbst. Egal! Noch waren nicht alle Chancen verloren, denn meine Mutter erzählte mir aus ihrer älblichen Heimat etwas, was mich fast aus dem Häuschen brachte. Dort gäbe es in der Zeit nach Weihnachten einen alten, frommen Bracuh: Da würden sich Buben wie jene drei Könige kostümierren, immer drei zusammen. Einer sei der Kaspar und trage einen großen papierenen Stern, in dem ein Kerzenlicht brenne; einer sei der Balthasar und trage einen großen Sack für allerlei Gaben;und der dritte, das sei der Melchior, der Mohr, der ganz schwarz angemalt sei und eine kleine Kasse trage, für den Fall, daß die Leute sogar in den Geldbeutel griffen und etwas Münze schenkten, was allerdings nicht allzuoft vorkomme. Diese drei Könige würden dann von Haus zu Haus ziehen und den Leuten ein passendes Lied vorsingen... Hei, dachte ich sofort, wie wäre das, wenn wir diesen offenkundig frommen und wohl auch einträglichen Brauch bei uns einmal probieren würden? Gedacht - getan! Zwei Tage später waren zwei Freunde von mir und ich schon startbereit. Wir hatten uns phantastisch herausgeputzt. Die letzten Winkel vom Dachboden waren mit dem Spürsinn eines geriebenen Detektivs erfolgreich durchstöbert worden. Nichts war vor unserer Spürnase verborgen geblieben: Rohrstiefel, alte Weiberröcke, Leintücher, farbige Schals usw. Ich durfte den Mohr spielen. Mein älterer Bruder machte mir mein Gesicht mohrländisch schwarz, daß mich sogar meine Freunde nicht mehr erkannten, sondern bei ihrem Kommen fragten:" Ja, bist`s oder bist`net?" "Ha no!" sagte ich nur im pursten schwäbischen Dialekt, und wir kannten uns wieder. Aber dann: unser Drei-Königs-Lied! Das machte uns noch einiges Kopfweh. Die Mutter kannte jenes Lied von der Alb auch nicht mehr ganz genau. Aber etwas mußten wir doch singen! Potz Blitz! Am besten konnten wir drei Kerle das Lied singen:"Fuchs, du hast die Gans gestohlen." Die Melodie stand freilich nicht im Gesangbuch der Kirche, aber sie schien uns trotzdem passend. Nur einen anderen Text brauchten wir noch dazu. Aber woher nehmen? Jedoch - auch das gelang. Der Kaspar brachte ihn freudestrahlend mit. Woher? Weiß der Kuckuck! Im Nu konnten wir ihn auch auswendig: Hört ihr Leut und laß euch sagen: Aus dem Morgenland kommen wir mit leeren Magen; das ist allerhand! Hier den Sack für eure Gaben! Tut uns was hinein; sonst tun wir verrückt und schlagen alles kurz und klein! Ja, nun war alles vorbereitet. Also los! Wir zogen zuerst zum Schumacher Flick. Der wohnte in unserem Haus, ganz unten parterre. Als er uns sah, war er sehr erstaunt - wer weiß; vielleicht auch so ergriffen -, daß er seine Ahle und das Pech,die Maus- und Katzendreckle, (das waren die kleinen Nägel) ganz vergaß und nicht wie sonst den Spannriemen nahm und uns damit aus seiner Schusterbude wieder hinaustrieb.Nein, er nahm sogar seine blecherne Brille von der blauen Nase-, wie damals üblich, zwichen Daumen und Zeigefinger. Dann setzte er sie wieder auf, betrachtete uns ganz genau und meinte mit bedächtigem Kopfnicken:" So, so- ihr seid also die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland! Hab`gar nimmer g`wußt, daß die auch noch leben! Ja, und jetzt - was wollt ihr denn von mir?" Wir sangen unser Lied, das er scih andächtig, wie in der Kirche, anhörte. Dann hielten wir ihm unsern Sack hin. Der Schuhmacher sah um sich. Da lagen auf seinem Tischchen ein paar kupferne Pfennige und von seinem Vesper - o Graus! - noch ein Stückchen Gaulswurst (die war seine Spezialität, das wußten wir.) "Da nehmt die paar Pfennige! Aber die Gaulswurst, die esse ich schon selber!" Wir waren damit wohl zufrieden und mit einer feierlichen, dankenden Verneigung stapften wir wieder zur Türe hinaus. Gott sei Dank! Das wäre also für den Anfang ganz gut gegangen. Nun weiter! - Aber wohin? "Zum Spießmann!" meinte der Balthasar. Der Spießmann, um die fünfzig herum, war Aufseher auf einem großen, uns sehr wohl bekannten Holzlagerplatz. Er wohnte im Hinterhaus. Auf seiner Nase trug er wie Rübezahl eine kleine Warze mit einem winzigen Härchen daran, und in seinem Munde war rechts eine Zahnlücke, wahrscheinlich, damit seine Tabakpfeife besser Platz hatte. er ging nie in die Kirche. Trotzdem, ja vielleicht gerade deshalb hielt er sich nicht für ein Pharisäer, aber um so mehr für einen Schriftgelehrten, denn er gebrauchte bei seinen Reden gern einige Bibelsprüche. Also, warum nicht zum Spießmann gehen? Los kommandierte der Kaspar. "Wir gehen zum Spießmann!" Balden standen wir vor seiner Türe und klopften an. Wirklich- die Türe tat sich auf, und der Spießmann stand vor uns. Wir sangen gleich unser Lied und hielten den Sack hin. Spießmann war durch unsere exotische Erscheinung offenkundig völlig aus dem Scharnier geraten. Er vergaß sogar, aus seiner Pfeife zu qualmen, nahm sie respektvoll aus ihrer Zahnlücke heraus und schob sie schamhaft in die Hosentasche. Dann sagte er mit weisheitsvoller Miene:"Aha, die Weisen aus dem Morgenland! Ja, ja, die kenne ich gut. Damals sind sie ja auch in die Arche Noah hineinspatziert und wurden dadurch vor dem Versaufen im großen Wasser gerettet. Oh, ich kenne mich in der Bibel sehr gut aus! - Und jetzt wollt ihr am Ende auch noch etwas von mir?" Dabei fuhr er mit der Hand in die Hosentasche, wo die Tabakspfeife noch ein bißchen räuchelte, und zog drei Äpfel heraus, nicht groß, aber runzelig wie das Gesicht einer wenigstens einhundert- jährigen Großmutter. Diese drei Äpfel gab er uns und sagte mit Himmel und Erde durchdröhnendem Gelächter dazu: "Sie sind nicht am verbotenen Baume im Paradies gewachsen, sondern hinter meiner Holzhütte. Ihr könnt sie ruhig essen. Sie machen euch gewiß kein Bauchweh! Hahahaha!" Brrr - wir verneigten uns trotzdem zum Zeichen unserer Dankbarkeit und verließen den Spießmann, der bereits wieder an seiner Tabakpfeife sog wie ein Baby an seiner Milchflasche...., Und jetzt? - Wohin?" Ich sagte:" Jetzt sind wir schon bei zwei Männern gewesen. Nun gehen wir auch einmal zu einer Frau." "Richtig!" meinte der Kaspar. "Aber zu wem?" "Zur Scheppachin!" sagte Balthasar. "Jawohl, zur Scheppachin!" stimmten wir beiden andern bei. "Also, los!" Eigentlich hieß sie Pauline Scheppach und war eine ehr- und tugendsame Jungfrau von einigen dutzend Lenzen. Sie wenigstens konnte bestimmt bei den Prozessionen hinter dem Lilienbanner der Jungfrauen marschieren, ohne zu erröten oder von andern verdächtigt zu werden, sie sei dessen nicht würdig und also nicht am richtigen Platz. Mit Vorliebe kaufte sie bei der vierteljährlich stattfindenden Eisenbahnauktion allerlei liegen- und stehengebliebene Raritäten, die sie wieder weiterzuverkaufen suchte.Wieviel Prozente Gewinn sie dabei einschob, verriet sie natürlich in ihrer jüngferlichen Verschwiegenheit nie! Sie gehörte zu den sogenannten "frommen Personen" und war Mitglied sämtlicher Bruder- und Sschwesternschaften. Sollte solch eine Jungfrau, die bereits den Schein der Heiligkeit an sich trug, nicht auch für die Heiligen Drei Könige etwas übrig haben? Also, wir gingen voll der besten Hoffnungen ins Nachbarhaus, wo die Scheppachin das Erdgeschoß mit dem Wohlgeruch ihrer Frömmigkeit erfüllte. Dort läuteten wir energisch mit der Glocke, denn wir wußten, daß die Scheppachin etwas schwerhörig war. Aber sie hatte uns gehört und tat nun die Türe auf. Wir sangen unser Drei-Königs-Lied aus vollem Halse, wobei wir plötzlich - ohne daß wir es ausgemacht hatten! - den letzten Satz nicht mehr sangen, sondern ziemlich schneidig deklamierten:" und schlagen alles kurz und klein!" Die Scheppachin stand bis hierher wie ehedem Lots Weib gelichsam zur Bildsäule versteinert da. Jetzt aber löste sich bei ihr den Bahn, und mit einem Schrei der Verzweiflung höchsten Grades rief sie nur immer:" Feurio! Feurio! Feurio!" Nun war die Reihe des Erschreckens an uns. Wie vom bösen Geist gejagt rannten wir auf und davon - hinaus zum Haus, über den Hof, ein Stück die Straße hinab und dann links ab auf den Holzlagerplatz, hinter hoch aufgespeicherte Holzbretter. Hier endlich machten wir halt.Das Kerzenlicht in unserem Stern war bei dem nebelerfüllten Halbdunkel des Abends gesehen oder gar erkannt. Hier auf dem Holzlagerplatz waren wir in "unserem Reich" und fühlten uns auch wieder sicher und gerettet. Zuerst verschnauften wir ein wenig. Danach verteilten wir die wenigen Geschenke in unserem Sack:"Jeder von uns erhielt zwei Pfennige und einen runzeligen Apfel. Es war gewiß nicht viel, und dennoch freuten wir uns darüber. Unsere Kostümierung versteckten wir dann schweren Herzens zwischen den vielen Brettern bis zum Abend des nächsten Tages, da wir sie uns wieder holen wollten. So war denn unser frommes Spiel allzu rasch beendet worden.Als wir alles nochmals überdachten und besprachen, kam zunächst ein gewisses Schamgefühl über uns: Potzblitz und Schwerenot! Wir, die Heiligen Drei Könige, sind vor einer alten Jungfer geflohen! Inzwischen war aber bei dieser Scheppachin auf ihr wildes Geschrei hin die halbe Nachbarschaft zusammengelaufen und das Jungferle konnte sich nicht genug tun, den Leuten in den schrecklichsten Farben ihre Not auszumalen: Ein-Zwei-Drei Räuber hätten bei ihr einbrechen wollen... Die Leute hörten es mit Staunen und fragten, wieso sie dann "Feurio!" geschrien habe, da es doch nicht gebrannt habe."Ich hab halt geschrien, was mir gerade eingefallen ist!" verteidigte sie sich." Es war ja auch so schrecklich! Denkt euch,die Kerle hätten mich am Ende gar noch stehlen wollen!" Aber da meinte der alte Spießmann:"O Scheppachin! Wenn die Räuber am nächsten Morgen bei Tag gesehen hätten, wen sie erwischten, dann hätten sie dich sicherlich sofort wieder zurückgebracht!" Alles lachte und ging nach Hause. Wir aber hatten trotz alledem die Lust verloren, nochmals die Heiligen Drei Könige zu spielen. Was aus der Scheppachin später geworden ist, konnte ich nie recht erfahren. Wahrscheinlich ist auch sie das unschuldige Opfer einer jener vernichtenden Bombennächte im letzten Kriege geworden. Möge, ihr der Herr den Frieden schenken im Kreise aller heiligen Jungfrauen und in der Gemeinschaft der richtigen Heiligen Drei Könige; Kaspar - Melchior - Balthasar! In einer Zeitschrift gefunden - Autor - Alfons Bopp .
Das Kornwunder
. Das Kornwunder * Als die Mutter Maria auf der Flucht nach Ägypten war und ihr kleines Kind auf dem Arm trug, begegnete sie einem alten Mann, der gerade seinen Weizen bestellte. Sie sprach zu ihm "Guter alter Mann, wollt ihr mir beistehen?" "Aber ja, meine tapfere Frau, ich werde tun, was ich vermag!" Ah! Mein guter Alter, dann nehmt eure Sichel und schneidet euren Weizen!" Als er zwei oder drei Bündel geschnitten hatte, legte sich die Mutter Maria darunter.Gerade als sie sich gebettet hatte, kamen die Soldaten des Herodes vorbei. Sie fragten den Alten:" Guter Mann, habt ihr nicht eine Frau vorübergehn sehen, eine mit einem Kind auf dem Arm?" "Oh ja! Ich habe sie gesehen, als ich meinen Weizen säte!" Die Soldaten beredeten sich untereinander:" Das muß im letzten Jahr gewesen sein. Wir sind heute auf Trab, wir sind morgen auf Trab. Wenn man durchhält, legt man eine große Strecke Wegs zurück, und wir werden sie kriegen!" Als die Soldaten weitergezogen waren, kam die Mutter Maria aus ihrem Versteck hervor. " Ich danke euch, mein guter Alter. Ihr habt mir sehr beigestanden. Im Paradies wird ein Platz sein, der auf Euch wartet!" Legende .
Vorweihnachta
Vor Weihnachta . A Hetza und Haschda; s gibt koi Raschda, nearda aRua, godds Weihnachta zua. * Ällas hots eilig aufs Fescht, des heilig, gibt`s sovl zum macha, need nor des Bacha. * S gibt sovl zom denka, was ma sott schenka; vor lautr Renna duat manches spenna. * Vor lautr Plondr godd`s Eigentlich`ontr, s`good schiar gar vrlora, daß Gott wird gebora. * Theresia Nagler Mundartdichterin aus Unterschneidheim .
Advent
Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken, Schneeflöckchen leise hernieder sinken. Auf Edeltännlein`s grünem Wipfel, häuft sich ein kleiner weißer Zipfel. Und dort vom Fenster her druchbricht den dunklen Tann ein warmes Licht. Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer, die Försterin im Herrenzimmer. In dieser wunderschönen Nacht, hat den Weihnachtsbaum sie g`macht. Als das Rehlein ging zur Ruhe, das Häslein tat auch die Äuglein zu. Ab und zu das Häschen, hebt zwei- dreimal sein Näschen. Es ruhet weiter süß im Dunkeln, derweil die Sternlein traulich funkeln. Da ertötnt es fern wie Silberschellen, im Dorfe hört man die Hunde bellen. Wer`s in der tiefen Nacht, im Schnee noch die Runde macht? Knecht Rupprecht und sein Herr, kommen mit dem sibernen Schlitten, gezogen von den Rentieren, herangeritten. "He, gute Förster`s Frau, habt ihr noch gute Sachen, die armen Menschen Freude machen?" Das Försterhaus schon tief verschneit, doch die Försterin, steht schon bereit. "Diese Pakete, heiliger Mann, das ist alles was ich geben kann!" Die Silberschellen klingen leise, sie machen sich wieder auf die Reise. Im Försterhaus die Kerzen brennen, am Himmel hell ein Sternlein blinkt. Es ist "Heiliger Abend!" @ mary rosina
Freitag, 28. November 2008
Weihnachten mit der Familie
![]() .
Ja, nun endlich ist es wieder soweit.
Es wird Weihnachten! Gibt es denn
nicht schöneres, als bei klirrender
Kälte die letzten Ersparnisse für die
bescheidenen Wünsche der lieben
Kleinen auszugraben?
*
Ja natürlich, man tut es doch gern.
Es ist ja für die Kleinen,
die man soooooo lieb hat:
Das Händy für die Tochter.
Naja Nokia sollte es schon sein.
Der PC für den Kleinen
und die Skieausrüstung für den großen Sohn.
Manche behaupten ja sogar,
von Jnauar bis Juli arbeitet
man für die Steuer
und von August bis Dezember
für die Weihnachtsgeschenke...
*
Aber es ist ja nicht wirklich so,
man bekommt ja auch was zurück.
Die selbstgehäckelten Socken
von der Oma,
das selbstgemalte Bild vom Kleinen,
die tollen Bowlinschuhe
vom geliebten Manne, (welche
komischerweise nur ihm passen)
und die stinkende Laune von der Tochter,
da sie ja eigentlich ein besseres Handy
verdient hat...
*
Aber recht hat sie ja:
Wie soll sie sich denn mit so einer Telefonzelle
bei ihren Freundinnen blicken lassen?
Unmöglich! Aber zum Glück kann man
ja umtauschen.
Und falls sie noch auf einen Plastikbaum
umgestellt haben, dann warten sie
noch einfach bis es Nacht wird
und machen dem Nachbarschaftsstreit
endlich ein Ende.
Auf alle Fälle billiger,als ein Anwalt.
Das wäre ja auch etwas übertrieben,
wegen dieser Tanne, die auf ihr
Grundstück herüberragt...
Verfasser unbekannt
.
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Weihnachten mit der Familie
![]() .
Ja, nun endlich ist es wieder soweit.
Es wird Weihnachten! Gibt es denn
nicht schöneres, als bei klirrender
Kälte die letzten Ersparnisse für die
bescheidenen Wünsche der lieben
Kleinen auszugraben?
*
Ja natürlich, man tut es doch gern.
Es ist ja für die Kleinen,
die man soooooo lieb hat:
Das Händy für die Tochter.
Naja Nokia sollte es schon sein.
Der PC für den Kleinen
und die Skieausrüstung für den großen Sohn.
Manche behaupten ja sogar,
von Jnauar bis Juli arbeitet
man für die Steuer
und von August bis Dezember
für die Weihnachtsgeschenke...
*
Aber es ist ja nicht wirklich so,
man bekommt ja auch was zurück.
Die selbstgehäckelten Socken
von der Oma,
das selbstgemalte Bild vom Kleinen,
die tollen Bowlinschuhe
vom geliebten Manne, (welche
komischerweise nur ihm passen)
und die stinkende Laune von der Tochter,
da sie ja eigentlich ein besseres Handy
verdient hat...
*
Aber recht hat sie ja:
Wie soll sie sich denn mit so einer Telefonzelle
bei ihren Freundinnen blicken lassen?
Unmöglich! Aber zum Glück kann man
ja umtauschen.
Und falls sie noch auf einen Plastikbaum
umgestellt haben, dann warten sie
noch einfach bis es Nacht wird
und machen dem Nachbarschaftsstreit
endlich ein Ende.
Auf alle Fälle billiger,als ein Anwalt.
Das wäre ja auch etwas übertrieben,
wegen dieser Tanne, die auf ihr
Grundstück herüberragt...
Verfasser unbekannt
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Der Stern
. Der Stern *
Ein Sternlein schaut vom Himmelszelt
hell strahlend in die Winterwelt.
Es denkt daran wie es einst war
vor vielen tausend Jahren gar.
*
Da gab es einen großen Stern
der leuchtete in nah und fern.
Er tat das Wunder allen kund,
was dort geschah zu jener Stund.
*
Geboren sei der Herr der Welt,
verkündigt er vom Sternenzelt.
Die Hirten sahen ihn zuerst
und sind im Stalle eingekehrt.
*
Sie blieben an der Krippe stehn
um sich das Kindlein anzusehen,
sie fielen auf die Knie gar
und brachten ihre Gaben dar.
*
Auch Caspar, Melchior, Balthasar
wurden geführt vom Stern fürwahr.
Sie brachten Weihrauch und auch Myhre
dem Kindelein zur Freud und Ehre.*
Der Weihnachtsstern mit seinem Glanz,
erfüllt auch heut die Welt noch ganz.
Der kleine Stern am Himmel fern,
erinnert uns daran noch gern.
*
Christian Telker
.
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Mittwoch, 26. November 2008
Der Tannenbaum
Oh sieh wer steht im grünen Kleid .
Still ist die Nacht
Still ist die Nacht; in seinem Zelt geboren, der Schriftgelehrte spät mit finstren Sorgen, wann Judas mächtiger Tyrann erscheint, den Vorhang lüftet er, nachstarrend lange dem Stern, der gleitet über Äthers Wange, wie Freudenzähre, die der Himmel weint. * Und fern vom Zelte über einem Stalle, da ist`s, als ob aufs nied`re Ach er falle; in tausend Radien sein Licht er gießt. Ein Meteor, so dachte der Gelehrte, als langsam er zu seinen Büchern kehrte. O weißt du, wen das nied`re Dach umschließt? * In einer Krippe ruht ein neugeboren und schlummernd Kindlein; wie im Traum verloren die Mutter knieet, schlichteer Mann rückt tief erschüttert das Lager ihnen; seine Rechte zittert dem Schleier nahe um den Mantel noch. * Und an der Türe steh`n geringe Leute, mühsel`ge Hirten, doch die ersten heute, und in den Lüften klingt es süß und lind, verlor`ne Töne von der Engel Liede; "Dem höchsten Ehr und allen Menschen Friede, die eines guten Willens sind." Annette von Droste-Hülshoff
Weihnachten im Internet
Weihnachten im Internet,
alle surfen ohne Brett,
schicken sich per Mail den Gruss,
das ist der Wirklichkeit letzter Schluß.
Dann saust man durch die Suchmaschine,
tippt ein das Wort mit ernster Miene,
beim Suchbegriff, der Weihnachtsmann,
zeigt sie gleich tausende von Seiten an.
Nun habe ich die Qual der Wahl,
versuche es sogleich noch mal,
doch wird die Anzahl immer mehr
erzeugt in mir gleich Gegenwehr.
Da schwirren Engel, Schlitten, Glocken
es blinkt, da bleibt kein Auge trocken
und auch viele Seiten kann man sehen,
die versuchen dir was anzudrehen.
Doch suchst du schnell mal ein Gedicht,
dann sag ich nur, verzage nicht,
log dich doch wieder bei mir ein
und geniesse es, bei Kerzenschein.
heinz bornemann
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Weihnachtsgedicht
Weihnachtsgedicht Im Tale sind die Blumen nun verblüht Wie würde mir mein Herz in Einsamkeit Es leuchtet fern und sanft aus einem Land, Verändert hat die Welt sich hundertmal
Montag, 17. November 2008
Weihnachtsseite
![]() Ich machte mich also auch daran eine Weihnachtsseite zu schreiben. Hoffentlich müßt ihr beim Lesen nicht arg leiden.
Einiges ist vom letzten Jahr übernommen,
aber auch viel Neues ist dazu gekommen.
Ob es mir gelungen ist, weiß ich dann anfangs Januar, wenn ihr hoffentlich eure Meinung mir habt Kund getan. ![]() Dies ist mein Weihnachtsblog, also kommt jeden Tag etwas Neues dazu.
Ich hoffe nur, daß ich mich nicht mit zu vielem vertue.
Den Start habe ich nun gemacht.
Langsam aber sicher werde ich die Seiten mit Geschichten und Gedichte füllen und euch so über die ganze Zeit immer wieder Neues präsentieren. In der halt bekannten mary rosina´s Manier. ![]() Viel Freude und Entspannung beim lesen wünsche ich euch allen von Herzen. Das Gästebuch freut sich über eure Meinung, damit ich auch weiß, wann ich aufhören muß. *
eure mary rosina ![]()
Mittwoch, 12. November 2008
Aus dem Arzgebirg
De Walt kimmt mir langsam wenig kälter für,
nuja, dr Winter stieht vor dr Tür,
erfrorn de Nalken un de Rosen,
ich trog wieder Liebestöter.
Stie ich vorm Spiegel mit sette Wintersachen,
könnt ich mich salber zerruppen vor Lachen.
Spiegelglatt sei manchmol de Stroßen vom Harsch,
mir fliegt leicht of de Nosen oder hier ofn A....
an den Baam de letzten Blätter, ofn Kopp de letzten Büschel,
ze 75% is entrümpelt dei Runkel, dei Nischel,
de Haargrenz is weit noch unten gestiegn,
umso höher de Preise beim Haarschneider liegn.
Is Fahrrad un Mopet, dos stieht in dr Schupp,
de Grippe gieht rem, de Hust un de Schnupp,
krank werd mr leicht zur Winterzeit,
aber kimmst de nei ins AMBU - kaahne kranken Leit.
Kaahne Arbeit hobm, is schlimmer als aane Grippeepetemie.
*
Werner Kempf aus oh Arzgebirg, wie bist du schie
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Das Bettelkind
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Ein Bettelkind schleicht durch die Gassen
Der Markt läßt seine Wunder sehen
Lichtbäumchen, Spielzeug, bunte Massen
Das Kind blieb traumverloren stehen.
Aufseufzt die Brust, die Leidgepreste
Die Wimpern sinken tränenschwer
Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste
ich weiß kein Leid das tiefer wär.
Im Prunksaal gleißt beim Kerzenscheine
Der Gaben köstliches Gemisch
Und eine reichgeputze Kleine
Streicht gähnend um den Weihnachtstisch
Das Schönste hat sie längst, das Beste
Ihr Herz ist satt und wünscht nichts mehr
Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste
Ich weiß kein Leid, das tiefer wär
Doch gälts in Wahrheit zu entscheiden
Wer des Erbarmens Preis verdient
Bist du, du armes reiches Kind!
Ottokar Kernstock
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Der Weihnachtsmarkt
Der Weihnachtsmarkt
Anstatt der warmen Sonne scheint Das Rauschgold durch die Wipfel. Hier backt man Kuchen, dort brät man Wurst. Das Räuchlein zieht um die Gipfel.
Es ist ein fröhliches Leben im Wald. Das Volk erfüllt die Räume Die nie mit Tränen ein Reis gepflanzt. Die fällen am frohsten die Bäume.
Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs Zu überreichen Geschenken. Der andere einen gewaltigen Strauch Drei Nüße daran zu henken.
Dort feilscht um ein winziges Kieferlein Ein Weib mit scharfen Waffen. Der dünne Silberling soll zugleich Den Baum und die Früchte verschaffen.
Mit rosiger Nase schleppt der Lakai Die schwere Tanne von hinnen. Das Zöpfchen trägt ein Leiterchen nach, Zu ersteigen die grünen Zinnen.
Und kommt die Nacht, so singt der Wald Und wiegt sich im Gaslichtschein. Bang führt die ärmste Mutter ihr Kind Vorüber dem Zauberhaine.
Einst sah ich einen Weihnachtsbaum Im düsteren Bergesbanne. Stand reifbezuckert auf dem Grat Die alte Wettertanne.
Und zwischen den Ästen waren schön Die Sterne aufgegangen. Am untersten Ast sah man entsetzt Die alte Wendel hangen.
Hell schien der Mond ihr ins Gesicht Das festlich still verkläret. Weil auf der Welt sie nichts besaß Hat sie sich selbst bescheret. Gottfried Keller (1819-1890) .
Ich wünsche mir...
. Ich wünsche mir -
ein friedvolles Weihnachtsfest,
daß man einsame Menschen sich nicht selbst überläßt.
Ich wünsche mir -
daß viele Menschen mit Herz
anderen Freude schenken - vergessen ist aller Schmerz.
Ich wünsche mir -
daß man den Sinn des Weihnachtsfestes nicht vergißt
und in Gedanken das Jesuskind herzlich begrüßt.
Ich wünsche mir -
daß die Ohren aufnehmen die schönen Weihnachtslieder,
jedes Jahr - denn das Christkind kommt immer wieder.
Ich wünsche mir -
daß die Augen erstrahlen im glanze der Lichter,
besonders in Kindergesichter.
Ich wünsche mir -
das der Duft von Lebkuchen und gebrannten Mandeln
in die Nase zieht,
und man die Schönheit des geschmückten
Weihnachtsbaumes nicht übersieht.
Karin Oberdorfer
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Jesus zum Geburtstag
. Zweitausend Jahre sind es fast,
seit du die Welt verlassen hast,
du Opferlamm des Lebens.
Du gabst den Armen ihren Gott,
du littest durch der Reichen Spott,
du tatest es vergebens.
Du sahst Gewalt und Polizei,
du wolltest alle Menschen frei
und Frieden auf der Erde.
Du wolltest alle Menschen gut,
damit es schöner werde!
Die Menschen wurden nicht gescheit.
Am wenigsten die Christenheit,
trotz allem Händefalten.
Du hattest sie vergeblich lieb.
Du starbst umsonst,
und alles blieb beim alten!
Erich Kästner
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Weihnachten
. Gesegnet sei die heilige Nacht, die uns das Licht der Welt gebracht! * Wohl unterm lieben Himmelszelt die Hirten lagen auf dem Feld! * Ein Engel Gottes, licht und klar, mit seinem Gruß tritt auf sie dar! * Vor Angst sie decken ihr Angesicht, da sprach de Engel " Fürchtet euch nicht! * Denn ich verkünd euch große Freud, der Heiland ist euch geboren heut!" * Vom Himmel hoch der Engel Heer frohlockt:" Gott in der Höh sei Ehr!" * Da gehn die Hirten hin in Eil, zu schauen mit Augen das ewige Heil, * zu singen dem süßen Gast Willkommen zu bringen bringen ihm ein Lämmlein fromm. * Bald kommen auch gezogen fern die heiligen drei Kön`ge mit ihrem Stern. * Sie knieen vor dem Kindlein hold, schenken ihm Myrrhen, Weihrauch und Gold. Eduard Mörike schwäbischer Dichter (1804-1875) .
Weihnachten
. Bäume leuchtend, Bäume blendend Überall das Süße spendend In dem Glanz sich bewegend Alt und junges Herz erregend Solch ein Fest ist uns bescheret Mancher Gaben Schmuck verehret Staundend schaun wir auf und nieder Hin und her und immer wieder. * Aber, Fürst, wenn dir`s begenget Und ein Abend so dich segnet Daß alle Lichter, daß als Flammen Vor dir glänzten allzusammen Alles, was du ausgerichtet Alle, die sich dir verpflichtet: Mit erhöhten Geistesblicken Fühltest herrlichess Entzücken. J.W. v. Goethe .
Weihnachtsruhe und Geborgenheit
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Weihnachtsidylle Aus Rauhreif ragt ein Gartenhaus, An blanken Giebel schmiegt sich hold Eiszapfen, Scheiben in rotem Glanz, Blattgrün, Gelbkrokus, ein rosiger Bube Kanarienvogel schmettert so hell, Klein Hansemann und Ami spielen Die Mutter ging holen den Weihnachtsmann. Und sieh, vermummt, ein bärtiger Greis, "Seid ihr auch artig?" Stumm nicken die Kleinen Da prasseln die Nüsse, das gibt ein Haschen! Fort ist der Mann. Mit Lampenschein Gejubel: "Der Weihnachtsmann war da! Den großen Tisch umringt ein Schwatzen, Die Mutter klatscht in die Hände und zieht "Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all, Fromm tönt's in die frostige Nacht hinaus.
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