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Dienstag, 30. November 2010
Volkslied
. Bei hellem Kerzenschein! Weihnacht,wie bist du so schön! Schöner ist nichts zu sehn; nichts in der ganzen Welt mir so gefällt. Freut sich doch groß und klein beim hellen Kerzenschein, wenn wieder Weihnacht ist, o heil'ger Christ. Jesus Christ,Gottes Sohn, kam von des Himmels Thron, und mit ihm,hell und klar, der Engelschar. Da klang ein Lied so süss, Lied aus dem Paradies, sang,wie so schön du bist, o heil'ger Geist. volkslied aus dem 18.jahrhundert. .
Vom Himmel hoch ihr Engelein kommt
Vom Himmel hoch ihr Englein kommt!
Kommt singt und klingt,
kommt pfeift und trommt!
Kommt ohne Instrumente nit,
bringt Lauten, Harfen und Geigen mit!
*
Laßt hören euer Stimmen viel
mit Orgel und mit Saitenspiel!
Hier muß die Musik himmlisch sein,
Weil dies ein himmlisch Kindelein!
*
Die Stimmen müssen lieblich gehn,
und Tag und Nacht nicht stille stehn!
Singt Fried`den Menschen weit und breit,
Gott Preis und Ehr`in Ewigkeit!
altes weihnachtslied
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Heidschi Bumbeidschi
Aber Heidschi Bumbeidschi nun schlafe
der Mond zählt am Himmel die Schafe
die Schafe sind Sterne und winken dir zu.
*
Komm schlie`ß die Augen und träume.
Aber Heidschi Bumbeidschi bum bum,
aber Heidschi Bumbeidschi bum bum.
*
Aber Heidschi Bumbeidschi und träume
am Himmeltor stehn zwei Bäume,
von einem fallen Kirschblüten in deinen Traum
der andere leuchtet als Weihnachtsbaum.
*
Aber Heidschi Bumbeidschi bum bum
aber Heidschi Bumbeidschi bum bum.
*
Aber Heidschi Bumbeidschi im Himmel
da reitest du auf einem Schimmel
bleibt er dann vor einer Stalltür stehen
kannst du
du in der Krippe das Christkind sehen.
*
Aber Heidschi Bumbeidschi bum bum
aber Heidschi Bumbeidschi bum bum.
verfasser unbekannt
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Kaschubisches Weihnachtslied
Wärst du, Kindchen, im Kaschubenlande, Wärst du, Kindchen, doch bei uns geboren! Sie, du hättest nicht auf Heu gelegen, Wärst auch Daunen weich gebettet worden! * Nimmer wärst du in den Stall gekommen, Dicht am Ofen stünde warm dein Bettchen. Der Herr Pfarrer käme selbst gelaufen, Dich und deine Mutter zu verehren! * Kindchen, wie wir dich gekleidet hätten! Müßtest eine Schaffsfellmütze tragen. Blauen Mantel von Kaschubischem Tuch, Pelzgefüttert und mit Bänderschleifen. * Hätten dir den eignen Gurt gegeben, Rote Schuhe für die kleinen Füße. Fest und blank mit Nägelchen beschlagen! Kindchen,wie wir dich gekleidet hätten! * Kindchen, wie wir dich gefüttert hätten! Früh am Morgen, weißes Brot mit Honig, Frische Butter, wunderweiches Schmorfleisch, Mittags, Gerstengrütze, gelbe Tunke. * Gänsefleisch und Kuttelfleck mit Ingwer, Fette Wurst und goldnen Eierkuchen, Krug um Krug das starke Bier aus Putzig! Kindchen, wie wir dich gefüttert hätten! * Und wie wir das Herz die schenken wollten! Sieh, wir wären alle fromm geworden, Alle Kniee würden sich dir beugen, Alle Füße Himmelswege gehen. * Niemals würde eine Scheune brennen Sonntags nie ein trunkner Schädel bluten, Wärst du, Kindchen, Im Kaschubenland, Wärst du, Kindchen, doch bei uns geboren. Das Kaschubische Weihnachtslied ist von dem Baltischen Dichter und Schriftsteller Werner Bergengruen - 1892 - 1964. Ich habe ihn bei Lesungen noch erlebt, eine aristokratische Erscheinung. Romane von ihm: Der letzte Rittmeister, Der letzte Advent, Die sterbende Kirche, Der Tod in reval, die Liebesnovelle Der spanische Rosenstock u.a. herzlichen dank für diese mitteilung
Morgen, Kinder, wird`s was geben...
Morgen Kinder, wird`s was geben, morgen werden wir uns freun! Welch ein Jubel, welch ein Leben, wird in unserm Hause sein! Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Weihnachtstag!
Wie wird dann die Stube glänzen, von der großen Lichterzahl! Schöner als bei frohen Tänzen ein geputzter Kronensaal! Wißt ihr noch, wie vor`ges Jahr, es am Heiligen Abend war?
Wißt ihr noch die Spiele, Bücher und das schöne Hottepferd, schönste Kleider, woll`ne Tücher, Puppenstube, Puppenherd? Morgen strahlt der Kerzen Schein, morgen werden wir uns freun. Text: übeliefert Musik: Karl Gottlieb Hering
Do you speak English?
Do you speak English? Me not! I am sleeping very weel in my quitsching Bettgestell. But today in dieser Nacht, is that Scheißteil zamgekracht. So I hope that dir das not passiert and that my Englisch better wird.
When the snow falls wunderbar, When the Glatteis on the street, And we all a Glühwein need, Then you know... es ist soweit: She is here, the Weihnachtszeit.
Every Parkhaus is besetzt, weil die peaple fahren jetzt All to Kaufhof, Mediamarkt, Kriegen nearly Herzinfarkt. Shopping hirnverbrannte things And the Christmasglocke rings.
Merry Christmas, merry Christmas, Hear the music, see the lights. Frohe Weihnacht. Frohe Weihnacht. Merry Christmas allerseits...
Mother in teh Kitchen bakes Schoko - Nuss - und Mandelkeks Daddy in the Nebenraum Schmücks a Riesen - Weihnachtsbaum He is hanging auf the balls, Then he from the Leiter falls.
Finally the Kinderlein To the Zimmer kommen rein And es sings the family Schauerlich: "Oh, Christmastree!" And then jeder in the house Is packing die Geschenke aus.
Merry Christmas, merry Christmas, Hear die music, see the lights, Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht, Merry Christmas allerseits...
Mama finds unter the Tanne Eine brandnew Teflon - Pfanne. Papa gets a Schlips and Socken, Everybody does frohlocken. President speaks in TiVi All around is Harmonie. Bis mother in the Kitchen runs; Im Ofen burns the Weihnachtsgans.
And so comes die Feuerwehr With Tatü, tata daher. And they bring a long, long Schlauch And a long, long Leiter auch. And they cry - "Wasser marsch"! Christmas das is now im Arsch.
Merry Christmas, merry Christmas. Hear the music, see the lights. Frohe Weihnacht. Frohe Weihnacht. Merry Christmas allerseits. Song von Udo Jürgens
Sehnsucht nach Weihnachten
In dieser Zeit, in diesem Land ,
hält die Liebe oft den Atem an
denn der Schatten unserer Träume fällt auf jeden Tag
Und unsere Seelen frieren irgendwann.
Sehnsucht nach Weihnachten, Wärme und Licht
Sehnsucht nach Frieden für dich und für mich
Immer und nicht nur einmal im Jahr
So ein Gefühl wie`s als Kind damals war
Sehnsucht nach Weihnachten
So lange ersehnt, so schnell vorbei
keiner, der die Zeit festhalten kann
Aber ein Gefühl wie Weihnacht kann immer sein
Denn Heilig Abend fängt im Herzen an.
Sehnsucht nach Weihnacht, Wärme und Licht
Sehnsucht nach Frieden für dich und für mich
Immer und nicht nur einmal im Jahr
So ein Gefühl wie`s als Kind damals war
Sehnsucht nach Weihnacht.
Alle Jahre wieder freun wir uns darauf
Menschlichkeit und Liebe
Die Hoffnung hört nie auf
Sehnsucht nach Weihnacht, Wärme und Licht
Sehnsucht nach Frieden für dich und für mich
Immer und nicht nur einmal im Jahr
So ein Gefühl wie`s als Kind damals war
Sehnsucht nach Weihnacht.
Musik von Frank Schöbel
Text von Bernd
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Altes Kinderlied
Gott`s Wunder, lieber Bu
Geh, horch ein wenig zu!
Was ich dir will erzählen
Was geschah in aller Früh
Da geh ich über ein Heid
Wo man die Schäflein weidt
Da kam ein kleiner Bu gerennt
Ich hab ihn all mein Tag nicht kennt
Gott`s Wunder, lieber Bu
Geh, horch ein wenig zu!
Den alten Zimmermann
Den schaun wir alle an
Der hat dem kleinen Kindelein
Viel Gutes angetan
Er hat es so erkußt
Es war ein wahre Lust
Er schafft das Brod, ißt selber nicht
Ist auch sein rechter Vater nicht
Gott`s Wunder, lieber Bu
Geh, lausch ein wenig zu
Hätt`ich nur dran gedenkt
Dem Kind hätt ich was g`schenkt
Zwei Äpfel hab ich bei mir g`habt
Es hat mich freundlich angelacht
Gott`s Wunder, lieber Bu
Geh, horch ein wenig zu.
Achim von Arnim
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Süßer die Glocken nicht klingen
Süßer die Glocken nie klingen
als zu der Weihnachtszeit.
`S ist, als ob Engelein singen
wieder von Frieden und Freud`.
Wie sie gesungen in seliger Nacht.
Wie sie gesungen in seliger Nacht,
Glocken, mit heiligem Klang
Klingt doch die Erde entlang!
O, wenn die Glocken erklingen
schnell sie das Christkindlein hört.
Thut sich vom Himmel dann schweigen
eilet hernieder zur Erd`.
Segnet den Vater, die Mutter, das Kind
Segnet den Vater, die Mutter, das Kind
Glocken mit heiligem Klang,
klingt doch die Erde entlang!
Klinet mit lieblichem Schalle
über die Meere noch weit.
Daß sich erfreuen doch alle
seliger Weihnachtszeit.
Alle aufjauchzen mit einem Gesang
Alle aufjauchzen mit einem Gesang
Glocken mit heiligem Klang
Klingt doch die Erde entlang.
*
Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816-1890)
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Weihnachtslied
![]() Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht
Vom Tannenwalde steigen Düfte
hauchen durch die Winterlüfte
Und kerzenhelle wird die Nacht
Mir ist das Herz so froh erschrocken
Das ist die liebe Weihnachtszeit
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit
Ein frommer Zauber hält mich wieder
Anbetend, staunend muß ich stehn
Es sinkt auf meine Augenlieder
Ein goldener Kindertraum hernieder
Ich fühl`s, ein Wunder ist geschehen.
Theodor Storm
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Es ist für uns eine Zeit angekommen
Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud. * Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud. * Über`s schneebedeckte Feld, wandern wir, wandern wir, durch die weite weiße Welt. * Es schlafen Bächlein und Seen unterm Eis, es träumt der Wald einen tiefen Traum. * Es schlafen Bächlein und Seen unterm Eis, es träumt der Wald einen tiefen Traum. `* Durch den Schnee, der leise fällt, wandern wir, wandern wir, durch die weite weiße Welt. * Vom hohen Himmel ein leuchtendes Schweigen erfüllt die Herzen mit Seligkeit. * Vom hohen Himmel ein leuchtendes Schweigen erfüllt die Herzen mit Seligkeit. * Unter dem sternbeglänzenten Zelt wandern wir, wandern wir, durch die weite weiße Welt. * verfasser unbekannt
Geschichte
Und als das Kind in der Krippe lag,
im ärmlichen Stalle,
und im Raum war nur Esels Odem
und des Ochsen Gedröhn.
Das Kindchen aber spielte
mit einem goldenen Sonnenstrahle.
Der durch das Strohdach schlüpfte,
nur mit Staub, und doch so schön!
Da kamen die Kinder des Hirten gerannt,
das Kind in der Krippe zu sehen
und gleich den Engeln auf dem Felde,
den Herrgott zu loben.
Mit großen Augen blieben sie
an der Schwelle stehn,
und die Kleinsten
hatten sich hoch auf den Zehen erhoben.
Da nahm ein kleines Mädchen
seine Puppe am strohenden
Zopf und brachte sie dem Kinde,
ein anderes gab einen blanken Knopf,
und ein Junge hatte drei bunte Murmeln
aus Glas, die er gerade gewonnen.
Und jedes schenkte dem Kindlein was;
eine Weidenflöte, eine Peitsche,
einen Kreisel oder ein Krähenei.
Über alle Geschenke,
die ihm die Hirtenkinder gebracht,
hatte das Gotteskind sich gefreut
und hatte leise gelacht.
Nur ein kleiner Hirtenjunge
stand wehmütig dabei.
Er hatte rein gar nichts,
dem Kinde in die Krippe zu geben.
Seine Mutter war Witwe,
sie hatten kaum Brot
für das tägliche Leben.
Doch da fiel ihm etwas ein...
er schlich an die Krippe heran...
"Sieh mal Christkind, wie fein,
und wie lange ich das kann!"
Und er bückte sich tief...
tat den Kopf in den Sand...
und die Beine hoch...
und er stand und stand eine Kerze..
und rührte sich nicht...
blieb eisern stehen...
Der schmale Sonnenstrahl aber
beschien seine schmutzigen Zeh`n...
Nicht auf das reiche Geschenk kommt es an,
sondern aufs schenkende Herz,
selbst, wenn es, wie hier
bei dem kleinen Mann,
auf dem Kopfe steht!
marie cronemeyer
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Eine Weihnachtsgeschichte
. Traurig las Petra ihren Einkaufszettel durch. Was sollte sie denn groß einkaufen?Sie war ja nur noch alleine. Dies würde ein einsames Weihnachten werden! Ihr Mann war nach fast 50 Ehejahren gestorben. Einfach so, Schlaganfall. Mit einem Mal war der wichtigste Mensch in ihrem Leben nicht mehr da.Bis heute hatte sie es nicht verwunden. Am Anfang war sie in ein tiefes schwarzes Loch gefallen, und konnte keinen Menschen mehr um sich sehen. Auch heute vermied sie es, unter Leute zu gehen. sie mußte sich regelrecht dazu zwingen, in den nahen Supermarkt zu gehen, um die paar Sachen die sie brauchte einzukaufen. Zur gleichen Zeit drückte sich ein junges Mädchen die Nase an einem Schaufenster platt.Nein, nicht vor einem Spielzeugladen oder einem Schmuckgeschäft, oder gar einer Boutique - sie schaute sehnsüchtig durch das Fenster von einem Schnellimbiss. Sie hatte schon den ganzen Tag nichts gegessen. Gestern erst war sie von zuhause weggelaufen. Es war schrecklich daheim; ständig diese Beschimpfungen durch den neuen Freund ihrer Mutter. Ihre Mutter war zu schwach, ihr beizustehen. Sie hätte eher selber Hilfe gebraucht bei ihrem Alkoholproblem. Nach einer besonders wüsten Schimpftirade war sie auf ihr Zimmer verschwunden und hatte in aller Heimlichkeit gepackt.Einen kleinen Abschiedsbrief hatte sie an ihre Mutter geschrieben, damit sie sich keine Sorgen machte. Da konnte sie unbesorgt sein: diese lebte zur Zeit nicht in der Realität. Auch Naschzeug, das sie noch auf ihrem Zimmer hatte, hatte sie eingepackt.Und als alle schliefen, war sie aus der Wohnung geschlichen. Auf dem Bahnhof. Im Zug war zum Glück kein Schaffner gekommen, bevor sie in der nächsten Hauptstadt ausstieg. Und seitdem war sie hier, trieb sich einfach nur herum. Das Eßbare war bald aufgebraucht, und seitdem ging sie hungrig durch die Straßen. Was sollte jetzt werden? Sie hatte aus dem Bauch heraus gehandelt - nur weg von diesen Leuten, die ihr fremd geworden waren. Aber hier war sie ja noch einsamer als zuhause. Hier kannte sie überhaupt keinen Menschen. Langsam wandte sie sich zum Gehen.Es hatte ja keinen Sinn. Das sehnsüchtige Schauen durch das Schaufenster machte sie nicht satt. Sie überlegte. Und dann kam ihr eine Idee: Was wäre, wenn sie in einem Supermarkt den Leuten anbieten würde, ihre Sachen nach Hause zu tragen? Vielleicht bekam sie von dem einen oder anderen eine kleine Belohnung in Form eines Geldstückes oder etwas Esbarem. Schnell entschloßen ging sie in die Richtung des Supermarktes, den sie im Vorübergehen gesehen hatte. Sie ging schnell durch die Regalreihen und an der Kassiererin vorbei, um dann nach dem Kassenbereich auf die Leute zu warten, denen sie behilflich sein konnte.Da kam schon der erste Mann herbei. Es war ein älterer Herr, der sich viel Zeit beim Auflegen der Waren ließ.Dann sah er der Kassiererin beim Einscannen der Waren zu,zahlte und räumte umständlich seine Sachen in eine Einkaufstasche. Da kam Susanne, das junge Mädchen schüchtern heran und fragte:"Darf ich Ihnen Ihre Tasche nach Hause tragen?" Sie bemerkte, daß der Mann zusammenzuckte. Er presste die Tasche an sich und verließ,ohne ihr zu antworten schnell den Discounter. Entmudigt ließ Susanne den Kopf hängen. Sie hatte nicht bedacht, daß ja schon so viele Betrügereien und Diebstähle passiert waren. So viele Menschen waren gegen Freundlichkeiten mißtrauisch geworden, weil sie nicht glauben konnten, daß jemand ihnen einfach nur so eine Gefälligkeit erweisen wolle. Sie wollte schon aufgeben - aber der Hunger trieb sie dazu, die nächste Kundin anzusprechen,die an der Kasse stand. Diese räumte gerade ihre Sachen ein. Es war Petra, die einige wenige Sachen für sich gekauft hatte. Sie war so in Gedanken versunken, daß sie leicht zusammenzuckte, als das junge Mädchen sie ansprach. Sie sah hoch und blickte das Mädchen erstaunt an. Susanne mußte ihr Sprüchlein noch einmal wiederholen, weil Petra beim ersten Male gar nicht richtig zugehört hatte.Es schien fast so, als hätte sie immer noch nicht verstanden, weil sie immer noch das Mädchen anstarrte."Warum willst du das tun?" fragte sie plötzlich mit ihrer warmen freundlichen Stimme. "Warum bist du nicht zu Hause bei deinen Eltern?" "Ich bin von Daheim weggelaufen. Meine Mutter hat wahrscheinlich nicht einmal gemerkt, daß ich nicht mehr da bin. Und ihr Freund ist sicher auch froh, daß ich nicht mehr da bin", sprudelte es aus dem Mädchen heraus. Sie war zwar danach etwas erschrocken, daß sie einer Fremden solche Sachen erzählte, aber diese Frau hatte ihr gleich Vertrauen eingeflößt. Diese Frau schien sich jetzt ein Urteil gebildet zu haben. Sie nickte dem Mädchen aufmunternd zu und sagte:"In Ordnung. Wenn du momentan nichts anderes zu tun hast, kannst du mir die Tasche nach Hause tragen. Warte nur bitte kurz, ich habe etwas vergessen."Sie ließ die Tasche einfach bei dem Mädchen stehen und verschwand nach hinten in den Laden. Nach einiger Zeit kam sie mit einigen Sachen wieder. Ihre Augen leuchteten kurz auf, als sie das Mädchen noch neben der Kasse stehen sah. Sie zahlte und wandte sich an das Mädchen:"Du scheinst ein anständiges Mädchen zu sein. Jemand anderes hätte sich die Tasche gepackt und wäre damit verschwunden. Ich habe immerhin für drei Tage eingekauft." Sie packte die neu gekauften Sachen in ihre Tasche, reichte diese dem Mädchen, und hackte sie unter. Dann verließen die beiden den Supermarkt und machten sich auf den Weg zur Wohnung von Petra. Dort angekommen, hielt sie Susanne die Türe auf,nachdem sie diese umständlich aufgesperrt hatte. Susanne trug die Tasche in die Küche, wie Petra ihr auftrug, und wandte sich wieder der Tür zu;" Warte einen Moment, ich möchte dir eine Kleinigekeit dafür geben, daß du mir die Tasche heimgetragen hast."Petra suchte in ihrem Geldbeutel nach einer zwei - Euro - Münze und reichte sie ihr. Artig bedankte sich das junge Mädchen verließ froh die Wohnung. Jetzt konnte sie sich wenigstens etwas zu Essen kaufen! Als sie fast unten am Hauseingang war, hörte sie im Treppenhaus ein Rufen. Sie sah nach oben: Die Frau hatte sich über das Geländer gebeugt, und rief ihr zu, doch bitte wieder hochzukommen. Zögernd drehte sich Susanne um und ging wieder hoch zur Wohnung von Petra. "Komm, Mädchen, ich schick dich doch jetzt nicht wieder hinaus in die Kälte. Heute ist Heiligabend. Ich wollte eigentlich nur wissen, ob du auch mit einem relativ kleinen Geldstück zufrieden bist. Wir machen uns jetzt etwas Gutes zum essen, und dann machen wir es uns gemütlich.du erzählst mir ein bisschen von dir. Und ich erzähle dir ein wenig aus meinem Leben. Natürlich nur, wenn du willst...Das Mädchen sah die alte Frau an, als ob sie es nicht glauben könne. Sie war es nicht gewohnt, daß man nett zu ihr war. Komm mal mit in die Küche. Da werde ich uns mal was Leckeres zaubern", sagte Petra resolut, indem sie den Arm um Susanne legte. Sie zog sie mit und drängte sie mit sanfter Gewalt auf einen Stuhl.Dann machte sie schnell etwas zu Essen.Sie hatte bemerkt, daß das Mädchen schon ganz schwach vor Hunger war. Als sie nochmals in den Laden zurück gegangen war, hatte sie gleich für das Mädchen noch ein paar Sachen eigekauft. Während alles vor sich hin brutzelte, deckte sie schnell für zwei Personen. Und dann legte sie auf. Dem Mädchen gab sie eine große Portion, sich selber eine kleine. Als das Mädchen fragte, sagte Petra nur:"Ich habe heute Mittag schon so viel gegessen, daß ich kaum Hunger habe." Mit Vergnügen sah sie zu, wie Susanne mit gutem Appetit aß. Danach sah sie schon etwas frischer aus. "Wie kann ich ihnen bloß danken?" fragte sie dann etwas verzagt, aber schon zutraulicher, " ich hatte solchen Hunger, und wußte nicht, was sich heute in der Kälte machen sollte." -"Du mußt mir nicht danken", sagte Petra freundlich."Ich danke dir, daß du mich etwas ablenkst von meinen Sorgen. Und daß ich jemand zum Reden habe. Das wären einsame Weihnachten geworden dieses Jahr. Mein Mann ist dieses Jahr gestorben und nun bin ich ganz alleine. Ich habe mich schon auf traurige Tage eingestellt. Und nun habe ich dich getroffen." Sie streichelte dem Mädchen über das Haar. "Du bist ein liebes Mädchen. Ich will mal versuchen, ob du eine Weile bei mir bleiben kannst. Zuerst rufen wir aber deine Mutter an, damit die weiß, daß du nicht irgendwo herumirrst. Petra gab nicht nach, bis Susanne die Telefonnummer nannte, und rief dann die Mutter des Mädchens an. Sie hörte Erleichterung in ihrer Stimme, aber große Anteilnahme kam nicht heraus.Im Hintergrund hörte sie einen Mann schimpfen, und dann hatte die Mutter auch schon aufgelegt. "Nun denn", sagte die alte Frau vor sich hin, "dann laß uns zwei Weihnachten feiern!" Sie führte das Mädchen ins Wohnzimmer, in dem sie - einer alten Tradition folgend, die sei auch dieses Jahr nicht aufgeben wollte - eine große Tanne geschmückt hatte. Auf dem Tisch stand der Adventskranz mit seinen vier Kerzen, die sie nun anzündete. Dann verschwand sie einige Minuten um danach mit einem schwer beladenen Tablett wieder zu kommen. In einer Kanne köstlich duftender Früchtetee. Zwei Tassen standen auf dem Tablett, ein Zuckerbehälter und ein großer Teller mit Weihnachtsplätzchen. Es dauerte nicht lange, und die beiden waren in eine lebhafte Unterhaltung verwickelt: eine vorher einsame alte Frau und ein vorher ungeliebtes Mädchen. Sie hatten beide jemanden gefunden, der ihrem Leben einen Sinn gab. Und der sie herzlich gerne hatte. Draußen vor dem Fenster tanzten die Schneeflocken vom Himmel herab. Und aus irgendeiner Wohnung erklang das Lied "Stille Nacht"... @ Irmgard Schertler alle Rechte vorbehalten .
Weihnachten
. Singt dem Herrn Halleluja . Dankt dem Herrn, dass es Weihnachten gibt! Welch Jammer, gäbe es kein Weihnachten! Keine Weihnachten, kein Retter, welche Not für uns Menschen. . Oh, Gott welch ein Wunder, wie unendlich gross, ist deine Liebe! Du hast uns gesandt dein Sohn, als Kind geboren, uns zum Heil! . Weihnachten, alle Jahre wieder, weil Gottes Sohn ist geboren. Lasst uns beten und danken dem Herrn, denn unendlich gross ist seine Liebe. . Halleluja, öffnet weit unsere Herzen, werft raus der Sünden Last, bittet Jesus, kehre ein bei uns. So ist Weihnachten das ganze Leben! . ( Ida Müller )
Verirrt
. Verirrt .
Weihnachten in Bethlehem
. Weihnachten in Bethlehem Schade. Beim ersten Weihnachtsfest war niemand von uns dabei. Sicher könnte er oder sie uns interessante Erlebnisse erzählen. Aber wie man vor vielen Jahrhunderten angefangen hat, in Bethlehem die Geburt Christi zu feiern, darüber wissen wir einiges. Leute, die damals dabei waren, haben es aufgeschrieben. Kaiser Konstantin hatte überlegt, wann man das Fest feiern sollte. In der Bibel stand ja kein Geburtsdatum. Dann aber hatte er und seine Berater eine gut Idee. Am 25. Dezember feierte man in Rom das Fest des Sonnengottes – in der Zeit, wenn die Nächte wieder kürzer und die Tage länger werden. In dieser Nacht sollte künftig die Geburt Jesu gefeiert werden. Denn viele hatten gespürt:“ Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne...“ So sagt es ein späteres Weihnachtslied. Aber die Leute in Bethlehem hatten noch ein Idee. Sie fragten sich: Wie kann man am besten Weihnachten erleben? Es ist ja schon so lange her! Und dann erinnerten sie sich, was sie sonst im Gottesdienst taten: Sie spielten nach, was die Bibel berichtete: den Weg der Hirten. Am Nachmittag vor dem Weihnachtsfest machten sie sich auf zu den Feldern vor der Stadt. Dort hörten sie Texte aus dem ersten Testament, wo von der Hoffnung auf einen Retter gesprochen wurde. Und dann las der Bischof, sozusagen in der Rolle des Engels, das Weihnachtsevangelium: „ Ich verkünde euch eine große Freude... heute ist euch der Retter geboren... Und das soll euch als Zeichen dienen. Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt...“ Dann machten sich alle auf den Weg nach Bethlehem, wo über der Grotte, die seit langem als Geburtsort Jesu galt, eine Kirche errichtet worden war. Sie stiegen hinunter in die Hölle, die damals als Stall benutzt worden war. Dort stand eine Krippe, und manchem war es, als sei er selber einer der Hirten. Wie damals spürten alle: Wir sind nicht allein. Einer teilt die Dunkelheit und Armut mit uns... Später war es dann schon nicht mehr ganz so einfach, die Armut dieser Höhle zu sehen. Man hatte die alte Krippe gegen eine Neue ausgetauscht. Schon der heilige Hieronymus, der etwa vierhundert Jahre nach Christus in Bethlehem gelebt hat, beklagt sich darüber: „Wenn ich doch die Krippe sehen könnte, in der der Herr einst lag! Jetzt haben wir Christen, angeblich ehrenhalber, die aus Lehm gemachte Krippe entfernt und durch eine silberne ersetzt. Aber für mich ist die, die man fortgeschafft hat, wertvoller... Derjenige, der in dieser Krippe geboren ist, verschmäht Gold und Silber...“ Trotzdem berichtet er von Leuten, die“ mit den Augen des Glaubens“ in der Krippe das schreiende, in Windeln gewickelte Kind, liegen sehen. Und manche von ihnen haben daraufhin ihr Leben geändert. Sie haben wirklich Weihnachten erlebt. Georg Röwekamp Aus einem alten Adventskalender .
Das Engelskind Anna
. Das Engelskind Anna... Es war wieder einmal Weihnachten auf der Erde. Bis auf die goldenen Flügel; so etwas hatten die Menschen noch nie gesehen! Engel kennen deshalb auch keine Tränen, aber weil Anna bei den Menschen Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: " Mein lieber Engel Anna! .
Weihnachtszeit
Weihnachtszeit Tief verschneit im Tannenwalde steht ein Bäumlein. Du siehst seine Äste kaum unter dem weißen Pelzmantel. Unter seinen Zweigen dicht am Stamm kauert ein Häslein. Sie reden miteinander. Das Bäumlein spricht: "Mir hat es etwas Schönes geträumt, oh, etwas Wunderschönes! Die Sternlein vom Himmel kamen herunter und setzten sich auf meine Zweige. Der Schnee schmolz hinweg, und grün stand ich da in meinem Sternenkleid. Das war schön! Lass mich wieder schlafen! Ich will's noch einmal träumen." .
Die Weihnachtsmaus
. Die Weihnachtsmaus ist sonderbar (sogar für die Gelehrten) Denn einmal nur im ganzen Jahr entdeckt man ihre Fährten.
Mit Fallen und mit Rattengift kann man die Maus nicht fangen. Sie ist, was diesen Punkt betrifft, noch nie ins Garn gegangen.
Das ganze Jahr macht diese Maus den Menschen keine Plage. Doch plötzlich aus dem Loch heraus kriecht sie am Weihnachtstage.
Zum Beispiel war vom Festgebäck, das Mutter gut verborgen, mit einem mal das Beste weg am ersten Weihnachtsmorgen.
da sagte jeder rundheraus: Ich hab´es nicht genommen! Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen.
Ein andres Mal verschwand sogar das Marzipan von Peter: Was seltsam und erstaunlich war, denn niemand fand es später.
Der Christian rief rundheraus: ich hab es nicht genommen! Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen.
Ein drittes Mal verschwand vom Baum, an dem die Kugeln hingen, ein Weihnachtsmann aus Eierschaum nebst anderen leck`ren Dingen.
Die Nelly sagte rundheraus: Ich habe nichts genommen! Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen.
Und Ernst und Hans und der Papa, die riefen: welche Plage! Die böse Maus ist wieder da und just am Feiertage!
Nur Mutter sprach kein Klagewort Sie sagte unumwunden: Sind erst die Süßigkeiten fort, ist auch die Maus verschwunden!
Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg, sobald der Baum geleert war, sobald das letzte Festgebäck gegessen und verzehrt war.
Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus, bei Fritzchen und bei Lieschen- da gäb es keine Weihnachtsmaus, dann zweifle ich ein bisschen.
Doch sag ich nichts, was jemand kränkt! Das könnte euch so passen! Was man von Weihnachtsmäusen denkt, bleibt jedem überlassen. James Krüß .
Weihnachten
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Weihnachtsgeschichte Es war einmal ein kleiner Baumwollfaden, der hatte Angst, dass es nicht ausreicht, so, wie er war: "Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach", sagte er sich, "und für einen Pullover zu kurz. An andere anzuknüpfen, habe ich viel zu viele Hemmungen. Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos. Ja, wenn ich aus Lurex wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid. Aber so?! Es reicht nicht! Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Niemand mag mich - und ich mich selbst am wenigsten." So sprach der kleine Baumwollfaden, legte traurige Musik auf und fühlte sich ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid. Da klopfte ein Klümpchen Wachs an seine Tür und sagte: "Lass dich doch nicht so hängen, du Baumwollfaden. Ich hab' da so eine Idee: Wir beide tun uns zusammen. Für eine Osterkerze bist du zwar als Docht zu kurz und ich hab' dafür nicht genug Wachs, aber für ein Teelicht reicht es allemal. Es ist doch viel besser, ein kleines Licht anzuzünden, als immer nur über die Dunkelheit zu jammern!" Da war der kleine Baumwollfaden ganz glücklich, tat sich mit dem Klümpchen Wachs zusammen und sagte: "Nun hat mein Dasein doch einen Sinn." Und wer weiß, vielleicht gibt es in der Welt noch mehr kurze Baumwollfäden und kleine Wachsklümpchen, die sich zusammentun könnten, um der Welt zu leuchten?! Was die Geschichte dem Leser sagt bzw. in sein Bewusstsein bringt, hängt von jedem Einzelnen selbst ab. Es lohnt sich sicher, einmal intensiver und in aller Stille darüber nachzudenken. Ich für meinen Teil weiß inzwischen, dass wir alle Baumwollfäden und Wachsklümpchen sind. Nur wenn wir uns mit anderen zusammentun und uns vorbehaltlos akzeptieren und sinnvoll ergänzen, wird ein Licht (etwas Gutes, Fruchtbringendes)
Aus einem alten Schullesebuch (1945) von Heinrich Scharrelmann .
Die zwölf Apostel
![]() Es war dreihundert Jahre vor des Herrn Christi Geburt, da lebte eine Mutter, die hatte zwölf Söhne, war aber so arm und dürftig, daß sie nicht wußte, womit sie ihnen länger das Leben erhalten sollte.Sie betete täglich zu Gott, er möchte doch geben, daß alle ihre Söhne mit dem verheißenen Heiland auf Erden zusammen wären.Als nun ihre Not immer größer ward, schickte sie einen nach dem andern in die Welt, um sich ihr Brot zu suchen.Der älteste hieß Petrus, der ging aus und ward schon weit gegangen,eine ganze Tagreise, da geriet er in einen großen Wald. Er suchte einen Ausweg, konnte aber keinen finden und verirrte sich immer tiefer;dabei empfand er so großen Hunger, daß er sich kaum aufrecht halten konnte. Endlich war er so schwach, daß er liegen bleiben mußte und glaubte, dem Tode nahe zu sein.Da stand auf einmal neben ihm ein kleiner Knabe, der glänzte und war so schön so freundlich wie ein Engel. Das Kind schlug seine Händchen zusammen, daß er aufschauen und es anblicken mußte. Da sprach es:" warum sitzest du da so betrübt?" "Ach", antwortete Petrus; "ich gehe umher in der Welt, und suche mein Brot, damit ich noch den verheißenen lieben Heiland sehe; das ist mein größter Wunsch." Das Kind sprach:" Komm mit, so soll dein Wunsch erfüllt werden." Es nahm den armen Petrus an der Hand und führte ihn zwischen Felsen zu einer großen Höhle.Wie sie hineinkamen, so blitzte alles von Gold, Silber und Kristall,und in der Mitte standen zwölf Wiegen nebeneinander. Da sprach das Englein:" lege dich in die erste und schlaf ein wenig, ich will dich wiegen." Das tat Petrus, und das Engelein sang ihm und wiegte ihn so lange, bis er eingeschlafen war. Und wie er schlief, kam der zweite Bruder, den auch sein Schutzengelein herein führte, und ward wie der erste in den schlaf gewiegt, und so kamen die anderen nach der Reihe, bis alle zwölf dalagen in den goldnen Wiegen und schliefen.Sie schliefen aber dreihundert Jahre, bis in der Nacht, worin der Weltheiland geboren ward. Da erwachten sie und waren mit ihm auf Erden und wurden die zwölf Apostel genannt. Gebrüder Grimm ![]()
Stephanstag
Zweiter Weihnachtstag, Stephanstag. Erster Märtyrer de Christenheit. Seitdem sind ihrer Zahlose mehr! .
Isti venerunt de tribulatione magna Laverunt stolas suas in sanguine agnis Ante thronum Dei serviunt ei die ac nocte Hi sequutur agnum quocumque ierit Venerunt nuptiae agnis Gaudemus et exultemus. (Apokalypse des Johannes)
Eine Weihnachtsgeschichte
Als die Weihnachtsgeschichte vergessen wurde.... Es gab einmal einen kleinen Engel. Eigentlich hatte er seinen festen Platz bei den himmlichen Heerscharen und hatte bis jetzt noch an nichts anderes gedacht, als zur rechten Zeit seine Harfe anzuschlagen und seinen weißen Arbeitsanzug sauber zu halten. Das ging schon seit vielen tausend Jahren so und Michael, so hieß er, hätte sich nicht träumen lassen, daß sich daran noch mal etwas ändern würde. Träumen war übrigends auch nicht seine Sache, war er selber doch nicht weniger als ein Traum. Aber es kam doch anders. Der Herrgott, den er immer sehr gerne mochte, weil er immer so schön gütig war und sich noch nie beschwert hatte,wenn er mal einen flaschen Ton auf seiner Harfe angeschlagen hatte, hatte nähmlich einen himmlischen Plan gefasst. Und zwar hatte er sich entschlossen,daß es an der Zeit wäre, den Menschen ein Zeichen zu geben, daß es den Herrgott noch gäbe. Dazu schien es Gott auch höchste Zeit zu sein,denn die Menschen waren gerade eifrig dabei, immer mehr von dem kaputt zu machen, was er doch mal mit so viel Mühe geschaffen hatte. Gott wurde angst und bange, wenn er nur nach unten blickte. Gerade neulich hatte ihn wieder ein furchtbarer Knall aus dem Schlaf gerissen und es hatte bis zu ihm herauf geblitzt. Den Engeln hatte es fast den Heiligenschein weggeblasen. Gott rief also den Michael zu sich und sprach sehr lange und ernsthaft mit ihm über seine Sorgen. Schon einmal hätte er versucht, den Menschen etwas Klarheit zu schenken, damit sie nicht mehr soviel kaputt machen müßten. Damals hätten sie da unten schon die gleichen Probleme gehabt. Die einen waren reich und die anderen versklavt und glücklich war niemand. Damals war auch ein Bote auf die Ede geschickt worden, erzählte Herrgott. Aber die Mission war nicht wunschgemäß verlaufen. Zuerst war der menschliche Körper des Boten ermordet worden und dann hatten die Menschen noch eine fürchterlich sentimentale Geschichte aus seinem Leben gemacht. Eine Geschichte, die sich die Menschen zwar immer wieder zur Belebung des Weihnachtsfestes anhörten aber überhaupt nicht mehr zuhörten. Und daher kam die Liebe, die in der Geschichte steckte, überhaupt nicht mehr hervor und die Welt wurde kälter und kälter. Darum hatte sich Gott also nun entschlossen,einen neuen Versuch zu starten, bervor sich die Menschen vor lauter Unglück alle gegenseitig umgebracht hatten. Also meinte Gott " Pass auf Michael, du nimmst dir jetzt deine Harfe, ziehst deinen leuchtenden Arbeitsanzug an und dann gehst du runter auf die Erde. Dort mußt du dir dann jemanden suchen, der oder die diese Weihnachtsgeschichte wirklich und ernsthaft verstanden hat. Den oder die mußt du dann bitten und ermutigen und ihm oder ihr die Kraft geben, sie allen anderen Menschen zu erzählen. Während dieser Erzählungen mußt du dann immer auf deiner himmlischer Harfe spielen, damit sie das Herz der Menschen aufschließt. Alles was in der Weihnachtsgeschichte erzählt wird, wird dann direkt in das Herz der Menschen dringen und dann ist die Welt bestimmt gerettet!" So einfach war das also. Michael war begeistert. Da Heiligabend nicht mehr fern war, machte er sich auch gleich auf den Weg zu den Menschen. Er überlegte, welche Menschen die Weihnachtsgeschichte wohl am dringendsten nötig hätten. Nachdem er einige Zeit auf die Erde heruntergeschaut hatte, kam er auf die sogenannten reichen Ländern. Es war aber gar nicht einfach in diesen Ländern einen Menschen zu finden, der als Erzähler oder Erzählern in Frage käme. In einer Einkaufsstrasse fand Michael einen Mann mit einem gemütlich aussehenden Bart, einer Zipfelmütze und mit Kindern um ihn herumstehend, der erzählte Weihnachtsmärchen."Das muß er sein," dachte der kleine Engel und schwebte zu ihm herunter. Aber umso näher er kam umso verwirrter wurde er; die Kinder hörten ja gar nicht zu! Woran lag das nur? Und dann merkte er, daß der Mann in ein Mikrophon sprach, so daß die Kinder gar nicht seine wirkliche Stimme hörten, sondern nur ein hässliches Gekrächze.Und der Bart war nicht echt, die Mütze war aus Pappe und als er dann noch in die Gedanken des Mannes schaute, sah er dort nur seine nächste Gehaltsabrechnung. Die Geschichte, die er erzählte interessierte ihn überhaupt nicht, obwohl sie wirklich sehr schön waren. Außerdem war er noch von so hellen Lampen angeleuchtet, daß er seine Zuhörerschaft gar nicht anschauen konnte. Das war es also nicht. Schnell flog Michael weiter. "Sind die Menschen etwa alle so?" fragte er sich verzweifelt. Da kam er an einer Kirche vorbei, die war zu Ehren Gottes aufgebaut worden,erinnerte er sich. Das mußte also eine Stelle sein, wo die Menschen noch von Gott und seiner Liebe wußten. Schnell schwebte Michael herunter. Tatsächlich, der Oberpriester erzählte gerade die Weihnachtsgeschichte.Aber was war das? Die wenigen Zuhörer waren ja gar nicht von der Liebe der Geschichte erfüllt! Wärte das der Fall gewesen hätten sie sich doch umarmen müßen, zumindest ab und zu einmal anlächeln.Aber nichts von alledem. Michael spürte auch den Grund. Der Pastor glaubte und fühlte selbst nicht, was er erzählte. Er hatte die Geschichte jahrelang studiert, zerpflückt, analysiert, hinterfragt, so daß von der Wärme, den feinen unberührbaren Zusammenhängen nichts mehr übrig war. Deshalb konnte er die Geschichten auch nicht mehr erzählen. Er erzählte den Menschen daher Dinge aus ihrer Welt, einer Welt, die sie kannten, deren Einsamkeit sie kannten und in der sie es dem Pastor natürlich auch nicht glaubten, wenn er von Gemeinsamkeit und Nächstenliebe sprach. Niedergeschlagen verließ Michael die Kirche. Sollte es auf dieser Welt etwa niemanden mehr geben, der die Weihnachtsgeschichte wirklich erzählen konnte? Er schwebte weiter, vorbei an den hektischen, geschenkehortenden Menschen, den stinkenden Auto und dem Lärm. Solange, bis es stiller wurde, bis die Menschen weniger und stiller wurden, bis dahin, wo die Stadt den Schnee nicht mehr zu einem endlosen grauen Matsch einschmolz und noch weiter. Das Engelchen fand ein kleines Dorf, im Norden eine Kirche, in der Mitte ein Haus, darin ein warmes Zimmer mit einem Ofen und daneben ein Mädchen hinter einem Spinnrad. Es spann Wolle und dachte dabei an die Schafe, die die Wolle für die Menschen hergaben und an die Hirten, die dort draußen in der Kälte auf die Schafe aufpassten.Und das Mädchen mochte die Schaffe und die Hirten und überhaupt die Menschen und ganz besonders die Kinder. Es spürte deshalb, was die unschuldige Liebe eines Kindes der Welt der Erwachsenen geben konnte und daß manche der Hirten dort draußen in der Kälte sehr viel mehr Wärme übrig hatten, als dieser Landpfleger in seinem warmen Palast. Und was das Wichtigste für Michael war, das Mädchen kannte auch die Weihnachtsgeschichte. Sie erzählte sie manchmal kleinen Kindern, auf die sie aufpasste um Geld zu verdienen und sie wurde auch verstanden. Die Augen der Zuhörer fingen dann an zu leuchten und die Wärme der Geschichte sprang auf sie über. Nur die meisten älteren Leute verstanden nur wenig. Deren Herzen waren schon zu fest verriegelt. "Endlich," dachte Michael,"hier ist meine Aufgabe, hier habe ich den Menschen gefunden, der die Welt retten kann!" Und Michael holte seine Harfe heraus und schlug sie an. Plötzlich war die Welt um das Mädchen wie verzaubert. Menschen, die vorher gar kein Interesse an der Geschichte hatten, kamen plötzlich herbei, baten, die Geschichte zu erzählen, hörten zu, tauten innen drinn auf, wurden lebendig und verstanden die Geschichte mit Begeisterung. Ihre Herzen schlugen höher und die Menschen erzählten die Geschichte weiter, denn sie hatten gemerkt, wie viel Liebe sich Menschen geben können. Die Menschen sahen auf einmal, wie grau die Welt, die sie sich erschaffen hatten war.Sie wollten auf einmal leben, weil sie an das lebendige Kind im Stall von Bethlehem dachten.Sie nahmen alle ihre Bomben auseinander und verbuddelten sie tief unter die Erde. Dann trafen sie sich überall, um die Weihnachtsgeschichte zu hören und sie nahmen sich die Zeit dazu, die sie vorher nie gehabt zu haben glaubten. Michael spielte seine Finger wund und das Mädchen begann heiser zu werden, aber die beiden waren froh. Und Michael merkte, daß sein Plan oder vielmehr der des lieben Herrgottes aufgegangen war. Und so gaben die beiden so viel von ihrer doppelten Liebe, der Liebe des Menschen, die mit himmlischer Hilfe auf offene Herzen traf, an die Menschen weiter, daß die Welt ein ganz kleines bisschen besser wurde. Das Einzige, was das Mädchen und auch Michael nicht wußten und was ihnen manchen Zweifel erspart hätte, war folgendes: Gott hatte viele, viele Michaels auf die Erde geschickt und in jeder Ecke und überall fanden sie Menschen, ein Mädchen, einen Jungen, einen Mann, eine Frau, die die Weihnachtsgeschichte noch verstanden. Und all die Michaels halfen den Menschen, sie weiter zu erzählen. Und darum scheint es doch so zu sein, daß die Welt noch nicht ganz verloren ist.
D Wiehnachtsgschicht
D Wiehnachtsgschicht Es dämmeret langsam, d’Sterne funkle, De Josef chlopft bi de Herberg aa, Mit wenig Hoffnig, Muet und Chraft So gönd die beide mitenand En Stall nur, einsam und verlasse, S’Schloss wird uftue vomene Hirt, Wo de Josef am Eseli s’Fuetter git, En Engel erschiint am Himmelszelt „Freued euch, Hirte, es Chind isch gebore, D’Hirte schared sich um eri Herde, „Drum singed ihr Hirte, es trägi de Wind D’Hirte packed do druf eri Sache, Drei Könige us em Morgeland Sie ghöred vo wiither Glockenklang Maria und Josef bedanked sich sehr. Die Mensche gspüred irgendwie
Das ist eine gute Aufgabe
Das ist eine gute Aufgabe!
![]() Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen.
Er versammelte die Weisen seines Landes
und seine beiden Söhne herbei.
Er gab jedem der beiden 5 Silberstücke
und sagte:"Ihr sollt für dieses Geld die Halle
in unserem Schloss bis zu Abend füllen.
Womit ist eure Sache!"
Die Weisen sagten:" Das ist eine gute Aufgabe!"
Der ältere Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten
und in einer Mühle auszupressen.
Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher.
Er dachte sich:" Das ist eine gute Gelegenheit,
mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen."
Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig und sie schafften bis zum späten Nachmitag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle.
Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte:"
Ich habe deine Aufgabe erfüllt.
Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten.
Mach mich zu deinem Nachfolger!"
Der Vater antwortete ihm:" Es ist noch nicht Abend.
Ich werde warten."
Bald darauf kam auch der jüngere Sohn.
Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen.
So geschah es.
Dann stellte er mitten in die Halle eine
Kerze und zündete sie an.
Ihr Schein füllte die ganze Halle, bis in die letzte Ecke.
Der Vater sagte:" Du sollst mein Nachfolger sein.
Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben,
um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen.
Du hast nicht mal ein Silberling gebraucht und hast sie mit Licht gefüllt.
Du hast sie mit dem gefüllt, was Menschen brauchen!"
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Eine Weihnachtsfabel
Die Tiere diskutierten einmal über den Sinn von Weihnachten. Sie stritten, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei.
"Na klar, Gänsebraten" sagte der Fuchs.
"Was wäre wohl Weihnachten ohne Gänsebraten?"
"Schnee," sagte der Eisbär. "Viel Schnee "-
und er schwärmte verzückt; "Weiße Weihnachten!"
Das Reh sagte;"Ich brauche aber einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern."
"Aber nicht so viele Kerzen" heulte die Eule. "Schön schummrig und gemütlich muß es sein, Stimmung ist die Hauptsache!"
"Aber mein Kleid muß man sehen," sagte der Pfau.
"Wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich kein Weihnachten!"
"Und Schmuck" krächzte die Elster,"Jede Weihnachten kriege ich etwas, einen Ring, ein Armband, eine Brosche oder Kette, oder sonst was Glitzerndes!
Das ist für mich das allerschönste an Weihnachten!"
"Mach`s wie ich," sagte der Dachs," pennen, pennen, pennen, das ist das Wahre.
Weihnachten heißt für mich, mal richtig pennen!"
"Und saufen", ergänzte der Ochse" mal richtig saufen und dann Pennen!"
Aber - da schrie er"AUA" denn der Esel hatte ihm einen gewwaltigen Tritt versetzt.
"Du Ochse, denkst du denn gar nicht an das Kind?"
Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte, "Das Kind, ja, das Kind, das ist doch die Hauptsache!"
"Übrigens" fragte er dann den Esel,"Wissen das die Menschen eigentlich?"
verfasser unbekannt
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Heilige Nacht
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Winternacht |
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Dür die stilli Winternacht flöcklet Schee wie wyssi Watte deckt es bländig wysses Tuech uf die lääre, müde Matte. Un es Glöggli lütet dry: Gly... gly... gly...
Dür die stilli Winternacht
Dür die silli Winternacht |
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Hütt tuet ds Mueti Güzli bache,
Lue, der Teig da uf em Tisch.
Was git’s alles für gueti Sache ?
Wart jetz, Fragle, was du bisch !
Mueti, darf i Teig usstäche ?
Weisch, i mache s drum so gärn !
Tue mer d Förmli nid verbräche !
Gwüss nid! Gisch mer dert dä Stärn ?
Jetz wird gchnättet, usegstoche...
Lue, sogar e Bär vo Bärn !
Mueti, i ha eis verbroche...
Gäll, du hesch mi glych no gärn ?
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Söll i schrybe ?
Söll ig ächt em Christchind schrybe ?
Nötig wär es, das isch klar.
I ha Hüüffe Wünsch im Chättli,
ds Dopplete, was ds letschte Jahr.
Ja, das isch fasch nid zum Säge,
was ig alls no z'schaffe ha,
bis i Päckli cha verteile,
so wie's ds Wiehnachtsschindli cha.
Wenn i sälber alls müsst mache,
wo i gärn verschänke wett,
chönnt i bis am Wiehnachtsabe
überhoupt ja nimmer i ds Bett.
Ohni Hülf, das weiss i sicher,
git's mer ds glyche Zaagg wie färn -
Wohl, i wott em Christchind schrybe,
das isch lieb un hilf mer gärn
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Chlausertag
I bi gwüss nöd de Brävschti, o nei,
nöd i de Schul un nöd dihei.
Gäll, liebe Chlaus, du gsiehsch mers a,
das i s Erbarme nötig ha.
Und Nuss hetti halt au gern,
i ha jo keini meh vo fern;
es bruucht kein ganze Sagg voll z sy,
e Hampfele langed scho für mi.
Di andere müend au öppis ha.
Vergiss es nöd, du gute Ma!
Statt nei säge lieber hurtig jo,
und los en rechte Huufe do
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Säg Samichlaus , ischs würkli wohr,
muesch du die meischti Zit vom Johr
im Wald usse Ruete binde,
für unfolgsami Chinde?
Für Chinde wo tüend umestoh
Wenn’s schnell sötti go Poschte go
Wo mängsmol gar tüend trutze
Und nie rächt s Näsli putze?
Ein Brüderli nüt z spiele gänd,
wo d Wand verschmieret mit de Händ,
d Spielsache nid ufruume
und s Mueti so versuume?
Jo, Samichlaus, i gib-es zue,
au i hät dörfe netter tue,
doch will i jetzt dra dänke;
tuesch mir glich öppis schenke?
I danke gwüss vo Härze froh,
hoff, s nöchscht Johr werdisch wieder cho
bis denn bin-i e Guete,
bruchsch sicher nümme e Ruete
.


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Tue d`Stirn nit so runzle,
gäll, Samichlaus, mach s´nit.
Nimm doch die grosse Ruete
för bösi Chinder mit.
I sigi zwar kein Ängel,
het´s Muetti geschter gseit.
I dörfti besser folge,
es tuet mer grüüsli leid.
i bin es Schmeichelchätzli,
gschehsch du mer`s denn nid a?
Chumm Samichlaus, du liebe,
muesch gschwind es Chüssli ha!
.


I bin e chliises Männli
und rede wie-n-i-dänk.
es Cherzli ame-ne Tännli,
das wär mis schönschti Gschänk.
Doch mues i ehrli säge,
laasch d`Schoggi au do da,
so han-i-nüt dergäge,
du liebe, guete Ma!

D`Stubä isch no hell,
Samichlaus, chomm schnell!
Au zu meer, i bitt,
D`Ruete nimm nöd mit!

Blyb nöd duss im Gang!
Lueg nu, wien i plang,
bis d`mer öppisch gischt,
wyl den Guete bischt.

Pagg jetz weidli us!
Mach di breit im Hus!
Nochher will i gly,
ganz en Brave sy.

S`git vieli chind wo meine,
es gäb kein Samichlaus
und doch git`s ebe-n eine,
nur weis mer nüt so Gnaus.

I hören uf der Schtäge,
er tuet nüd ordli liis;
uf all Fäll muess i säge,
er schmöckt nach Tannechriis!

Er poltert und trummlet
a d`Tür mit sim Schtab,
und hät er fertig brummlet,
dänn schtapft er d`Schtäge- n-ab.

Und jetzt im Gängli usse,
wenn i go luege gah,
dänn schtaht en Schueh voll Nusse
und Mandarinli da:

Eis tunkt mi ohni Zwiifel,
an ihm ganz bsonders nett,
dass er die gliiche Schtiefel
wie üser Vatter hät.










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Samichlous, was hesch im Sack ?
Ächt ou öppis für my Gschmack ?
Samichlous, du gute Maa,
Schyschue sötti i eifach ha !
i bi zwar no grad chli chly.
Wäg däm hätt i glych gärn schy !
Vilicht no zwe Stöck derzue ?
Und jetzt lan i di in Ruh !


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Myner Päckli
Ach, für myner Päckli z'mache
han i weni Batze gha !
Aber gueti Wünsch u Liebi
han i viel dry yne ta.
Schöni Guld- u Silberschürli
han i für z'verbinde gno.
Won i die ächt heigi gfunde?...
Muetti, gäll, du fragschmi nid wo!
Stärnli für echly z' garniere,
hei mer ou no müesse sy -
u de isch bi jedem Gschänkli
no nes Stückli Härz derby
.


I ha ne schöni Chappe anne,
us Wule mit zwe Zöttle dranne,
Wen`s dusse schneit, daß Gott erbarm.
De ha se gärn, de git si warm.

Was isch so wyss und weich wie Fluum?
Wen`s uf di fallt, so gspürsch es chuum?
Ligts fescht am Bode, de hingäge
Isch`s für e Wintersport e Säge!

Schue rugge uf em herte Schnee,
S isch byssig chalt und tuet eim weh.
Der Huuch isch wyss, me cha ne gseh,
D Hünd tüe eim leid und d Ross und d Reh.
der winter macht sech breit bigoscht,
Mit Ys und Schnee und Eind und Froscht.

Wenn der Föhn geit, es wird langsam wärmer
Der Schneemaa chlynet und wird ärmer.
Sy Huet sitzt tschärbis uf em Chopf
Ar Rüeblinase hänkt e Tropf
Am Bode ligt der Bäsestiil.
Är isch ihm z schwär, är isch im z viil.
We`s wyter föhnet, o herrje,
Chasch morn der Schnemaa nümme gseh!

Chumm, chlis Vögeli, zeig, wo bisch
Chumm, hüpf zuemer uf e Tisch!
Lue, was i der zwäggmacht ha:
Nüß und Fett mit Chärne dra!
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Steit imne Rank e grüeni Bank.
E chlyne Wäg füert drann verby,
Im Wald e Spur, vo zwene Schy.
S isch chalt und het e huuffe Schnee,
Ringsume chame niemer gseh.
Ganz i der Neechi suecht e Has,
Wo Hunger het und gluscht, nach Gras,
S isch müüslelistill, me ghört kes Chind,
Chly Schnee fallt ab de Böim vom Wind.
D Luft isch no so, wi si sötti sy,
So früsch und suber - schnuuf tief y!
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Wytab vo allem Gstürm und Gschtank

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Ursprünglich war der Bärtige und Vermummte, der Begleiter vom heiligen Nikolaus.
Als Ruprecht, Knecht Nikolaus, Nikel, Klaubaut, Pelznickel, Hans Muff, Hans Trab im Elsaß, oder Krampus in Österreich, zog er mit pelzbesetzter Kleidung, einer Rute und einem Sack voller Geschenke über der Schulter von Tür zu Tür.
Im 19.und 20.Jh. war Knecht Ruprecht eine Schreckgestalt mit geschwärztem Gesicht. Man drohte den Kindern, daß er die unartigen Kinder verprügeln würde.
Im 19 Jh.war es Brauch, daß Knecht Ruprecht gemeinsam mit dem Heiligen Nikolaus am 6. Dezember durch die schneebedeckte Landschaft zog. Dieser Brauch wurde im 20 Jahrhundert geändert.Knecht Ruprecht wurde zu einem selbständigen Gabenbringer, der die Kinder am Nikolaustag besuchte.
Knecht Ruprecht hatte seinen Ursprung in einem Priester im kleinen Ort Cölbigk bei Berburg.Es war der Heilige Abend des Jahres 1021, der Gottesdienst zur Christmesse hatte gerade begonnen, plötzlich kamen 15 junge Männer aus dem Ort und störten durch lautes Singen und Tanzen den Gottesdienst, daraufhin mußte der Gottesdienst abgebrochen werden. Der Priester Ruprecht trat vor die Kirche, um die Störenden zu ermahnen. Es nutze aber nichts. Also fluchte er, daß die Strafe Gottes sie für ihr sündenhaftes Verhalten treffen sollte.
Durch eine Pilzverunreinigung wurden die Männer tatsächlich schwer krank und einige von ihnen starben.Dieses Unheil deutete man natürlich auf den Fluch des Priesters Ruprecht.Man konnte sich das Geschehene damals kaum erklären.Als der Priester dann gestorben war, geisterte dieser Aberglaube der Menschen immer zur Weihnachtszeit umher. Besonders aber den Kindern wurde erzählt, daß dieser Ruprecht die Kinder Weihnachten bestrafen werde, wenn sie nicht das ganze Jahr über brav sein würden.


Was unterscheidet den Nikolaus vom Weihnachtsmann und was hat das Christkind dabei für eine Rolle?
Der Nikolaus geht auf den Heiligen Nikolaus aus Myra in der heutigen Türkei zurück.Jeder kennt seine Geschichte von den drei Mädchen und den drei Goldsäckchen. Und so wird der Nikolaus mit Gewand, Bischofsstab und Mytra dargestellt.
Aber warum gibt es sowohl Nikolaus als auch den Weihnachtsmann und das Christkind; welche Rolle spielt es dabei?
Zuerst gab es den Heiligen Nikolaus, der den Kindern am 6. Dezember Süßes brachte.
Martin Luther verwarf im 16. Jahrhundert die Anbetung von Heiligen und so mußte ein "Ersatz" her.Er erfand das Christkind. Von da an kam am 6.Dezember zu den katholischen Kindern der Heilige Nikolaus und zu den Lutheranern am 24. Dezember das Christkind.
Das änderte sich zwischen 1870 und 1930. Jetzt kam das Christkind zu den Katholiken und der Weihnachtsmann zu den Lutheranern.
Im Jahre 1930 hob dann die Firma "coca-cola" den Weihnachtsmann in einer Werbekampagne so toll heraus und gab ihm das rote Aussehen mit dem weißen Rauschebart - so wie wir den Weihnachtsmann heute kennen.

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Nikolaustag.....
Nikolaus ist auf die Erde gekommen.
Er trifft Fritzchen und fragt ihn:
"Was wünscht du dir zu Weihnachten?"
Fritzchen sagt: "Das sag ich nicht!"
"Ich weiß es aber trotzdem.", antwortet der Nikolaus,
"Du wünscht Dir ein Feuerwehrauto!"
Fritzchen ist ganz erstaunt und fragt:
"Woher weißt du denn das?"
Nikolaus reibt Fritzchen die Nase zwischen Daumen und Zeigefinger und sagt:
"Das hab ich an deiner Nasenspitze gesehen.
Ich weiß auch das du dir noch ein Fahrrad wünscht!"
Fritzchen wieder ganz erstaunt: "Woher weißt du das?"
Nikolaus reibt wieder Fritzchens Nase zwischen Daumen und Zeigefinger und sagt:
"Ich weiß auch Deinen größten Wunsch: eine Eisenbahn!"
Fritzchen ist schon ganz aus dem Häuschen und fragt wieder
"Woher weißt du das?"
Nikolaus reibt wieder die Nase zwischen Daumen
und Zeigefinger und sagt:
"Das hab ich an deiner Nasenspitze gesehn."
Da sagt Fritzchen:
"Gell Nikolaus, die Engel haben im Himmel keine Höschen an!"
Diesmal ist der Nikolaus ganz erstaunt:
"Woher weißt Du das, hast du es auch an meiner Nasenspitze gesehn?"
Da antwortet Fritzchen:
"Nein, ich habs an Deinen Fingern gerochen!!"
verfasser unbekannt
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Die Legende vom Nikolaus
Vor langer Zeit lebte im Süden von der Türkei ein guter, alter Mann, Nikolaus, der Bischof von Myra. Auf seinem Schimmel ritt ER durch die Stadt und schenkte den Kindern Orangen und Spielzeug. Er kümmerte sich um die Kranken, half den Armen und nahm sich der Einsamen an. Schon bald nannte man ihn deshalb auch Sankt Nikolaus. Geschichten über andere Länder bereiteten dem Nikolaus große Freude. Besonders beeindruckten ihn die Schilderungen eines Reisenden über ein Land namens Schweiz.
Er erzählte von pausbäckigen, glücklichen Kindern , von hohen, spitzen Bergen und vielen kleinen Seen.
Dieses Land wollte Nikolaus unbedingt einmal sehen, und so reiste ER mit seinem schwarzhäutigen Knecht und seinem Esel, vollbeladen mit Orangen, Mandarinen, Lebkuchen, Nüssen und Spielzeug, in Richtung Norden. Der Weg war lang und steil und zum erstenmal in seinem Leben, überquerte der Nikolaus einen hohen Berg.
Am sechsten Dezember war der Nikolaus schließlich in der Schweiz.
Von nah und fern kamen die Menschen herbei, um seine bestickten Kleider und seinen Esel zu bewundern. Sie nannten ihn "Samichlaus" und seinen Knecht "Schmutzli". Die Kinder scharten sich um ihn; die braven bekamen von Nikolaus ein Geschenk, die bösen aber bekamen die Rute Des "Schmutzli" zu spüren.
Es wurde getanzt, gefeiert und gesungen, und Allen wurde klar, daß es sich hier wohl um einen ganz besonderen Besucher handelte.Des Nachts ging Nikolaus durch die Straßen und füllte die Schuhe der Kinder mit Geschenken.
Den Armen brachte ER Goldmünzen.
Bei einer kleinen Hütte aber wußte Nikolaus nicht, wo ER das Gold hinlegen sollte. Die Hütte hatte keine Fenster, und die Tür war verriegelt. Da schlug der "Schmutzli vor, die Goldstücke durch den Schornstein zu werfen. Sie landeten in den Strümpfen der Kinder, die zum Trocknen am Feuer hingen.Die armen Leute glaubten, es handle sich um ein Geschenk Gottes, doch ein Nachbar erzählte ihnen von Nikolaus.
So machten sie sich auf, um Nikolaus und seinen Knecht zu suchen, doch sein Esel stand nicht mehr im Stall.
Seit jener Zeit kehrte Sankt Nikolaus - oder der Samichlaus, wie ER ja in der Schweiz heisst - jedes Jahr zurück, und brachte den Kindern am Abend Des 6. Dezember Geschenke und besucht alle Familien - gleich ob arm oder Reich.
Das war vor vielen Jahren, inzwischen wohnt nun ein Nachkomme vom Sankt Nikolaus in der Schweiz, in Deutschland und fast in jedem Land auf dieser Welt und so werden die Kinder weiterhin vom "Samichlaus" besucht und beschenkt.
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"Es war einmal vor langer Zeit kurz vor Weihnachten, als der Nikolaus
sich auf den Weg zu seiner alljährlichen Reise machen wollte, aber nur
auf Probleme stieß: Vier seiner Elfen feierten krank, und die
Aushilfs-Elfen kamen mit der Spielzeug-Produktion nicht nach. Der
Nikolaus begann schon den Druck zu spüren, den er haben würde, wenn er
aus dem Zeitplan geraten sollte. Dann erzählte ihm seine Frau, dass ihre
Mutter sich zu einem Besuch angekündigt hatte ,die Schwiegermutter hat
dem armen Nikolaus gerade noch gefehlt! Als er nach draußen ging, um die
Rentiere aufzuzäumen, bemerkte er, dass drei von ihnen hoch schwanger
waren und sich zwei weitere aus dem Staub gemacht hatten, der Himmel
weiß wo hin. Welch Katastrophe! Dann begann er damit, den Schlitten zu
beladen, doch eines der Bretter brach und der Spielzeugsack fiel so zu
Boden, dass das meiste Spielzeug zerkratzt wurde - Shit! So frustriert,
ging der Nikolaus ins Haus, um sich eine Tasse mit heißem Tee und einem
Schuss Rum zu machen, jedoch musste er feststellen, dass die Elfen den
ganzen Rum verschenkt hatten - ist ja mal wieder typisch! In seiner Wut
glitt ihm auch noch die Tasse aus den Händen und zersprang in tausend
kleine Stücke über den ganzen Küchenboden verteilt. Jetzt gabs natürlich
Ärger mit seiner Frau. Als er dann auch noch feststellen musste, dass
Mäuse seinen Weihnachts-Stollen angeknabbert hatten, wollte er vor Wut
fast platzen.
Da klingelte es an der Tür. Er öffnete und da stand ein
kleiner Engel mit einem riesigen Weihnachtsbaum.
Der Engel sagte sehr zurückhaltend: "Frohe Weihnachten, Nikolaus, ist es
nicht ein schöner Tag? Ich habe da einen schönen Tannenbaum für dich. Wo
soll ich den jetzt hinstecken?"
Und so hat die Tradition von dem kleinen Engel auf der Christbaumspitze
begonnen."
(Verfasser unbekannt)
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Der kleine Flori und der Nikolaus...
Der kleine Flori war vom ersten Schultag an ein ganz schlimmer Schlamper. Dauernd ließ er irgend etwas im Schulzimmer liegen, die Mütze oder seine Handschuhe, die Fibel, das Rechenbuch, die Tafel, ein Heft oder das Federmäppchen. Ja, manchmal vergaß er sogar alles miteinander und lief mit leerem Schulranzen heim. Und es kam noch schlimmer: Eines Nachmittags nämlich, als Flori die vergessene Fibel holen wollte, lag sie nicht mehr auf seiner Bank; Flori suchte und suchte, aber die Fibel war wie weggeblasen. Am nächsten Tag konnte Flori das Rechenbuch nicht finden, am übernächsten Tag war die Tafel fort. Das war kurz vor dem Nikolaustag, und die Mutter meinte: "Ich glaube, diesmal bringt der Nikolaus höchstens eine Rute.
Aber das glaubte der kleine Flori auf keinen Fall. In den vergangenen Jahren war der heilige Nikolaus immer nett zu ihm gewesen, obwohl er schon damals herumgetrödelt und nie aufgeräumt hatte. Sicher würde der Nikolaus auch in diesem Jahr nichts von der Schlamperei gemerkt haben und wieder die guten Mandellebkuchen mitbringen, die Flori so gerne aß und die nur der Nikolaus hatte.
Ja, und dann kam er, der Nikolaus! Er pochte laut an der Tür und stapfte herein in seinem roten Mantel und mit der Bischofsmütze aus Gold. Auch einen vollen Sack hatte er dabei, an welcher Stelle wohl die Lebkuchen für ihn stecken mochten. Aber der Nikolaus machte gar keine Anstalten, Lebkuchen aus dem Sack zu holen. Er schaute den Flori mit gerunzelter Stirn an, so streng wie er noch nie ausgesehen hatte.
"Warst du auch brav, Flori?"
"Ja", sagte Flori schnell, obwohl er natürlich genau wußte, daß das nicht ganz stimmte.
"So, so", brummte der Nikolaus, "brav warst du? Und immer recht ordentlich? Und du hast nie etwas verschlampt oder vertrödelt?"
O weh! Jetzt sagte der kleine Flori gar nichts mehr. Ob der Nikolaus doch etwas wußte? Floris Herz fing laut zu klopfen an
"Was meinst du wohl, was ich dir mitgebracht habe?" fragte der Nikolaus und griff nach seinem Sack.
"Ma-Ma-Mandellebkuchen", stotterte Flori.
Aber der Nikolaus schüttelte seinen Kopf.
"Für Mandellebkuchen war im Sack kein Platz mehr", sagte er, "weil ich doch so viele andere Dinge für dich einpacken mußte. Hier, dies zum Beispiel..." Und was holte er aus dem Sack? Die Fibel!
"Und dies..." Das Rechenbuch!
"Und das..." "Und das..." Die Tafel, Floris Pudelmütze, den linken Handschuh, die Bastelschere, drei Bleistifte, eine Schachtel Malkreide - eins nach dem anderen holte der Nikolaus hervor. Nur kein Paket Mandellebkuchen, nicht einmal ein einiges Stück!
"Also dann bis zum nächsten Jahr, kleiner Flori", meinte der Nikolaus freundlich. "Und wenn ich dann nicht soviel Trödelkram für dich mitbringen muß, hab' ich auch sicher Platz für Lebkuchen."
Und er stapfte wieder aus der Stube hinaus.
Ja, da stand er, der Flori, und hatte nichts, überhaupt nichts vom Nikolaus bekommen! Eigentlich ist das eine traurige Geschichte.
Aber zum Glück geht sie gut aus! Weil nämlich der heilige Nikolaus wirklich von Herzen gütig ist und weil sich der kleine Flori von diesem Tag an große Mühe gab und fast gar nichts mehr verschlampte, lag in der Woche vor Weihnachten auf einmal eine bunte Schachtel im Briefkasten. "An den kleinen Flori" stand darauf.
Ihr könnt euch vielleicht schon denken, was sie enthielt! In der Schachtel waren die guten Mandellebkuchen, wie sie nur der Nikolaus hat!
Irina Kurschunow
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Draußen ist es bitter kalt,
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Von drinn`vom Kaufhaus komm ich her,
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Überall auf den Dekorationen,
sah ich deftige Preise thronen;
und ringsum, an den klingenden Kassen,
drängelten und schubsten sich die Massen
und wie ich so auf der Rolltreppe stand,
da packt mich auf einmal von hinten `ne Hand.
"Ruprecht Knecht" rief der Boss, "alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Jetzt wird es höchste Eisenbahn!
Die Geldbörsen sind aufgetan,
doch die Menschen sollten nun
für die Gabentische noch mehr tun;
Drum schick sie zur Hausbank, dort gibt`s Kredite;
Das ist für`n Umsatz die ganze Miete!"
Ich sprach:"Na gut Boss, das läßt sich machen.
Wie ich seh`gibt`s ja noch reichlich Sachen.
Ich wollte nur gerade mal schnell aufs Klo,
bei Streß geht mir das immer so."
"Hast denn das Säcklein auch bei dir?"
Ich sprach:"Natürlich, das ist doch hier,
denn Computerspiele und Video
machen die dümmsten Kinder froh!"
"Hast denn die Rute auch bei dir?"
Ich sprach:" Die Rute, die ist hier,
doch nur für Leut`die nicht parieren,
die bring ich so zum Konsumieren."
Der Boss sprach froh:"So ist es recht!
Mach weiter Umsatz, treuer Knecht!"
Von drinn`vom Kaufhaus komm ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie steht`s hier mit den Gaben?
Möcht`vielleicht noch wer was haben?
verfasser unbekannt
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Ein alter Mann mit weißem Haar,
verbringt Advent auch dieses Jahr
voll Hoffnung auf die Weihnachtszeit
und seine Kinder, die sooo weit.
In seiner stillen, alten Klause
hofft er auf Trubel dann zu Hause
hofft auf Enkel, Tochter, Sohn,
die nun seit vielen Jahren schon


Es rauscht der Wind im Winterwalde
durch die kühle graue Flur
und ein Jeder hofft, schon balde
find er St. Niklolauses Spur.
*
Ach,wann wird er endlich kommen,
dieser heiß ersehnte Gast?
Kinder blicken teils benommen
von Baum zu Baum, von Ast zu Ast.
*
In den Blicken heißes Sehnen,
Fragen, was wird dann geschehn?
Und mancher tut schon mal erwähnen,
"Ich hab St. Nikolaus gesehn".
*
Langsam neigt der Tag sich nieder,
die Winternacht, sie steigt herauf,
als ein leises Raunen wieder,
stoppt der Kinder frommen Lauf.
*
Da aus dunstigem Gefilde
steigt wie eine Nebelnacht,
ein stilles schattiges Gebilde,
und die Dämmerung ist erwacht.
*
Kinderblicke werden helle
die Gesichter sind verzückt,
als Nikolaus an der Tagesschwelle
tritt in ihren Sehnsuchtsblick.
*
Du guter alter Nikolaus,
du Freund der Kinder nah und fern,
leer deinen Sack heut bei uns aus,
wir alle haben dich so gern.
verfasser unbekannt
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Ins Fenstereck, im Mondenschein,
stellte ich den Schuh hinein.
Nikolaus, vergiß ihn nicht!
Tu hinein, was mir gebricht:
Nüß`und Äpfel und süßen Kram,
daß ich mich herzlich freuen kann!
verfasser unbekannt
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Nikolaus sei unser Gast
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Ein ganz kleiner Nikolaus,
der ging in ein Haus.
Da leerte er seine Säckchen aus
und ging wieder aus dem Haus heraus.
Aus Frankfurt
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Lieber, lieber Nikolaus
komm herein zu mir.
Ich pack`dich bei der Zipfelkapp`
und werf` dich vor die Tür.
Aus Nürnberg
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Wenn die Glocke sieben schlägt,
kommt der Nikolaus angefegt.
Mit dem großen Besenstiel,
haut die Kinder gar zu viel.
Volksgut
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Nikolaus, sei unser Gast,
wenn du was im Sacke hast.
Hast du was, so setz dich nieder!
Hast du nichts, so pack dich wieder!
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Nikolaus du guter Mann,
klopfst an alle Türen an.
Großen Leuten bringst du Schnaps,
kleine Kinder kriegen`n Klaps.
Aus Oldenburg
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Nikolaus, oh Nikolaus,
bist ein guter Mann.
Was du zu verbergen hast,
sind nur süße Gaben,
tust mit der Rute keiner
Fliege etwas an,
wenn du dich mir zeigst,
helf`ich dir beim Tragen.

Krampus, Pampus, Schwarzgesicht
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Krampus, Pampus, Schwarzgesicht,
mich erschreckst du diesmal nicht,
denn ich war, will ich dir sagen,
nur an hundersechsehn tagen
mal ein bißchen ungezogen,
Krampus, das ist nicht gelogen!
Nächstes Jahr wird´s besser sein,
also steck die Rute ein!
Erika Wildgrube-Ulrici
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Draußen weht es bitterkalt
?
Draußen weht es bitter kalt,
wer kommt da durch den Winterwald?
Stipp - stapp - stipp - stapp und huckepack-
Knecht Rupprecht ist´s mit seinem Sack.
Was ist denn in dem Sack drin?
Äpfel, Mandeln und Rosin`
und schöne Zuckerrosen,
auch Pfeffernüß für`s gute Kind;
die anderen, die nicht artig sind,
klopft er auf die Hosen.
Martin Boelitz
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Wenn der Nikolaus “laust”
die Weihnachtsmaus, “maust.”
Draußen noch ein letzter
Vogel hungrig zwischert...
drum herum der Schnee,
kalt glitzert..
Dann “Menschlein” die
Menschen zur Weihnachtszeit,
machen herz und Geldbeutel
auf und weit.
Denken nach, ob sie
außer “Gaben”
auch sonst noch was
zu geben haben.
Fühlen Gefühle,
die man kaum kannte,
für fremde Kinder und
ungeliebte Verwandte.
Mit dem Bettler,
der bettelt -
man ein Kurzes
Gespräch anzettelt.
Dem Penner schenkt
man einen abgetrennten Schal,
der war sowieso nicht schön
zweite Wahl.
Leckere Plätzchen werden
schnell noch gebacken...
Man tut ja auch was für
die lieben Nachbarn
abzwacken.
Tierschutz wird auch ganz
groß nun gheschrieben...
Aber nur für die eigenen
und Kätzchen und Hündchen
die Lieben.
Gans und Ente
hat man ja nicht gekannt...
Darum werden die gut gewürzt
im Ofen verbrannt.
Die großen Karpfen, der
Gestern ist im Teich noch
geschwommen...
Den hat der Verkäufer schon
feinsäuberlich schon ausgenommen.
Trotz Umweltschutz muß
ein Tannenbaum ins Haus...
Zuerst macht man einen Christbaum,
dann Kaminfeuer daraus.
Andere Bäume holzt man ab,
für das viele Papier...
Dass man nun extra brauch...
Für Geschenke und karten
an die Freunde, dort und hier.
Kriegs- Spielzeug aus Asien
darf und maß es auch sein,
teilweise gefestigt von...
Und für die lieben Kinderlein.
“Brot für die Welt” steht
lieber auf dem eigenen Tisch...
Unzählige Sorten und natürlich
nur ofenfrisch!
So kann man nur freudig erwarten...
Die schön- besinnliche Weihnachtszeit
Das Fest, des Friedens und der Liebe,
ja, man macht “die Herzen weit”
Satire von Adelheid Keller

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Wir waren noch klein und plötzlich stand ein großer Mann
mit rotem Gewand vor unserer Tür, klopfte an.
Die Mutter ließ in gleich herein,
wir Kinder dachten, oh wie fein.
Doch dann der Mann zog raus ein großes Buch,
in dem stand - wer böse - wer gut.
Wir sahen auch die Rute stehen und dachten schon,
was wird da wohl geschehen?
Mein Bruderherz lag krank im Bett
und was geschah, war gar nicht nett.
Der Mann nun seine Rute nahm,
lief zu dem Bett, wo der Kranke lag.
Brüderchen wurde mit Hieben bestraft
und wir Schwestern haben heimlich gelacht.
Wir wurden gelobt und mit Geschenken erfreut.
Brüderchen weinte und hat alles bereut.
Doch eigentlich wäre es anders gewesen,
wenn der Nikolaus hätte richtig gelesen.
Drum Nikolaus, benutze bitte dein Okular,
damit Verwechslungen werden rar.
verfasser unbkenant
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Laßt uns froh und munter sein
und uns recht von Herzen freun!
Lustig, lustig traleralera,
heut ist der Nikolausabend da!
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Niklaus, komm in unser Haus,
pack die große Tasche aus!
Lustig, lustig traleralera...
*
Dann stell ich den Teller auf,
Niklaus legt gewiß was drauf
Lustig, lustig traleralera...
*
wenn ich schlaf, dann träume ich:
Jetzt bringt Niklaus was für mich!
Lustig, lustig traleralera...
*
Wenn ich aufgestanden bin,
lauf ich schnell zum Teller hin!
Lustig, lustig traleralera...
*
Niklaus ist ein guter Mann,
dem man nicht genug danken kann!
Lustig, lustig traleralera...
aus der Steiermark verfasser unbekannt
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Du lieber, guter Nikolaus,
du siehst sehr müd und traurig aus!
Schleppst jedes Jahr den schweren Sack,
mit schönen Dingen vollgepackt.
Und doch: NIE reicht`s für ALLE aus,
dunkel bleibt so manches Haus.
Wir haben drüber nachgedacht,
das hat uns die Idee gebracht:
WIR helfen dir, du guter Mann,
und tun, was DU stets UNS getan!
Wir haben doch so viele Sachen
und wollen damit Freude machen;
wir schenken denen all die Gaben,
die nicht soviel zum Spielen haben.
Kein Kind soll ohne Freude sein,
dann kehrt erst richtig WEIHNACHT ein!
Christine Rettl
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Nikolaustag.....
Nikolaus ist auf die Erde gekommen.
Er trifft Fritzchen und fragt ihn:
"Was wünscht du dir zu Weihnachten?"
Fritzchen sagt: "Das sag ich nicht!"
"Ich weiß es aber trotzdem.", antwortet der Nikolaus,
"Du wünscht Dir ein Feuerwehrauto!"
Fritzchen ist ganz erstaunt und fragt:
"Woher weißt du denn das?"
Nikolaus reibt Fritzchen die Nase zwischen Daumen und Zeigefinger und sagt:
"Das hab ich an deiner Nasenspitze gesehen.
Ich weiß auch das du dir noch ein Fahrrad wünscht!"
Fritzchen wieder ganz erstaunt: "Woher weißt du das?"
Nikolaus reibt wieder Fritzchens Nase zwischen Daumen und Zeigefinger und sagt:
"Ich weiß auch Deinen größten Wunsch: eine Eisenbahn!"
Fritzchen ist schon ganz aus dem Häuschen und fragt wieder
"Woher weißt du das?"
Nikolaus reibt wieder die Nase zwischen Daumen
und Zeigefinger und sagt:
"Das hab ich an deiner Nasenspitze gesehn."
Da sagt Fritzchen:
"Gell Nikolaus, die Engel haben im Himmel keine Höschen an!"
Diesmal ist der Nikolaus ganz erstaunt:
"Woher weißt Du das, hast du es auch an meiner Nasenspitze gesehn?"
Da antwortet Fritzchen:
"Nein, ich habs an Deinen Fingern gerochen!!"
verfasser unbekannt
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Das verflossene Blut und die Hoffnung auf Frieden
Am 4.November 1995 wurde der israelische Ministerpräsident Itzhak Rabin in Tel Aviv erschossen. ehemalige General hatte als Politiker ein Abkommen mit den Palästinensischen Arabern geschlossen. Zum ersten Mal seit fast 50 Jahren hofften die Menschen in Israel auf Frieden.
Am Abend des 4.November hatten sich über hunderttausend Menschen zu einer Kundgebung für den Frieden versammelt. Zum Abschluss sangen sie gemeinsam „Shir Le Shalom“ das Friedenslied. Wenige Minuten später war Rabin tot. Ein Israeli, der gegen den Frieden war, hatte ihn erschossen. In Rabins Jackentasche fand man den gefalteten Zettel mit dem Text des Friedenliedes. Es war blutverschmiert.
Bei der Trauerfeier wenige Tage später wurde das Lied wieder gesungen und vom Selben Zettel abgelesen. Alle konnten sehen, wie nah Blutvergießen und Hoffnung aufn Frieden nebeneinander liegen.
Die Hoffnung wird bleiben durch Menschen, die für den Frieden (ein) stehen....
Im Lied heißt es:
Lasst die Sonne aufgehen,
lasst den Morgen erstrahlen,
auch das innigste Gebet
wird uns nicht wieder lebendig machen.
*
Der, dessen Lebenslicht ausgelöscht wurde,
und der schon in der Erde ruht –
auch das bitterste Weinen
kann ihn nicht aufwecken und zurückbringen.
*
Niemand kann uns zurückholen
Aus der Dunkelheit der Tiefe.
Nichts kann helfen,
weder Siegesfreude noch Triumphgesang.
*
Blickt nach vorn mit Hoffnung,
aber nicht durchs Visier eines Gewehrs!
Singt das Lied der Liebe,
und nicht des Lied des Krieges!
*
Sagt nicht: Der Frieden wird eines Tages kommen –
Macht den heutigen Tag zum Friedenstag!
Es ist kein Traum, singt überall „Shalom“
Und feiert den Frieden!
*
Singt deshalb laut das Lied des Friedens
Beten ist nicht genug!
Das Beste ist, das Lied des Friedens
Voll Inbrunst zu singen...
Dies ist eine nicht autorisierte Übersetzung
Gefunden in einem alten Adventskalender
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Aus dem Fenster schaue ich raus,
suche nach dem Nikolaus!
Ist das seine Zipfelmütze?
Nein, das ist die Kirchturmspitze!
Sieht das wie sein Rucksack aus?
Nein es ist der Baum vor dem Haus!
Dort sein Bart so lang und weiß,
ist ein Zapfen ganz aus Eis!
Sieh doch nur die Stiefel an,
sie gehören dem Nachbarsmann!
Doch da winkt mir einer zu,
ja Nikolaus, das bist endlich du!
Vor langen, langen Jahren in einem Fremden Land,
lebte einst ein heiliger Bischof, Sankt Nikolas genannt.
Er war beliebt bei groß und klein,
denn alle wollte er erfreuen,
und noch vom Himmel steigt er nieder,
beschenkt die guten Kinder wieder.
Mit dem großen Rumpelsack,
auf dem Rücken huckepack,
zieht der liebe Nikolaus
durch die Stadt von Haus zu Haus.
Lehr uns an die Armen denken,
laß uns teilen und verschenken.
Zeig uns,wie man fröhlich gibt,
wie man hilft und wie man liebt.
Stapft mit Poltern und Geschnauf,
tausend Treppenstufen rauf.
Bringt den Kindern schöne Gaben,
daß sie ihre Freude haben.
Danke lieber Nikolaus,
komm her und ruh dich doch ein bisschen aus!
verfasser unbeknant
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Irischer Weihnachtssegen
Nicht, dass jedes Leid
dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg
stets Rosen trage,
keine bittere Träne
über deine Wangen komme
und kein Schmerz dich quäle -
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
Dass dankbar du allzeit bewahrst die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz
auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht
der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
Dass jede Gabe Gottes in dir wachse.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des Mensch
gewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.
Rafikis Zeichen
Ein Mann hatte zwei Söhne, Rafiki und Tambu. Alle drei wohnten sie in einer Hütte im Grasland. Eines Tages reif der Vater seine beiden Söhne und sagte „Meine Kinder, ihr seid nun alt genug, geht hinaus ins Grasland und seht euch in den Dörfern um. Hinterlässt Zeichen auf eurem Weg, und in einigen Tagen sollt ihr wiederkommen.
Tambu und Rafiki gehorchten dem Vater und gingen hinaus ins Grasland. Nach wenigen Schritten schon begann Tambu. Zeichen auf seinem Weg zu machen. Er knüpfte einen Knoten in ein hohes Grasbüschel,, den er ging, voll Zeichen.
Rafiki, der jüngere, aber und s lief neben dem Bruder her, guckte sich um und tat nichts. „Du knickst kein Knoten ins Gras, du knickst keine Zweige“, sagte Tambu zu ihm. „Warum soll ich das tun?“ fragte Rafiki.
„Der Vater hat es befohlen“, antwortete Tambu.“ Der Vater, hat nicht befohlen, Knoten ins Gras zu knüpfen und Zweige zu knicken“ sagte Rafiki und ging weiter. Nach einigen Zeit kamen sie beide an ein Dorf. Da saßen die Männer des Dorfes im großen Palaverhaus, wo sie sich versammeln, wenn sie miteinander plaudern wollen, und die Männer plauderten und aßen und tranken. Tambu ging herum und knüpfte Zeichen in das Gras und knickte Zweige. Rafiki aber lief sogleich zu den Männern, grüßte sie und erzählte ihnen, dass der Vater ihn und seinen Bruder Tambu ausgeschickt hatte, um sich im Grasland umzusehen. Den Männern gefiel der Junge, und sie luden ihn ein, bei ihnen zu sitzen und zu essen und zu trinken, und er durfte auch zuhören, was sie einander erzählten. Als der Mond aufging und alle müde wurden, luden sie Rafiki in eine der Hütten zum Schlafen ein.
Tambu, hatte viele Zeichen geknüpft und war sehr müde, und so kam es ihm gar nicht in den Sinn, einen Menschen anzusprechen. Müde hockte er sich an eine Hüttenwand und schlief ein.
Als er am Morgen erwachte, stand Rafiki neben ihm, gab ihm zu essen und sagte:“ Das haben mir die Dorfleute für dich gegeben, damit du nicht hungern musst. Iß und komm weiter, wir wollen uns noch ein paar Dörfer ansehen.“
Tambu dankte Rafiki und aß und ging mit ihm weiter. Und wie tags zuvor machte er Zeichen auf dem Weg, knüpfte Gras und knickte Zweige, und Rafiki lief neben ihm her, guckte sich um und tat nichts.
Sie kamen wieder an ein Dorf, und Rafiki ging zu einem Jungen hin, der bei der ersten Hütte saß, und fing an, mit ihm zu reden. Der Jung führte Rafiki in die Hütte seiner Eltern, und die freuten sich über den Besuch und fragten ihn aus, was es Neues gäbe. Da erzählte Rafiki, er hätte eine Regenwolke gesehen, und von den Tieren erzählte er, denen er im Grasland begegnet war. Und von seinem Vater erzählte er auch, und von seinem Bruder.
Die Leute im Dorf gaben Rafiki zu essen und zu trinken, und er schlief in der Hütte der Eltern des Jungen, dem er zuerst begegnet war. Als Rafiki am nächsten Morgen weiterzog, winkten ihm alle nach und riefen:“ Du bist ein lieber Junge! Grüß deinen Vater und komm bald wieder!“
Tambu knüpfte und knickte auch an diesem Tag, den sie durchs Grasland gingen, Grasbüschel und Zweige als Zeichen auf dem Weg. Rafiki lief wieder neben ihm her und tat nichts. Es war sehr heiß. Wieder kamen sie an ein Dorf. Da stand ein Mädchen mit einem Wasserkrug und rief den beiden Jungen zu:“ Kommt her und trinkt, es ist heiß!“
Rafiki kam gelaufen und lachte zum Dank. Tambu aber hörte das Mädchen nicht rufen, weil er eben ein Grasbüschel knüpfte. Und als er endlich an den Dorfrand kam, da waren das Mädchen und Rafiki schon ins Dorf zu den Leuten gegangen.
Tambu legte sich müde in den Schatten einer Hütte. Er redete mit niemand und schlief vor Müdigkeit und Hunger ein.
Rafiki feierte an diesem Abend ein Fest mit, das in dem Dorf gegeben wurde. Sie aßen und tranken und tanzten und erzählten einander Geschichten. Rafiki saß neben dem Mädchen und erzählte von seinem Vater und dem Weg durchs Grasland.
Die Eltern des Mädchens sagten zu einander:“ Das ist ein freundlicher, kluger Bursche, das wäre ein guter Mann für unser Mädchen!“ Und als Rafiki am anderen Morgen weiterzog und sich auf den Heimweg machte, schenkten sie dem Jungen eine Ziege und baten ihn, bald wieder zu Besuch zu kommen.
Als Rafiki und Tambu heimkamen, stand der Vater vor der Hütte und fragte:“ Wie es euch ergangen?“ Da gab Rafiki dem Vater die Ziege, und Tambu erzählte von seinen Grasbüscheln und geknickten Zweigen.
„Ich habe Zeichen auf dem Weg gemacht, wie du befohlen hast“, sagte er. “Wenn du hinausgehst, kannst du sie sehen.“
„Ich werde mir auch Rafikis Zeichen ansehen“, sagte der Vater.
„Rafiki hat keine Zeichen hinterlassen!“ rief Tambu. „Er ist nur gelaufen und hat geguckt!“
„Wir werden gehen und sehen“, antwortete der Vater. „Kommt mit!“
So gingen der Mann und seine beiden Söhne in das Grasland hinaus, und bei jedem Grasbüschelknopf und jedem geknickten Zweig schrie Tambu:“ Schau, Vater, ein Zeichen! Ich habe auch dieses Zeichen am Weg hinterlassen! Und Rafiki hat gar nichts gemacht!“
Da lächelte der Vater und ging weiter, und die Söhne folgten ihm. Als sie in das erste Dorf kamen, saßen die Männer im Palaverhaus und riefen:“ Da kommt ja der lustige Junge, der schon hier war! Und er hat seinen Vater mitgebracht, herzlich willkommen!“
Und da mussten sich Rafiki und der Vater zu den Männern setzen, und diesmal durfte Tambu dabei sein. Und die Männer sagten zu dem Vater:“ Du hast einen guten Sohn, er hat sich gut umgesehen im Grasland und eine Regenwolke gesehen und Tiere, und Geschichten weiß er auch!“
Am anderen Tag gingen sie weiter, und auch im weiten Dorf kannten alle Rafiki und hießen ihn mit seinem Vater willkommen und lobten ihn, und sie bekamen zu essen und zu trinken, und auch Tambu bekam etwas ab.
Im dritten Dorf war es genauso. Das Mädchen mit dem Wasserkrug war auch wieder da und bot dem Vater zu trinken an und guckte nach Rafiki, und der guckte zurück und lachte. Und die Eltern des Mädchens brieten eine Ziege und luden den Mann und seinen Sohn zum Essen ein.
„Ich verstehe nicht, warum keiner mich kennt“, sagte Tambu. „Alle sind zu Rafiki freundlich, und er hat nichts getan als geguckt – kein einziges Grasbüschelzeichen hat er geknüpft! Ich war dir gehorsam, Vater, ich habe auf dem Weg Zeichen hinterlassen, so viele ich konnte – aber Rafiki, der kein einziges Zeichen geknüpft hat, wird von allen gekannt und geehrt.“
Da sagte der Vater:“ Es gibt auch noch andere Zeichen als Grasbüschel, mein Kind. Das sind Zeichen, die ein Mensch in den Herzen anderer Menschen hinterlässt, wenn er zu ihnen geht und mit ihnen spricht und ihnen seine Freundschaft zeigt. Solche Zeichen hat Rafiki auf seinem Weg hinterlassen, und darum haben die Leute ihn wiedererkannt und freuen sich, wenn er kommt – solche Zeichen in den Herzen der Menschen bleiben, wenn die Grasbüschelzeichen längst von Tier gefressen oder vom Wind weggetragenen sind!“
Märchen aus Afrika von Friedl Hofbauer
Aus einem alten Adventskalender
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Gedanken übers Weihnachtsfest
Advent, Advent
Ein Lichtlein brennt.
Es ist so weit
die Weihnachtszeit
Gutsle backen,
Nüsse knacken.
Schnell noch Geschenke kaufen
Nach dem Christbaum laufen
und immer wieder, immer wieder,
singen die schönen Weihnachtslieder
Der Weihnachtstag:
Die Gans brutzelt schon eine Weile im Ofen
sie wird wohl geraten, wollen wir hoffen.
Das Christbaum-Schmücken ist jetzt dran,
mit bunten Kugeln fangen wir an.
Oben eine schöne Spitze und Glöckchen dazu,
jetzt noch Lametta, so sind wir fertig im Nu.
Am Schluss noch echte Kerzen
es wird uns warm um die Herzen.
Onkel Fritz ist schon da, hab ihn schon lang nicht mehr gesehn,
mit der Tante Emmi, ach ist das schön.
Gekommen ist auch mein Bäsle,
mit ihrem kessen Näsle.
Unsere Tochter hat ihren Freund mitgebracht,
ich mag ihn, weil er immer so nett lacht.
Der große Sohn hat unsere Enkel dabei,
auf die ich mich immer besonders freu.
Weil Weihnachten ein Fest der Liebe ist,
sitzen wir wieder einmal alle um den Tisch.
So, jetzt ist's soweit, der Tisch gedeckt im Nu,
zur Gans gibt's Knödl und Rotkraut dazu.
Für die Kinder einen Saft, für die Großen einen Wein,
auf setzt Euch hin und schenket schon ein.
Der Vater ist gut aufgelegt,
die Kinder schon ganz aufgeregt.
Und jetzt hat's Christkindle gebimmelt,
und alles in die Wohnstube wimmelt.
Der Baum strahlt, die Kerzen brennen hell und rein,
so muss es am Weihnachtsabend sein.
Unterm Baum ist es voll von Geschenken,
Was ist wohl drin? Die Kinder denken.
So jetzt gebet Acht
Wir singen "Stille Nacht".
Seid still die Mutter liest die Weihnachtsgeschichte vor
von den Hirten und den Heil'gen drei Königen mit dem Mohr,
vom Josef, der Maria und dem Christuskind
wie's passiert ist, dass sie in den Stall kommen sind.
Auch von den Tieren und den Engeln hören die Kinder gern
und wie sie alle hergefunden haben durch den Stern.
Und jetzt kommt für die Kinder das Wichtigste dran,
das Geschenke verteilen, packen wir's an.
Jeder hat geguckt was das Christkindle hat gebracht
für ihn und die andern in der Heiligen Nacht.
Jetzt sind alle zufrieden und froh
so ist es richtig, es gehört sich so.
Und so wünsch ich's Euch Allen am Weihnachtstag
nach der langen Vorbereitungs-Plag.
Ein schönes Fest mit Frieden und Glück
Auf das man immer blickt mit Freude zurück.
Heidi Gotti
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Wenn du zum Tor des Lebens gelangen willst,
muß du aufbrechen,
einen Weg suchen,
der auf keiner Karte verzeichnet
und in keinem Buch beschrieben ist.
Dein Fuß wird an Steine stoßen,
die Sonne wird brennen
und dich durstig machen,
deine Beine werden schwer werden.
Die Last der Jahre wird dich niederdrücken.
Aber irgendwann wirst du beginnen,
diesen Weg zu lieben,
weil du erkennst,dass es dein Weg ist.
Du wirst straucheln und fallen,
aber die Kraft haben, wieder aufzustehen.
Du wirst Umwege und Irrwege gehen,
aber dem Ziel näher kommen.
Alles kommt darauf an,´
den ersten Schritt zu wagen.
Denn:"Mit dem ersten Schritt,
gehst du durch das Tor"...


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Schlicht und einfach ist der Engel.
Hält für mich das Licht bereit.
Leuchte auch den anderen Menschen,
die voll Leid sind und so weit.
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Nimm die Trauer aus dem Herzen.
Mindere ihre große Qual.
Engel sind des Menschen Helfer.
Begleiten sie im Jammertag.
*
Schick noch viele Engelwesen
Auf die Erde, sei so gut.
Daß sie wieder lachen können
Und gib ihnen wieder Mut.
Christine Wolny
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Das Engelskind Anna...
Es war wieder einmal Weihnachten auf der Erde.
Der Weihnachtsmann lud alle Geschenke für die Menschenkinder auf seinen
großen Schlitten. Der Schlitten sah sehr prächtig aus und er wurde von sieben
Rentieren gezogen.
Neben den Geschenkpaketen saßen sieben Engel, die dem Weihnachtsmann helfen
sollten, die Geschenke zu verteilen. Im Himmel gab es ja ganze Scharen von
Engeln, aber nur sieben Engel wurden für diese Heilige Nacht ausgewählt. In
diesem Jahr war nun also die Wahl auch auf das Engelskind Anna gefallen.
Schon tagelang vorher war sie aufgeregt und sie träumte jede Nacht von der
Fahrt mit dem herrlichen Rentierschlitten. Dann am Heiligen Abend war es
endlich soweit.
Die Rentiere hatten vor lauter Aufregung rote Nasen, und die Engel hatten
ihre goldenen Flügel solange geputzt, daß sie jetzt im Sternenlicht wunderbar
funkelten und blinkten.
Hey, was machte das für einen großen Spaß mit dem Geschenkeschlitten
durch den Himmel zu fliegen!
Der Weihnachtsmann drehte sich zu seinen Engeln um, lächelte Anna
freundlich an und blinzelte dabei mit den Augen, als ob er ihr etwas sagen
wollte.
Im nächsten Moment ging ein Ruck durch den Schlitten: eines der Rentiere
hatte einen Schluckauf bekommen.
Ein Rentier mit Schluckauf? Der Weihnachtsmann fing laut zu lachen an, und
auch die Engel stimmten in das Lachen ein; das klang dann so, als würden
Glocken klingen.
Da aber passierte es: eines der Pakete geriet in's Rutschen und als Anna
danach greifen wollte, fiel auch sie vom Schlitten herunter.
Schnell bewegte sie ihre Flügel, und sie schaffte es auch noch, das Paket
aufzufangen.
Als sie sich dann umschaute war der Schlitten schon weit davongefahren.
Unter sich sah Anna aber schon die Häuser der Menschen.
Und so landete sie erst einmal ganz sanft und leise auf der Erde.
Sie stand ganz verloren zwischen den Menschen. Das Paket in ihren Händen
drückte sie fest an sich, so als könnte sie sich daran festhalten.
Aber warum blieben die Menschen stehen?
Manche schauten sie verwundert an, als könnten sie nicht glauben,
was sie dort sahen.
Wieder andere lachten Anna einfach nur aus!
Warum nur? Anna sah doch genauso aus wie ein Menschenkind.
Bis auf die goldenen Flügel; so etwas hatten die Menschen noch nie gesehen!
Anna schaute verlegen auf den Boden und wünschte sich ganz fest, daß ihre
Flügel unsichtbar wären.
Und mit einem mal gingen die Menschen achtlos an ihr vorbei, denn ihr
Wunsch war in Erfüllung gegangen.
Der Schlitten mit dem Weihnachtsmann würde erst in einem Jahr wieder zur
Erde kommen. Solange mußte Anna erst einmal bei den Menschen leben. Es
fiel ihr nicht leicht, aber es gab sehr nette Menschen, die ihr halfen. Sie lernte
aber auch, daß es Kriege zwischen den Menschen gab; und auch Haß, Neid,
Hunger und Kälte.
Ganz schlimm war es, wenn Anna traurige Menschen sah. Dann wurde auch
sie traurig. Zuhause bei den anderen Engeln gab es so etwas nicht. Alle Engel
waren immer freundlich und nett, und es gab niemals Streit.
Engel kennen deshalb auch keine Tränen, aber weil Anna bei den Menschen
lebte, und sie manchmal sehr traurig war, geschah es eines Tages :
Anna weinte!
Ein junger Mann sah ihre Tränen und er nahm Anna in seine Arme.
Er gab ihr soviel Wärme und Geborgenheit, daß die Tränen bald trockneten,
und nach einer kleinen Weile schenkte Anna ihm ein himmlisches Lächeln
als Dank.
Da wurde auch der junge Mann glücklich und froh.
Sie wurden Mann und Frau, und lebten glücklich miteinander.
Es war aber fast ein Jahr vergangen und die Weihnachtszeit kam wieder
heran.
Der Weihnachtsmann würde mit seinem Schlitten zur Erde kommen und
Anna würde wieder zu den anderen Engeln in den Himmel zurückkehren.
Sie hatte aber ihren Mann sehr lieb gewonnen und wollte ihn nicht verlassen.
So schrieb sie eines Tages wie die anderen Menschenkinder einen Brief
an den Weihnachtsmann.
" Lieber Weihnachtsmann!
Das Leben hier auf der Erde ist nicht immer so schön
wie bei deinen Engeln im Himmel.
Aber ich habe einen lieben Mann und Freunde, die alle traurig wären,
wenn ich von hier fort müßte.
Es gibt auch noch so viele traurige Augen,
in die ich ein Lächeln zaubern möchte,
so viele traurige Herzen, die ich fröhlich machen möchte...
Ich kann hier einfach nicht weggehen, kannst Du das verstehen?
Dein Engelskind Anna
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:
" Mein lieber Engel Anna!
Seit langer, langer Zeit schon komme ich mit meinem Schlitten zur
Weihnachtszeit zu den Menschen auf die Erde.
Und jedesmal ist ein kleiner Engel vom Schlitten gefallen...
Die Menschen brauchen diese Engel.
Ohne sie wäre das Leben auf der Welt noch ein bißchen kälter,
noch ein bißchen trauriger.
Bleib' bei den Menschen, Anna, sie brauchen Dich!
Wie lange Du noch bleiben kannst, kann auch ich Dir nicht sagen.
Irgendwann wirst auch Du gehen müssen, wie alle anderen Menschen auch.
Aber ich verspreche Dir, daß ich dann einen anderen Engel
zur Erde schicken werde,
damit Dein Mann und Deine Freunde nicht allzu traurig werden.
Und denke immer daran: vielleicht ist ein Mensch, der Dir begegnet,
auch ein Engel.
Ein Engel mit unsichtbaren Flügeln.
.

Ein Engel namens Alexander geriet, um ein Stück Regenbogen,
mit zwei Kollegen aneinander, sie zankten, daß die Federn flogen.
Sankt Nikolaus kam angesprungen, erschrocken über das Geschrei,
und seine Rute hochgeschwungen, beendete die Rauferei.
Die armen, kleinen Missetäter erhielten ab sofort Arrest,
wo sie der Heilige Sankt Peter zur Strafe Sterne putzen läßt.
Wenn um die Weihnachtszeit die Glocken den Frieden in der Welt verkünden,
sieht man drei Englein droben hocken, die schämen sich für ihre Sünden.
Die gut, himmlische Methode wär auch auf Erden recht von Nutzen,
wir würden, käme es in Mode, wohl alle emsig Sterne putzen.
Elisabeth Finke


Seid jeher begleiten die Engel den Menschen.Es gab einst eine Zeit, da arbeiteten Menschen, Engel und Naturgeister Hand in Hand,im Sinne der vollkommenen Liebe zur Schöpfung und Schönheit. Doch dann verschloss sich das Herz der Menschen. Er verstrickte sich mehr und mehr in die Welt der Materie, Dinge wurden für ihn wichtiger als Gefühle.Die Engel existierten schließlich nur noch in Form nebelhafter Gedanken. Doch wurden zu allen Zeiten Erinnerungen an sie aufrechterhalten. Künstler verewigten sie. Am Übergang vom Leben in den Tod wachen sie aus Stein gemeißelt. In Gedichten und in der Musik wurde der "Klang" der Engel festgehalten. Die Bibel und viele Weisheitsbücher dieser Welt verweisen auf ihre erhabene Gegenwart. Auch gibt es ganz persöhnliche Erfahrungen mit der Gegenwart der Engel. Immer mehr Menschen sind nun wieder bereit, Zeugnis von ihren Erlebnissen mit Engel abzugeben. Meistens stehen Himmelsboten den Menschen in Grenzsituationen zur Seite, denn da erinnert sich ein Mensch an seine letzte Rettung, die göttliche Gegenwart und erbittet Gottes Hilfe.
Viele Namen der himmlischen Helfer sind in Vergessenheit geraten. Manche Namen wurden verwechselt oder sind verändert worden. Auf das Wirken der himmlischen Helfer hat das jedoch keine Auswirkungen. Mit Hilfe der Lichten Engel können die göttlichen Eigenschaften im Menschen wieder zum Schweigen gebracht werden.
Für jede Form des Lebens und des Ausdrucks gibt es Scharen von Engeln. Es gibt Engel der Freude, der Liebe, der Kraft, der Gelassenheit, Engel des Vertrauens, der Entscheidung, der Geduld, der Vergebung, der Heilung, der Blumen, der Luft, der Erde, Engel der Zuversicht, des Friedens, Trostes, Inspiration, Farben, des Regenbogens, Klänge, Feuer usw.
Bitte den Engel, der dir in deiner gegenwärtigen Situation helfen kann, in dein Leben. Das einzige was ein Engel braucht, ist dein klarer, zielgerichteter Gedanke mit einer Einladung an ihn.
Die Lichten Engel sind immer bei dir. Immer und ausnahmslos. Sie warten geduldig auf eine Einladung. Sie respektieren deinen freien Willen. Habe Geduld, wenn du nicht sofort eine Reaktion verspürst. Samen, die gesät werden, benötigen Zeit um zu wachsen. Wenn du diese Lichtvollen Engel anrufst, werden sie dir zur Seite stehen. Sie helfen dir Hindernisse und Blockaden aufzulösen, bzw. umzuwandeln. Trotz der äußeren Belastenden Umstände bleibst du in einem heiteren und gelassenen Gefühl. Es ist deine Aufgabe, die Schritte zu unternehmen, die gegangen werden müßen, doch die Engel können uns hilfreich unterstützen auf eine liebevolle und sanfte Art und Weise.

Du kannst es spüren,
wie sie dich berühren.
Ganz sanft und leise,
auf so wundervolle Weise.
So warm und weich,
ist die Berührung aus dem Engelreich.
In die Stille musst du lauschen,
hören wie die Flügel rauschen.
Und lass den Duft von tausend Rosen,
all deine Sinne liebkosen.
Voller Liebe und Leichtigkeit,
lichtet sich dann der Schleier der Dunkelheit.
Dann, ganz plötzlich, fängst du an zu schweben.
Und dem Licht entgegen zu streben.
Samira


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Gebrochener Flügel
*
Manchmal kommen Engel auf diese Welt,
sie sind voller Liebe für alle Menschen.
Sie fliegen durch die kalte Welt
und hier und da berühren sie mit ihren Flügeln einen Menschen.
Menschen die traurig - einsam und verzweifelt sind.
Jede Berührung nimmt ihnen ein Stück ihrer Kraft,
manchmal werden die Flügel auch verletzt
und dennoch tun sie es immer wieder,
aus unendlicher Liebe.
Engel werden nicht geliebt,
denn sie sind nicht zum lieben da.
Nur zu leiden, sie leiden an der Lieblosigkeit
die ihnen entgegen kommt,
aber sie geben niemals auf.
Nur manchmal verschwinden sie für eine Weile,
denn die Flügel müßen heilen, sie müßen neu wachsen,
neue Kraft sammeln, aber sie geben niemals auf,
denn ihr Auftrag ist es den Menschen
die Liebe - Hoffnung - das Vertrauen zu zeigen.
Irgendwann geht ein Engel in den Himmel zurück
und dort wird er finden,
was er sich so sehnlichst wünscht.
"Liebe"
verfasser unbekannt
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"Es war einmal vor langer Zeit kurz vor Weihnachten, als der Nikolaus
sich auf den Weg zu seiner alljährlichen Reise machen wollte, aber nur
auf Probleme stieß: Vier seiner Elfen feierten krank, und die
Aushilfs-Elfen kamen mit der Spielzeug-Produktion nicht nach. Der
Nikolaus begann schon den Druck zu spüren, den er haben würde, wenn er
aus dem Zeitplan geraten sollte. Dann erzählte ihm seine Frau, dass Ihre
Mutter sich zu einem Besuch angekündigt hatte ,die Schwiegermutter hat
dem armen Nikolaus gerade noch gefehlt! Als er nach draußen ging, um die
Rentiere aufzuzäumen, bemerkte er, dass drei von ihnen hoch schwanger
waren und sich zwei weitere aus dem Staub gemacht hatten, der Himmel
weiß wo hin. Welch Katastrophe! Dann begann er damit, den Schlitten zu
beladen, doch eines der Bretter brach und der Spielzeugsack fiel so zu
Boden, dass das meiste Spielzeug zerkratzt wurde - Shit! So frustriert,
ging der Nikolaus ins Haus, um sich eine Tasse mit heißem Tee und einem
Schuss Rum zu machen, jedoch musste er feststellen, dass die Elfen den
ganzen Rum verschenkt hatten - is ja mal wieder typisch! In seiner Wut
glitt ihm auch noch die Tasse aus den Händen und zersprang in tausend
kleine Stücke über den ganzen Küchenboden verteilt. Jetzt gabs natürlich
Ärger mit seiner Frau. Als er dann auch noch feststellen musste, dass
Mäuse seinen Weihnachts-Stollen angeknabbert hatten, wollte er vor Wut
fast platzen. Da klingelte es an der Tür. Er öffnete und da stand ein
kleiner Engel mit einem riesigen Weihnachtsbaum.
Der Engel sagte sehr zurückhaltend: 'Frohe Weihnachten, Nikolaus, ist es
nicht ein schöner Tag? Ich habe da einen schönen Tannenbaum für dich. Wo
soll ich den jetzt hinstecken?'
Und so hat die Tradition von dem kleinen Engel auf der Christbaumspitze
begonnen."
(Verfasser unbekannt)
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Der kleine Engel Benedikt....
Benedikt, der kleine Engel mit den roten Pausbäckchen war überglücklich. Dieses Jahr war er doch tatsächlich von der Himmelskommission, aus der Schar der Engel, für eine heißbegehrte Aufgabe ausgewählt worden, nämlich am Heiligen Abend dem Weihnachtsmann beim Verteilen der Geschenke zu helfen. Wirklich, überglücklich war er. Schon seit Wochen wurde in der Himmelswerkstatt über nichts anderes gesprochen als darüber, wer am 24. Dezember mit auf die Erde dürfte. Dem Weihnachtsmann zu helfen war etwas Tolles, etwas ganz Besonderes.
Schon die Fahrt mit dem Schlitten und den Rentieren davor - allen voran Rudolf - war ein außergewöhnliches Erlebnis. Klar war leider auch, daß viele kleine Engel gebraucht wurden um die Himmelswerkstatt wieder aufzuräumen, das Chaos zu beseitigen, das durch die Arbeiten für Weihnachten in den Werkstätten und in der Bäckerei entstanden war. Es mußten ja auch die Wolkenbetten aufgeschüttelt und die Sterne blank geputzt werden und viele Arbeiten mehr standen an. All die nicht immer geliebten Arbeiten, die aber irgendwann gemacht werden mußten.
Alle Kinder wissen, wovon hier die Rede ist. Und darum träumten alle Engel davon, einmal als Helfer des Weihnachtsmannes mit auf die Erde zu dürfen.
Benedikt hatte es also geschafft, dieses Mal war er ausgesucht worden. Sein Glück war für ihn unfaßbar. Wo er doch dieses Jahr sehr oft bei der Weihnachtsbäckerei ermahnt worden war nicht so viel vom Teig und den Plätzchen zu naschen. Es war nicht so, daß der aufsichtsführende Engel es ihm nicht gönnte, jedoch waren die Wangen unseres kleinen Benedikts schon ganz schön gerundet und das Bäuchlein wurde auch ein wenig kugelig. Man kann sagen, Engel Benedikt war ganz groß darin, Sätze wie "Benedikt, gleich kriegst Du Bauchweh!" zu überhören. Und die Rangelei mit seinem Freund, dem Engel Elias, weil dieser ihn "Mopsi" genannt hatte, hatte er auch in die hinterste Schublade seines Denkens gepackt. All zu viele Ermahnungen bedeuten nichts Gutes, bedeuteten letzten Endes das Verbot einer Lieblingsbeschäftigung, meistens für eine ganz schön lange Zeit. Na, da hatte man wohl dieses Jahr ein Auge - wenn nicht sogar zwei - zugedrückt!
Pünktlich am 24. Dezember stand der Schlitten mit den Rentieren, die mit den Hufen scharrten, vor dem Himmelstor. Viele Engel hatten sich versammelt, um ihnen nachzuwinken. Der Weihnachtsmann ließ die Peitsche knallen und mit lautem Schlittenglockengeläut ging es auf einem extrabreiten, glitzernden und glänzenden Mondstrahl hinunter auf die Erde. Rudolf versuchte sich in ein paar Extrasprüngen - er hatte wohl zu lange im Stall gestanden - was den Schlitten kurzfristig auf einen "Zick-Zack- Kurs" brachte. Engel Benedikt fand das toll. Es würde ein langer Abend werden mit vielen Arbeitsstunden und so hatte der Weihnachtsbäckerei-Engel Engel Benedikt, die goldene Himmelsnaschdose voller köstlicher Leckereien, wie Marzipan- Kartoffeln, Schokoladenlebkuchen, Zimtsterne, Butterspekulatius zur Stärkung mitgegeben und beim Füllen hineingetan, was Engel Benedikt am liebsten mochte. Selig drückte er sie nun mit seinen dicken Patschhänden an sein Bäuchlein und kuschelte sich höchst zufrieden ein wenig an den Weihnachtsmann, um sich im nächsten Moment wieder kerzengerade aufzusetzen; schließlich war er als "Weihnachtsmann - Helfer - Engel" schon beinahe ein großer Engel! Auf der Erde sah es so schön aus. Es schneite sacht - die dafür zuständigen Engel hatten wohl doch noch ein paar Tonnen voller Schnee im äußersten Winkel des Himmelsgefrierraumes gefunden. Der Schnee knirschte leise beim Betreten der Wege. Sanft leuchtete das Licht aus den Häusern und ließ den Schnee auf Straßen, Häusern und Bäumen glitzern. Kirchenglocken läuteten und verbreiteten eine festliche Stimmung. Sogar der Wind hatte sein ansonsten stürmisches Temperament gezügelt und war kaum spürbar. Engel Benedikt vermutete, er war auf dem Weg, sich zur Ruhe zu legen.
Schon viele Stunden waren der Weihnachtsmann und sein kleiner Helfer unterwegs. Die Freude der Kinder, ihre glänzenden Augen, die friedliche Stimmung von alten und jungen Menschen, der milde Glanz der Kerzen aus den Wohnstubenfenstern hatte ihnen immer wieder neue Kraft gegeben. Jetzt hatten sie nur noch ein einziges nicht allzu großes Geschenk zu einer Wohnung im letzen Wohnblock einer Straße zu bringen.
Schon ein bißchen ermüdet gingen der Weihnachtsmann und Engel Benedikt am Fenster dieser Wohnung vorbei. Das Fenster war einen Spalt zum Lüften geöffnet worden. Engel Benedikt sah in das Wohnzimmer. Der Weihnachtsmann und er sahen ein Ehepaar mit einem kleinem etwa sieben Jahre alten Jungen. Der Junge sah sehr dünn und blaß aus und beide Eltern stützten ihn liebevoll, als sie vom Eßtisch zum Sofa gingen. Gerade beugte sich die Mutter über ihn und sagte: " Was für ein Glück für uns, daß Du doch schon zu Weihnachten wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konntest!" "Ja Mama" sagte der Junge, "das ist für mich das schönste Geschenk, mehr brauche ich eigentlich gar nicht." "Na, so ganz wird der Weihnachtsmann dich wohl nicht vergessen haben", sagte der Vater zu seinem Sohn. Der Weihnachtsmann ging zur Wohnungstür um das kleine bescheidene Paket hinzulegen. "Hier, leg die Keksdose dazu", flüstert der kleine Engel Benedikt und hob seine kleinen Arme mit den Köstlichkeiten in die Höhe um sie dem Weihnachtsmann zu geben. Es war sein voller Ernst und tat ihm eigentlich überhaupt nicht - na vielleicht ein winziges bißchen leid - was er aber ganz schnell unterdrückte. "Danke Bene, gut gemacht", flüsterte der Weihnachtsmann und strich Engel Benedikt sacht über den Kopf. Die Wangen des kleinen Engels glühten vor Stolz. Bene hatte der Weihnachtsmann zu ihm gesagt. "Bene" sagte sonst immer nur das Christkind zu ihm, wenn es ihn für besonders liebevolles Verhalten lobte.
Nachdem der Weihnachtsmann nun alle Geschenke verteilt hatte, begaben sich beide auf den Weg zum Rentierschlitten, um die Rückreise anzutreten. Sie kamen am Fenster vorbei und sahen, wie der Junge sich besonders über die Keksdose freute und rief: "Mama, Papa, guckt doch mal, wie sie glänzt und glitzert, und hmmm, hier probiert mal die Kekse, sie sind köstlicher, nein, einfach himmlisch!" Der Weihnachtsmann und der kleine Engel lächelten sich an: "Wie recht er hat" sagte der kleine Engel glücklich.




Erkennt Gottes Zeichen
*
Erkennt Gottes Zeichen, hört Gottes Wort,
ihr Armen, ihr Reichen, an jedem Ort!
Gute Nachricht, gute Nachricht:
Menschen aller Rassen - Jesus in unserer Mitte.
Gute Nachricht, gute Nachricht:
Lieben statt hassen - Menschen in unserer Mitte.
*
Gute Nachricht, gute Nachricht:
Öffnet die Ohren - Jesus in unserer Mitte,
Gute Nachricht, gute Nachricht:
Teilen statt schnorren! - Jesus in unserer Mitte.
+
Gute Nachricht, gute Nachricht:
Gottes große Herrlichkeit - Jesus in unserer Mitte.
Gute Nachricht, gute Nachricht:
Machet die Herzen weit! - Jesus in unserer Mitte.
Musik: Heino Schubert - Text: Willi Fährmann
aus: Erkennt Gottes Zeichen - Kindermesse für die Weihnachtszeit

Gott ist ganz leise
*
Gott ist ganz leise, willst du ihn hören,
werde ganz still wie Maria es war.
Vielleicht hörst du dann die Botschaft des Engels:
Du bist voll Gnaden, der Herr ist mit dir.
*
Gott ist das Licht. Soll es dir leuchten,
schaue in dich, wie Maria es tat.
Vielleicht siehst du dann die Botschaft des Engels:
Du bist voll Gnade, der Herr ist mit dir.
*
Gott ist die Liebe, willst du sie spüren,
öffne dein Herz, wie Maria es tat.
Vielleicht spürst du dann die Botschaft des Engels:
Du bist voll Gnade, der Herr ist mit dir.
Text und Musik: Franz Kett

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Adventsgeschichte
„Hilfst du mir beim Binden und Aufhängen des Adventskranzes?“ fragte der Vater. Darauf hat Thomas gewartet. Schon holt er das Tannengrün aus der Garage und eine Gartenschere. Während Thomas die Zweige etwas kleiner schneidet, bindet der Vater das Tannengrün auf einen Strohkranz. Mit Draht und roten Bändern wird der Kranz in einer Ecke des Wohnzimmers an der Decke aufgehängt. Thomas darf die roten Kerzen aufstecken, aber noch nicht anzünden. „ Damit warten wir, bis der 1. Adventssonntag begonnen hat“, sagt Vater.
„Heute Abend“, ergänzt Mutter und hängt einen Umschlagkalender an die Wand.
„Dann setzen wir uns zum Adventskranz.“
„ Muss ich da wieder meine Flöte mitbringen?“ fragt Angela und guckt erleichtert zu ihrem Bruder, als Mutter erwidert:“ Musst du nicht, aber du darfst!“
„ Und dies euch das Zeichen.“ Wort für Wort hat Thomas vorgelesen, was auf dem Kalender steht. „Das ist ja gar kein richtiger Satz!“ ruft Angela. Und Thomas zeigt erneut auf das Bild und sagt:“ Da liegt ja ein nacktes Kind auf dem Boden!“
„Und siehst du die Hände, die auf das Baby zeigen?“ bemerkt Angela, während Thomas nachdenklich fortfährt:“ Und von dem Kind gehen goldene Strahlen aus. Die liegen da auf dem Boden wie Strohhalme.“
„Ganz unten ist noch mehr Stroh, ein ganzes Bündel“, ergänzt Angela. „Das ist bestimmt das Jesuskind“, meint Thomas, „ aber warum liegt es so komisch da?“ „Als du noch klein warst, hast du auch so dagelegen auf dem Wickeltisch“, weiß Angela zu berichten. „Aber bestimmt nicht auf einem Strahlenkranz!“ sagt Vater und lacht.
„Dieses Kind soll ein Zeichen sein. So ähnlich hat es der Engel zu den Hirten gesagt,“ erinnert sich Mutter. „Steht das nicht im Weihnachtsevangelium?“ fragt Vater und sucht den Text im Kalender. „Jetzt hab ich die Stelle gefunden“, sagt er:“ und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.“ „Da sind aber weder Windeln noch eine Krippe zu sehen!“ ruft Thomas. „Aber ein neugeborenes Kind!“ sagt Angela leise.
„Und dies soll das Zeichen sein“, bestätigt Vater. „Mensch, jetzt kapier ich“, ruft Angela aufgeregt, „was das heißen soll: Und dies euch das Zeichen – du musst da was ergänzen!“ „Aber erst einmal stolperst du über diese Formulierung“, sagt Mutter, „ und fängst an, darüber nachzudenken – genau wie wir.“ „ Über Jesus, der als ganz gewöhnliches Baby auf die Welt kam“, erinnert Vater.
„Vielleicht wollte Jesus gar nichts Besonderes sein“, meint Thomas und Angela erwidert:
„aber er war doch Gottes Sohn, oder nicht?“ „Na klar, aber das war wohl noch geheim“, vermutet Thomas. „Ein neugeborenes Kind – das bedeutet Glück und Hoffnung auf Leben“, sagt Mutter und Vater fügt hinzu:“ Jesus ist einer wie wir. Ein ganz gewöhnliches Kind – und zugleich Gottes Sohn!“
„Dann weist das Bild auf etwas hin, was man gar nicht sehen kann!“ stellt Angela fest und Mutter nickt:“ Ein geheimnisvolles Zeichen!“
Gefunden in einem alten Adventskalender
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Eine AI woass net, ob dö G'schicht du kennst,
sie hat sich ab'gspielt im Advent.
I les dir's vor, weils mir fallt ein,
d'Leut sog'n, dös soll wahr g'wen sein.
Da is a alts Muatterl gwesen,
alloa in ihra Stub'n drinn gsessn,
und hat sich so Gedank'n g'macht
was s'Christkind früher ihr hat bracht.
Ja ja, hat's gsagt, dös war'n no Zeit'n,
da kunnt ma allerhand bestreit'n.
Jetzt bin i arm und alt dazua
und hab a kaum zum Essen gnua.
Wia's so da sitzt und überlegt,
hat sie sich einen Plan ausgheckt.
S'Christkind beschenkt doch alle Leit,
jedes Jahr zur Weihnachtszeit,
wia war's, wenn i eam schreib'n tät,
daß i a große Bitt no hätt.
Vielleicht macht's mir no de Freid,
grad heuer in der Weihnachtszeit.
Sie holt sich Bleistift und Papier
aus der Schublad schnell herfür.
Setzt sich an den Tisch sodann
und fangt wia folgt zu schreiben an:
"Liebes Christkind", schreibt's mit'm Stift
auf das Papier als Überschrift.
"Du bist allmächtig und sehr stark,
schick mir doch bitte 100 Mark!
Erfüll die Bitte einer Armen,
i wünsch an Mantel mir, an warmen.
Wann i dös Geld hätt, war dös schee,
kannt i zum Mantel kaufa geh.
I brauch'n wirklich schon sehr bald,
denn drauss'n ist es bitterkalt."
"Hochachtungsvoll" hat sie zuletzt
vor ihrem Namen druntergesetzt.
Den Briefumschlag hat's ungeniert
an das Christkind adressiert.
Den Absender auf d'andere Seit,
dös war von großer Wichtigkeit.
Sie tuat den Brieaf in Umschlag nei
und is zum Kast'n grennt a glei.
Nachdem dös alles war gescheh'n,
sah man sie froh nach Hause gehn.
Der Postler von dem Postamt acht
hat koane schlechten Augen g'macht.
So momentan is baff er g'wen,
wia er den Brieaf ans Christkind g'segn.
Des is eam ja no nia passiert,
a Brieaf an's Christkind adressiert.
Er hat sehr lange nachgedacht
und dann den Umschlag aufgemacht.
Als er den Inhalt überblickt,
den Brieaf er an's Finanzamt schickt.
Der Beamte von dera Stell
Öffnet den Brieaf sehr schnell.
Nachdem dös Schreib'n er durchgeles'n
war der Fall ihm klar gewes'n:
Man muaß ihr helfn, des is g'wiß,
schon deshalb, weil bald Weihnacht' is.
Die Kollegen von sei'm Amt,
haben mitg'macht allesamt.
Er braucht da gar net lang zu frag'n
jeder hat was beigetrag'n.
Und wias am Schluß dann festgstellt ham,
war'n 63 Mark beisamm.
Den Betrag nun ganz genau
überwies'n sie der alten Frau.
Die Freud vom Muatterl war sehr groß,
darüber Tränen sie vergoß.
Jetzt konnte sie den Mantel kaufn
und braucht nicht mehr ohne lauf'n,
und aus innerer Dankespflicht
hats's no an Brieaf an's Christkind g'richt.
Dös hat sie sich net nemma lass'n,
sie schrieb daher folgendermaßn:
"Für die hundert Mark dank' i' dir,
du hast da sehr geholf'n mir.
Doch wenn i'wieder um Geld dich bitt,
so schick mir's doch über's Finanzamt nit,
mit dene is des fei a Gfrett,
solche Lump'n trau i net,
von dene 100 Mark, s'is net derlog'n,
hams 37ge abgezogn."
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Der Adventkranz
(bayrische Mundart)
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Vorigs Jahr hab i mi nu gscheit g´ärgert über de teiern Adventskränz´. da hob i mir gschworn, des passiert mir heier nimma. Selbst is da Mo - hob ja gschickte Händ.
Zérst fahr i oiso aussi in´n Woid und suach Daxn. I bin a bisserl pedantisch und hob ned glei des Richtige gfundn, aba nochdem i a hoibe Stund im Unterhoiz umananda g´schloffn bin, hob i´s ghabt, meine Prachtzweigerl. D´Hosn konn i jetzt nimma braucha, de is volla Harz. Aba de war sowieso scho a bisserl zéng und de Farb hat ma eigentlich nu nia recht gfalln.
Am Parkplatz hab i dann nu mit am Förster a paar Worte - und glei drauf d´Hautfarb - gwechselt. In da Wuad muass i nacha beim Zruckstessen an kloana Baamstumpf übersehgn ham. No ja, i bin kaskoversichert - mit 1000 Euro Selbstbeteiligung!
Hoamwärts hab i na glei no an Blumendroht mitgnumma. den hots zwar bloß auf da 50 Metarolln gebn, aber mei, den ko ma oiwei wieda braucha. I hob des Kranzerl dann recht fest bundn und na hätt´s ma boid ned glangt, de Rolln mit de fuchzg Meta.
Zu am scheena Adventskranz ghört freili a, a Adventsstända. So Laubsägearbeitn hob i ois kloana Bua scho recht gern gmacht. Mittlerweile is ma natürlich fortschrittlicha und drum hob i mia glei so a kloane Tischkreissäg ogschafft. Der Verkäufa war recht freindli und hod ma ois guat erklärt. San a gar ned so teier, solche Sägn. Irgendwie muaß i bei der Erklärung, dann doch was überhört ham! Aber i muaß song, die Schwestan in der Notaufnahme san mindestens genau so freindli gwen, wia da Verkäufa. Ja und zum drittn Adventssonntag is a nacha a fertig wordn, der Malefizständer.
Insgesamt muaß i song, is mir des Werk doch recht guat gelungen. Ma hat sein Spaß dro, es is a kreative Arbat und ma spart na doch an haufa Geld, beim Selbamacha.
Nächst´s Jahr (hod mei Frau gmoant) nächst´s Jahr kannt ma vielliecht wieda oan kaffa, so an Adventkranz.
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Die kleine Versetzerin
Mütterchen weint und Kindlein lacht,
und droben funkelt der Stern der Nacht
blicket so freundlich, als wollte er sagen:
Armer, hör' auf zu weinen, zu klagen
auch die Nacht hat ja ihr Sternenlicht
und Gott verlässt die Seinen nicht.
Mütterchen weint und Kindlein lacht,
dieweil es dem Püppchen ein Hütchen macht.
Springt dann zum Mütterchen hin und spricht:
"Ach, schau und freu dich und weine nicht,
gib mir und meinem Püppchen nun die Jause,
damit wir uns gütlich tun. Ein Stückchen Brot nur."
Da weint noch mehr das Mütterchen,
denn der Kasten Brot ist leer.
"Mein Kind, mein Kind, mein liebliches Kind
und wenn ich die Augen mir weine blind,
ich habe nichts mehr ins Leihhaus zu tragen
und morgen wird man vom Häuschen uns jagen."
Drauf senkt die Arme das Haupt auf ihr Kissen,
das Kind, es schlummert zu ihren Füßen.
Bleich, hungrig, es lacht nicht wie eh,
denn ach, der Hunger tut gar so weh.
Die Glocke verkündet den kommenden Tag
und mit dem zehnten Glockenschlag
tummeln im Leihhaus bunt herum
viel blasse Gestalten, traurig und stumm.
Das Elend, die Not, die Schuld wohl auch,
sie setzen ihr Gut ein nach altem Brauch.
Und hinter dem Schranke steht ein Mann,
man sieht ihm den Ernst des Lebens an.
Sein Antlitz ist hart, starr ist sein Blick,
barsch weist der die drängende Menge zurück:
"Geduld, nur warten, 's kommt jeder dran,
die Ordnung ruft immer nur Mann um Mann."
Drauf nimmt er prüfend Bund um Bund
und schätzt das Versatzstück mit ernstem Mund.
Er ruft den nächsten mit rauhem Wort
und schickt den andern zur Kassa fort.
Doch horch, was tönt da so zart und fein:
"Ach lieber Herr, darf ich jetzt herein?"
Der Taxator blickt auf. "Beim Himmel,
da drängt sich ein Kind durch 's bunte Gewimmel.
Was willst du, Kleine?"
"Ach Herr, versetzen."
"Was, brauchst wohl Mandeln und Zuckerbrötchen,
Pastetchen, Törtchen und Studentenfutter?"
"Ach nein, lieber Herr, nur Brot für die Mutter."
"Was, Brot, ei lass dein Versatzstück sehn!"
Dem Kind jetzt die Äugelein übergehn.
Es kann nicht sprechen, es wickelt bloß
aus dem Schürzenchen sein Ännchen, die Puppe
und reicht sie dem Herrn Taxator hinauf
und Tränlein um Tränlein perlt darauf.
dann lispelt die Kleine: "Bitt', bitt' lieber Herr,
leiht einen Gulden auf 's Püppchen her."
Dem eisernen Mann, der gewohnt zu befehln
will jetzt eine Träne aus dem Auge sich stehln.
Stumm steht er, stumm lauscht die wogende Menge
es wird ja gar vielen im Herzen zu enge.
Mit tiefbewegter Stimme der Taxator drauf spricht:
"Mein Kind, die Puppe nehme ich nicht.
Behalte dein Ännchen und bleibe ein Engel an Seele und Leibe.
Ich will für dich sorgen, du liebliches Kind,
das melde der weinenden Mutter geschwind."
Da tönet ein Jubel durch 's ganze Haus
und viele geleiten das Kind hinaus
und bringen Gaben der Mutter dar,
die, seit sie lebte, so reich nicht war.verfasser unbekannt
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Meine Strohgeschichte
Es war zu Anfang der sechziger Jahre. Ich war im zweiten Schuljahr. Eines Tages im Advent kam unsere Lehrerin mit einem leeren Holzgestell und einem Karton voller Strohhalme in die Klasse. Sie stellte beides auf das Pult und erklärte uns:“ Wie wäre es, wenn ihr euch in diesem Jahr einmal besonders auf Weihnachten vorbereiten würdet, indem ihr versucht, in dieser Adventszeit besonders gut aufzupassen, nicht zu schwätzen, nicht zu stören, eben besonders gut zu sein. Wer es schafft, darf an jedem Mittag einen Strohhalm als Zeichen dafür an die Krippe legen“.
Das hörte sich gut an. Das wollte ich versuchen. So schwer konnte es ja wohl nicht sein. Doch an jedem Mittag musste ich feststellen: Du hast es wieder nicht geschafft. So verging die Adventszeit, und meine Enttäuschung wuchs. Wie gerne wäre ich auch mal nach vorne gegangen und hätte stolz meinen Halm in das Gestell gelegt. Ich glaube, ich habe es damals kein einziges Mal soweit gebracht.
Heute denke ich: Etwas stimmte an der Sache nicht. Stroh, das ist doch eigentlich nichts besonderes. Im Gegenteil! Man sagt doch: Der hat doch Stroh im Kopf! Er ist ein Dummkopf. Stroh als Zeichen von etwas, das zu nichts taugt, eigentlich unnütz ist. Ich hätte jeden Mittag einen Strohhalm in die Krippe legen zu können als Zeichen dafür, das mir auch an diesem Vormittag wieder fast nichts gelungen war.
Heute glaube ich: Jesus nimmt uns an, so wie wir sind. Er nimmt uns auch dann an, wenn wir versagen oder scheitern: im Streit mit dem Freund, mit unseren Ausreden, bei einer fünf in der Klassenarbeit... Wenn wir es vor ihn tragen, schenkt er uns jedes Mal Mut für einen neuen Anfang.
Darum wachsen an der Spitze des Strohs die Weizenkörner, die Leben schenken. Darum ruft Johannes in der Wüste, also in einer Gegend ohne Leben, nach dem Retter, dem Erlöser, der das Leben bringt.
Darum heißt es, die Steppe steht in Blüte da.
Jetzt erinnere ich mich auch an ein paar Sätze, die Johannes XXlll der von 1963- 1963 Papst war, einmal am heiligen Abend 1902, als er noch sehr jung war, aufgeschrieben hat:“ komm, Jesus, komm ich warte auf dich...Ich bin ein armer Hirt, habe nichts als einen elenden Stall, eine kleine Krippe, ein wenig Stroh. Das Stroh meiner Unvollkommenheit...Es ist alles was ich habe. Mich rührt deine Armut, und sie bereitet mir Tränen; und doch weiß ich dir nichts besseres anzubieten“.
Stefanie Olschowy
Gefunden in einem alten Adventskalender
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"So etwas darf nie mehr geschehen" dachte das Christkind und ließ vorsorglich eine ganze Menge Weihnachtslicht auf der Erde zurück, bevor es sich wieder auf den Heimweg machte. Dieses besondere Licht brennt seitdem in jeder Kerze und bringt Frieden und Zuneigung, aber auch Ruhe und Nachdenklichkeit in die Häuser und Herzen der Menschen.
"Ja ja", brummte der Weihnachtsmann wohlwollend, als er das Christkind bei seiner Heimkehr empfing. "Du hast den Menschen das schönste aller Geschenke gemacht - du hast ihnen die Freude gegeben."
Damit wandte er sich um und ging zu seiner Weihnachtswerkstatt.
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Heiligenschein. 20.Dezember 1856
Es wird Weihnachten!
Mein ganzes Haus riecht schon nach braunem Kuchen-
versteht sich von selbst,
nach Mutters Rezept und ich sitze sozusagen
schon seit einer Woche im Scheine des Tannenbaums.
Ja wie ich den Nagel meines Daumens besehe,
so ist auch der halbwegs vergoldet.
Denn ich arbeite jetzt abends nur in Schaumgold,
Knittergold und bunten Bonbonpapieren;
und während ich Netze schneide und Tannen- und Fichtenäpfel
vergolde,die Frauen, d.h. meine Frau und Röschen,
Lisbeths Puppe ausputzen, liest Onkel Karl uns die "Klausenburg"
von Tieck vor oder gibt wieder eine Probe aus den Bilderbüchern,
die Hans und Ernst auf den Teller gelegt werden sollen.
Gestern abend habe ich sogar Mandeln und Zitronat für die Weihnachtskuchen schneiden helfen,
auch Kardamom dazu gestoßen und Hirschhornsalz.
Den Vormittag war ich stundenlang auf den Bergen in den Wäldern
herumgeklettert, um die Tannenäpfel zu suchen.
ja, ihr hättet mich sogar in meinem dicken Wintermantel
hoch oben in einer Tannenspitze sehen können.
Jeden Morgen kommt der Postbote und bringt ein Päckchen
oder einen Brief aus der Heimat oder aus der Fremde
von Freunden.
Die Weihnachtszeit ist doch noch so schön,
wie sie in meinen Kinderjahren war.
Theodor Storm

Vier Kerzen brannten am Adventskranz - so still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.
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Die erste Kerze seufzte und sagte:”Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet aber die Menschen halten keinen Frieden.” Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch dann ganz.
Die zweite Kerze flackere und sagte:”Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.” Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.
Leise und traurig meldete sich die dritte Kerze zu Wort:”Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollten.” Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht erlöscht.
Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte:”Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht ausgelöscht sein!”
Und fast fing es an zu weinen. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:”Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.”
Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.
verfasser unbekannt



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Der Baum in der Stube leuchtete und glänzte. Über und über mit schönem Schmuck, süßen Leckereien und seidig glänzendem Engelhaar behängt.Auf der Spitze saß ein kleiner Engel aus Salzteig, den Martin noch nie gesehen hatte. Ihm schien es, als ob ihm der Engel zuwinkerte.
"Lukas, Julia, Anna kommt schnell, das Christkind war da," rief Sofie. Die Kinder betraten mit großen Augen die leuchtende Stube. Lukas ging zum Baum, berührte zart das Engelhaar. Dann blickte er zu Martin und sagte:" habe ich dir nicht gesagt, daß ich einen Engel gesehen habe, der sein Haar geschnitten hat!"
Er blickte hinauf zum Engel auf der Spitze des Baumes und flüsterte leise ." Danke lieber Engel!"
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Schon aus der Antike kennen wir den Kranz als Siegeszeichen. Symbol für den keineswegs aussichtslosen Kampf des christlichen Menschen gegen das Dunkle des Lebens, soll auch der mit vier Kerzen geschmückte Adventskranz sein. Diese schöne Sitte ist übrigens ein sehr junger vorweihnachtlicher Brauch, der noch zu Beginn unseres Jahrhunderts in vielen deutschen Familien unbekannt und keineswegs der Vorläufer des Weihnachtsbaumes war. Sowohl das Grün der Zweige, als auch die Kerzen mit ihrem Licht haben symbolische Bedeutung mit einer langen Tradition. So wurden immergrüne Zweige als Schmuck schon vor gut 600 Jahren verwendet - vom Grün des Wacholder - Mistel - und Tannenzweige glaubte man, sie würden ungebrochene Lebenskraft symbolisieren, und damit Haus und Hof vor Schaden bewahren.
Die Geschichte der Kerzen reicht bis ins 14 Jahrhundert zurück - ihr Licht, so die Überzeugung der Menschen, gelte als ein Zeichen der Hoffnung, daß eine neue, hellere Zeit kommen sollte. Auf Adventskränzen gibt es Kerzen mittlerweile in ganz verschiedenen Farben, jeweils den aktuellen, modischen Trends ensprechend. Ganz traditionell wurden aber rote Kerzen verwendet, als ein Symbol für das Blut, das Jesus für die Menschen vergossen hat, als er gekreuzigt wurde.
Geht man den Spuren der wenig mehr als hundertjährigen Geschichten des Adventskranzes nach, so stößt man auf den evangelischen Theologen Johann Wichern (1808-1881) den Begründer und Bahnbrecher der Inneren Mission, der 1833 in Hamburg-Horn das "Rauhe Haus" gründete.In dieser Anstalt der Inneren Mission brannten um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die ersten Adventsleuchter.Schon für eine Andacht am 1. Advent des Jahres 1838 bezeugen die Tagebücher des jungen Wichern die Benutzung von kreuzförmig aufgestellten bunten Wachskerzen. In den 1840er wurde auf den Kronleuchter des Betsaales vom 1. Advent an jeden Tag ein Licht mehr angezündet. Für 1851 wird auch der Schmuck mit Tannengrün berichtet.
llmählich hat sich die Sitte des Adventskranzes dann von Norddeutschland weiter verbreitet, zunächst gewiss mit den im "Rauhen Haus" ausgebildeten Hausvätern. Erst in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg hat die Jugendbewegung dem Adventskranz zu seiner heutigen Verbreitung verholfen. Erst 1925, so die Überlieferung, soll ein Adventskranz zum ersten Male in einer Kölner Kirche das Warten auf das Weihnachtsfest verschönert haben. Bis heute hat sich dieser Brauch auf der ganzen Welt verbreitet.



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Brauchtümer im Advent
Die Adventszeit:
Sie wurde erstmals im fünften Jahrhundert im Gebiet um Ravenna in Italien gefeiert. Der Sonntag vor Weihnachten wurde der Vorbereitung der Geburt Christi gewidmet. Ein Jahrhundert später hielt in Rom eine Adventsliturgie Einzug. Gregor der Große setzte erstmals die Zahl der Adventszeit auf vier fest.
Der Adventskalender
Er ist nicht weg zu denken, der Zeitmesser vom ersten bis 24. Dezember. 24 Tage lang wird die Vorfreude auf das große Weihnachtsereignis gesteigert. Besonders den Kindern wird so die Zeit bis zur Bescherung versüßt: Ob Schokoladefiguren oder kleine selbstgebastelte Geschenke, der Adventskalender ist unverzichtbar.
Der Adventskranz
Früher brachten grüne Kränze oder Kränze aus geflochtenem Stroh Segen und wehrten das Unheil von allem, was grün werden und Frucht tragen soll, ab. Deshalb wurden zusätzlich goldene und rote Bänder um den Kranz gebunden: Gold als Farbe des Lichts und Rot als Farbe des Lebens. Heutzutage wird an jedem Adventssonntag eine Kerze angezündet, bis schließlich am vierten Advent alle Kerzen den Kranz erstrahlen lassen.
Das Advenssingen
Das Adventsingenist eine traditionelle Darbietung, häufig von Kindern und Jugendlichen ausgeführt. Heutzutage ertönen Kammermusikkonzerte, Darbietungen auf Advents- und Weihnachtsmärkten sowie vorweihnachtliche Hausmusik. Ein ganz berühmtes Adventssingen findet jedes Jahr in Salzburg statt.
In Großbritannien sieht man zu Weihnachten oft in Hauseingängen Mistelzweige hängen. Der Tradition nach muss man sich unter dem Zweig küssen, denn das bringt Glück - und in manchem Fall auch eine erfüllte Liebe oder ein Eheversprechen!
Die Tradition, einen Mistelzweig aufzuhängen, geht Jahrhunderte zurück. Schon seit frühester Zeit galt die Mistel als magische Pflanze, deren Heilkraft vor allem ein langes Leben und Fruchtbarkeit bringen sollte. Die ersten, die die Pflanze nutzten, waren Druiden. Später, im Mittelalter, wurde die Mistel über dem Türrahmen aufgehängt, um das Böse abzuwehren. Der Brauch, sich unter der Mistel zu küssen, stammt von den Römern. Für sie war die Mistel ein Symbol des Friedens. Wenn sich Feinde unter einem Mistelzweig trafen, legten sie die Waffen ab.
Erst im 19. Jahrhundert in Großbritannien wurde der Kuss unter dem Mistelzweig ein "Muss". Es gehörte sich nicht, sich zu zieren, und ungeküssten Frauen würden für das kommende Jahr ein unerfülltes Liebesleben vorausgesagt. Heute sieht man es nicht so eng. Ein Kuss unter dem Mistelzweig kann wahre Liebe, aber auch einfach Freundschaft
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ADVENT - Was heißt Advent eigentlich?
Viele von uns benutzen dieses Wort in der heutigen Zeit ohne seinen Sinn zu kennen.
Advent heißt Ankunft - Wir warten auf die Ankunft des Herrn. Auf das Kind in der Krippe.
Vier Adventsonntage lang haben wir die Möglichkeit uns auf die Ankunft des Jesuskindes - unseres Erlösers vorzubereiten.
Wenn ein Kind erwartet wird, nehmen wir uns die Zeit die nötigen Vorbereitungen zu treffen.
Jeden Tag überlegen wir, desto näher die Zeit rückt, ob wir auch nichts vergessen haben für die Neuen Erdenbürger.
An das Kind das uns erlöst hat und den Weg zu unserem himmlischen Vater gebahnt hat, durch sein Leben und sterben, denken wir gerade mal in der Christmesse am Heiligen Abend, und das auch nur, weil es so Sitte und Tradition ist.
Vielleicht sollten wir einmal anfangen Advent - mit etwas Besinnung zu erleben, vielleicht gäbe es auch uns ein neues Lebensgefühlt.
Es kam der Tag, da sagte das Zündholz zur Kerze.
“Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden”
“Oh, nein,” erschrak die Kerze, nur das nicht! Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt.
Niemand mehr wird meine Schönheit bewundern.
Das Zündholz fragte:”Aber was willst du, dein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?”
“Aber brennen tut doch weh, und zehrt an meinen Kräften”, flüsterte die Kerze, Unsicher und voller Angst.
”Es ist aber wahr.” entgegnete das Zündholz.
“Aber das ist doch das Geheimnis der Berufung: du und ich sind berufen, Licht zu sein.
Was ich als Zündholz tun kann ist wenig. Zünde ich dich aber nicht an, so vergesse ich den Sinn des Lebens.
Ich bin dafür da, Feuer zu entfachten. Du bist eine Kerze. Du bist da, um zu leuchten und Wärme zu schenken. Alles, was du an Schmerz, Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weitertragen.
Nur wenn du versagst, wirst du sterben!!”
Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung
“ Ich bitte dich - zünde mich an!”
“Ich bitte dich, zünde mich an!”




Vom Engel, der anders war
Wie ein jeder weiß, haben Engel nach allgemeinem Verständnis die Aufgabe, sich als Schutzengel für den ihnen zugeteilten Menschen nützlich zu machen.
So ein Engel war auch Anders.... Doch wie sein Name schon verrät, war er anders, als man sich einen Engel gemeinhin vorstellt.
Anders war zuständig für die kleine Marie. Marie war vom ersten Lebenstag an ein höchst eigenwilliges Persönchen. Wie hätte es auch sonst sein sollen, wenn Anders ihr Schutzengel war... Man kann sich wohl vorstellen, dass Anders und Marie vorzüglich zusammenpassten!
Schon als Marie in der Wiege lag, hatte Anders alle Hände voll zu tun. Nicht nur, dass er mindestens 2x täglich verhindern musste, dass Marie mitsamt der Wiege umkippte, weil sie nicht wie andere Babys brav darin schlief; er musste gleichzeitig auch dafür sorgen, dass sie sich nicht in ihre Zudecke einwickelte und den Vorhang über der Wiege herunterriss. Anders löste das Problem, indem er mit seiner Harfe flotte Lieder über ihrer Wiege spielte, denen sie dann mit einem fröhlichen Lachen zuhörte. Die Eltern, die Anders natürlich nicht sehen konnten, wunderten sich in dieser Zeit oft, warum das Kind so fröhliche Laute in seiner Wiege von sich gab.
Anders war nach solchen Tagen oft fix und fertig...völlig ermattet sank er auf seiner Wolke nieder, wenn Marie einmal für ein Weilchen eingeschlafen war, vergaß aber nie, den Überwachungsalarm anzustellen, damit er im Notfall gleich zur Stelle sein konnte.
Als Marie anfing mit dem Laufen, waren die Tage für Anders noch anstrengender, wie man sich unschwer vorstellen kann. Anders flog ohne Pause den halbenTag im Zickzack durch die Wohnung, um Marie vor Stürzen und Zusammenprallen mit Tischkanten und Türpfosten zu bewahren. Nicht immer war er schnell genug und Marie trug trotz allem einige Beulen davon. Gemessen mit den Möglichkeiten der Unfälle hatteer aber immer noch ein großes Erfolgskonto – von 10 Beulen verhinderte er 8, und das ist doch ein guter Schnitt, nicht wahr?
An ihrem 3. Geburtstag jedoch, da wollte Anders seinen Job kündigen – auch ein Schutzengel kommt mal an die Grenzen seiner Möglichkeiten und Anders war an diesem Tag so verzweifelt, dass er sich am Abend um eine Stelle im himmlischen Harfenorchester bewarb!
Und das kam so:
Marie erwachte, wie immer, recht früh an diesem Tag und sie spürte die knisternde Atmosphäre dieses Tages sofort. Freudig hüpfte sie aus ihrem Bett und ins Wohnzimmer, wo die Mutter schon den Geburtstagskuchen auf dem Tisch aufgestellt hatte und die Geschenke bunt darum verteilt hatte. Anders trällerte im Hintergrund ein Liedchen und begleitete es mit seiner Harfe, um Marie in friedlicher Stimmung zu erhalten. Doch er hätte sie inzwischen besser kennen müssen...aber ein Engel gibt die Hoffnung ja nie auf.
Marie packte zuerst das größte Paket aus...ein hübsches kleines Fahrrad kam zum Vorschein. Anders verschluckte sich fast vor Schreck – er ahnte, dass dieses Fahrrad ihm viel zusätzliche Arbeit bescheren würde! Marie ließ ihm gerade noch 5 Minuten Zeit, einige Vorkehrungen zu treffen, während sie die anderen Geschenke auspackte, die ungefährliche Dinge beinhalteten wie Bilderbücher, Anziehsachen und einen neuen Teddy.
Dann kletterte sie auch schon aufs Fahrrad und versuchte, in dem kleinen Wohnzimmer damit eine Runde zu fahren...was natürlich nicht so einfach war. Anders verteilte in Sekundenschnelle vor allen Schränken seine Luftkissen, doch er war nicht schnell genug...und schon hörte er einen lauten Knall und sah Marie neben dem Fernseher auf dem Boden liegen, das neue Fahrrad daneben.
Er pustete kräftig an ihre Stirn, auf der sich schon eine große Beule abzuzeichnen begann......und Maries Mama half beim Pusten und holte einen Eisbeutel für die Beule. Marie weinte jedoch nicht lange; zwei Minuten später saß sie wieder auf dem Rad, doch die Mutter überzeugte sie, erst zu frühstücken, um dann anschließend im Freien weiter zu üben.
Pause....dachte Anders, und wollte sich gerade etwas ausruhen, als er sah, dass Marie versuchte, sich von der Fleischwurst ein schönes Stück abzuschneiden – im letzten Moment schaffte er es, die Klinge etwas nach rechts zu drücken...haarscharf an Maries linkem Zeigefinger vorbei. Weil Marie Fleischwurst liebt, musste Anders diese Übung genau 5x hintereinander leisten... Fast freute er sich schon auf das Radfahren nach dem Frühstück...
Während Marie sich die Schuhe anzog, packte Anders seine Luftpolster ein, die er sicher brauchen würde und wartete schon mal an der Tür. Fast wäre er überfahren worden, als Marie das Fahrrad an ihm vorbei schob – zum Glück rettete er sich noch schnell mit einem Sprung auf die Seite.
Doch der Moment der Unachtsamkeit war schon zu viel – schon stolperte Marie mitsamt dem Fahrrad über die Türschwelle und purzelte die zwei Treppenstufen vor der Haustüre hinunter. Gerade in allerletzter Sekunde gelang es Anders, ein Luftkissen unter Maries Kopf zu schieben, damit nicht eine weitere Beule dort entstehen würde...aber sie begann dennoch furchtbar zu schreien.
Anders hatte nicht verhindern können, dass sie sich den Fuß verknackste und nun weinend neben ihrem Fahrrad stand. Die Mutter nahm sie tröstend in den Arm und Marie hörte bald wieder auf zu weinen – aber die Lust am Fahrradfahren war ihr vorerst auch vergangen. Sie humpelte zu ihrer Schaukel im Garten und Anders stützte sie dabei mit aller Kraft. Dann stellte er sich achtsam neben der Schaukel auf...
Die nächsten 10 Minuten verliefen ruhig; Marie schaukelte langsam und brav, wie es sonst nur besonders artige Kinder tun. Anders stupste die Schaukel in gemächlichem Tempo immer wieder an und hoffte, dass Marie dort lange so ruhig sitzen bliebe. Doch wir kennen Marie inzwischen – sie dachte schon über den nächsten Schabernack nach!
Plötzlich hüpfte sie von der Schaukel, das Humpeln war fast schon vergessen und sie wollte gern schauen, ob ihre Gäste vielleicht schon kämen. Doch der Garten war von einer Hecke eingefasst, die unter anderem verhindern sollte, dass kleine Mädchen einfach davon laufen können... Als Anders Maries Blick auffing, ahnte er Schlimmstes – undschon sah er sie auch gezielt in Richtung des Apfelbaumes marschieren, der ihr offenbar eine gute Aussicht über die Hecke versprach. Anders wurde nervös... wo war nur wieder diese Mutter, die ihm ja wenigstens beim Aufpassen helfen könnte... weit und breit sah er sie nicht, weil sie in der Wohnung dabei war, den Kaffeetisch für Maries Party zu decken.
Er wandte den Blick wieder Marie zu und seine Augen weiteten sich vor Schreck... Marie hatte ein Kinderstühlchen an den Baumstamm gestellt und war gerade im Begriff, den untersten Ast zu erklimmen.
Das Stühlchen schwankte dabei beängstigend und Anders überlegte fieberhaft, wie er verhindern könne, dass Marie erneut stürzen würde. Würde er zu heftig reagieren, würde Marie erst Recht erschrecken und abstürzen. Also flog er ganz leise heran und verteilte alle vorhandenen Luftkissen unterhalb von Marie auf der Wiese. Am liebsten hätte er ein Netz gespannt, doch wie sollte das so schnell gelingen, da er ja keine Hilfe hatte?
Er nahm Kontakt zur himmlischen Zentrale auf und forderte Verstärkung an – der Schutzengel von Maries Mutter antwortete nach kurzer Zeit und versprach, sofort den Alarm weiterzuleiten.
Anders vergingen die Sekunden wie Ewigkeiten. obwohl es nur einen kurzen Moment dauerte, bis die Mutter den Kopf suchend aus der Tür steckte um nach Marie Ausschau zu halten. Er beobachtete mit leiser Freude, wie die Mutter ganz blass im Gesicht wurde und einen Schrei unterdrückte. Erleichtert stellte er fest, dass sie sich richtig verhielt und, wie er zuvor, sich ganz langsam dem Baum und Marie näherte.
Doch es gab ein neues Problem: Marie war inzwischen schon so weit hinauf geklettert, dass die Mutter gar nicht bis zu ihr hin greifen konnte. Die kleine Dame winkte schon fröhlich, weil sie bereits den Weg einsehen konnte, auf dem ihre Freundin Jule mit ihrer Mama daherkam.
Durch das Winken wackelte nicht nur Marie beängstigend, sondern auch der Ast, auf dem sie stand. Anders flog ganz dicht an sie heran und breitete seine Arme mitsamt den Engelsflügeln weit aus und hüllte Marie unauffällig darin ein. Die Mutter stand ratlos unterhalbdes Astes und bat Marie inzwischen flehentlich, doch wieder herunter zu kommen. Das tat Marie dann auch, da sie ja Jule begrüßen wollte, die inzwischen das Gartentor erreicht hatte.
Anders und die Mutter hielten die Luft an, aber Marie erreichte den festen Boden diesmal unversehrt – beide seufzten erleichtert auf.
Gerade wollte Anders sich frohgemut seine Harfe greifen, um ein lustiges Danklied zu klimpern – da tat es einen Knall...und der unterste Ast, den Marie soeben verlassen hatte, krachte herunter... OH WEH....da hatten sie aber alle gerade noch mal Glück gehabt! Doch sie hatten sich zu früh gefreut... schon tat es einen weiteren Knall – und Marie lag schreiend am Boden vor dem Gartentor, gegen das sie mit voller Wucht gerannt war.
Anders tat nun etwas, das ein Engel normalerweise nicht tun darf – er fluchte laut und fürchterlich!
Irritiert schauten alle in seine Richtung – für die Menschen, die ihn ja nicht sehen konnten, hörten sich seine Verwünschungen sehr seltsam an... Nur Marie erkannte ihn; sie hörte zu weinen auf und lächelte ihm zu. So ein kleines Persönchen, doch sie wusste genau, warum Anders so verzweifelt war – und sie nahm sich fest vor, Anders heute keinen weiteren Kummer mehr zu machen. Dass sie die ganzen Katastrophen ja nicht absichtlich tat, um Anders Arbeit zu verschaffen, tat ihrem guten Vorsatz keinen Abbruch.
Inzwischen waren auch Kerstin und Anna angekommen mit ihren Müttern und fröhlich schwatzend gingen alle ins Wohnzimmer, wo die Mutter einen bunten Kaffeetisch hergerichtet hatte.
Anders hoffte, dass es nun endlich auch für ihn eine Pause geben würde. Er setzte sich hin, um seine Harfe zu polieren, doch aus den Augenwinkeln behielt er Marie unter Beobachtung. Man konnte ja nie wissen....
Und da passierte es auch schon! Marie hatte die Kerzen ihrer Torte eben ausgeblasen und sich dabei ein wenig weit vorgebeugt, als sie das Gleichgewicht verlor....und kopfüber in der Torte feststeckte.
Anders hatte keine Chance gehabt, auch nur ansatzweise zu reagieren – ihm blieb lediglich noch, ihr die Sahne aus den Nasenlöchern zu pulen, damit Marie nicht noch erstickte an der Torte... während diese verdutzt, doch auch vergnügt ihren Zeigefinger nahm und die Sahne von ihrem Gesicht damit abkratzte und den Finger dann genüsslich abschleckte.... während Anders verstohlen auf die Uhr blickte und überlegte, ob nicht bald Schlafenszeit wäre...
So langsam ging ihm die Puste aus...auch ein Schutzengel braucht hin und wieder einmal ein wenig Verschnaufpause.
Oh – noch 4 Stunden galt es zu überstehen, bis Marie ins Bett gehen würde... Reichlich Zeit für weitere Katastrophen, dachte Anders verzagt...
Die nächste halbe Stunde verlief für Anders jedoch recht friedlich. Nachdem Marie von ihrer Mutti ordentlich gesäubert worden war, saß sie wieder vergnügt bei ihren Freundinnen am Kaffeetisch und schaufelte Torte in sich hinein.
Danach gingen alle hinaus in den Garten, um Verstecken zu spielen.
Anders hockte sich auf den Apfelbaum, damit er einen guten Überblick behielt. Die Schutzengel der anderen Kinder saßen auf den Ästen neben ihm und leise unterhielten sie sich, ohne jedoch ihre Schützlinge aus den Augen zu verlieren. Die Mütter saßen fröhlich schwatzend auf der Terrasse, während die Kinder sich mit ihrem Versteckspiel eine Weile beschäftigten.
Nach einiger Zeit kam Jule jedoch weinend zu den Müttern:
"Wir finden Marie nihiicht...." schluchzte sie. Anders schrak aus seiner Plauderei hoch und blickte suchend umher – doch auch er konnte Marie nirgends entdecken. Entsetzt flog er höher, um mehr zu sehen – und sah Marie lustig auf dem Bürgersteig in Richtung Seerosenteich marschieren... I
hm stockte vor Entsetzen der Atem –WIE sollte er den Müttern sagen, wohin Marie unterwegs war?? Er sandte einen verzweifelten Hilferuf nach oben und hörte kurz darauf, wie Kerstins Mama rief: "Das kleine Gartentor steht offen!"
Erleichtert sah Anders, wie Maries Mutti durch das kleine Tor in der Gartenhecke rannte und er flog schnell hinter Marie her, die schon am Seerosenteich angekommen war, wo sie versuchte, sich mit ein paar Gänsen und Enten anzufreunden, die sich am Ufer sonnten.
Als eine Ente ins Wasser watschelte und davon schwamm, wollte Marie ihr folgen, um mit ihr zu spielen. Anders stellte sich vor ihr auf und blies ihr so heftig ins Gesicht, dass sie erschrak...und erst mal stehen blieb... Er blickte sie streng an und schüttelte den Kopf. Marie zögerte weiter zu gehen. Sie war wohl an Anders Anwesenheit gewöhnt und wunderte sich nicht darüber – doch so streng wie heute hatte sie ihn noch nie erlebt. Sie war noch am Nachdenken, als ihre Mutter den See erreichte...und in dem Moment wurde ihr bewusst, dass alle ihre Gäste daheim auf sie warteten, um mit ihr zu spielen. Freudig lief sie ihrer Mutter entgegen und ging ohne Probleme mit ihr zurück – Anders atmete auf.
Die Feier näherte sich langsam dem Ende. Die Kinder saßen nun fröhlich im Garten und jedes hielt ein Stockbrot in ein kleines Lagerfeuer. Mit roten, aufgeregten Gesichtern drehten sie langsam ihre Stöcke und sangen dazu lustige Lieder.
Niemand bemerkte, dass Maries Augen schon wieder so unternehmungslustig zu funkeln begannen...außer Anders! Aber er hatte keine Ahnung, was sie wohl vorhatte... Marie plante jedoch gar nichts Böses...kleine Kinder machen noch nicht bewusst unartige Dinge... Doch sie begann ein bissel zu frieren, denn es war ein anstrengender Tag gewesen und sie wurde nun müde.
So rutschte sie immer ein wenig näher an das Feuer heran, um sich zu wärmen. Dabei bemerkte keiner, dass ihre Schuhe der Glut bereits sehr nahe kamen. Als Anders es entdeckte, packte ihn die Verzweiflung: WIE sollte er nun seinen kleinen Schützling wieder retten? Schweißperlen standen ihm auf der Stirn...er blickte entsetzt umher, als er das Limonadenglas in Maries Hand sah... Schnell gab er dem Glas einen Stoß, so dasses Marie aus der Hand fiel. Die Mütter schraken auf und erschrocken eilte Maries Mutter herbei, als sie merkte, wie nah die Kleine am Feuer gesessen hatte. Das war gerade noch mal gut gegangen – nur der rechte Schuh von Marie war ein wenig angekohlt...
Als sich eine halbe Stunde später alle Gäste verabschiedet hatten, war Anders froh, denn Marie würde nun gleich schlafen gehen. Inzwischen war ihr Papa heimgekommen, der sie noch badete und ins Bett brachte, während die Mutter aufräumte, was von der Party noch übrig war. Anders sah mit Freude, dass Marie völlig erschöpft im Bett lag und dass ihr nun die Augen zufielen – nun endlich würde auch er ein paar Stunden Erholung finden, die er sich nach diesem Tag auch redlich verdient hatte. Und er hoffte nur, dass der nächste Tag etwas weniger stressig werden würde...
Glaubst DU, dass sich seine Hoffnung erfüllen
verfasser unbekannt


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Es war ein kalter Wintertag .
Schnee lag in den Strassen und auf den Dächern, und Eisblumen zierten die Fensterscheiben. Die Leute eilten durch die Gassen und über die Plätze, als ob sie es besonders nötig hätten, in die warme Stube heim zu kommen, und gar Mancher bezahlte die Eile mit einem Falle auf den mit Glatteis überzogenen Pflastersteinen.
Unter denen, die es besonders eilig hatten, war auch der Briefträger, der Mann mit der ledernen Tasche, aus der er gleichmütig und unbewusst gute und böse Nachrichten austeilt, wie ihr ja wohl alle schon bemerkt haben werdet; so dass die Erwachsenen manchmal nach der Lesung eines Briefes entweder recht froh, oder mitunter auch so traurig wurden, dass sie von dem Spiele und Plaudern mit euch nichts mehr wissen wollten.
An diesem Sonntagmorgen hatte der Briefträger unter den vielen großen, mehr oder minder wichtigen Briefen auch einige ganz winzige, auf deren Umschlag sich die auffallend steifen und in die Länge gezogenen Buchstaben wie Soldaten ansahen. So oft er eines dieser Briefchen in eine Stube befördert hatte, hörte man einen frohen Aufschrei , ein rasches Ab- und Zulaufen und eine gewisse Bewegung, die sich erst beschwichtigte, nachdem die lieben Mütter bittenden Kindern eine frohe Zusage gemacht hatten.
Die Briefchen waren alle ziemlich gleichlautend und da mir ein kleines Vögelchen den Inhalt verraten hat, will ich euch denselben mitteilen.
Da stand zu lesen: "Meine liebe Freundin!
Da am Sonntag mein Geburtstag gefeiert wird, hat meine Mutter mir erlaubt,
alle meine liebsten Freundinnen einzuladen. Bitte, komme auch du, bringe aber
auch deine liebe Puppe mit. Du weißt vielleicht, wie sehr ich meinige liebe und
ich denke, es wird sie auch freuen, wenn so viele von ihresgleichen zusammenkommen.
Es grüßt dich herzlich
deine Helene."
Die kleine Briefschreiberin ahnte wohl nicht, dass sie manche der Eingeladenen durch ihre Bitte wegen der Puppe in Verlegenheit bringen würde. Da war zuerst die hübsche Grete, der es nie gelang , in ihrem Puppenköfferchen Ordnung zu halten. Ach, es war ein bunter Seidenstrumpf und ein weißer Wollstrumpf vorrätig, die durchaus nicht zueinander passen wollten, und hätte das jüngere Schwesterchen nicht mit niedlichen Gamaschen ausgeholfen, so hätte Gretchens Puppe wohl Zuhause bleiben müssen. Es war ohnehin nicht recht paßlich, dass die Gamaschen zu einem Sommerkleide angezogen werden mussten, da es aber das einzige war, dass sich leidlich sehen lassen konnte, musste es wohl gut sein.
Auch die sonst so muntere Ella war über die Puppenfrage ganz verlegen, denn sie hatte kürzlich, als ein Hütchen, das sie mit vieler Mühe aufgeputzt, der Puppe nicht auf dem modernen Chignon sitzen wollte, in einem leider bei ihr nicht seltenen Zornesanfall die Arme zur Erde geworfen. Nun war die Nase in bedenklicher Weise verletzt worden, und hätte Mamas Stubenmädchen nicht auf die neue Mode hingewiesen, dass man verschleiert im Zimmer sitze, so wäre die arme Puppe gar nicht präsentabel gewesen.
In der größten Verlegenheit aber war die kleine Stefanie. "Die Puppe!" seufzte sie, "als ob man nur eine Puppe hätte! Ich habe doch erst zum letzten Weihnachtsfest sechs kleine Gliederpuppen, eine Kofferpuppe und eine Braut erhalten. Die Kofferpuppe ruft so niedlich "Papa, Mama!" und die Braut sieht dagegen so prächtig aus. Welche soll ich nun mitnehmen?" Nach langer Anfrage im Hause wurde beschlossen, die Braut mitzunehmen, da gewiss keine schönere Puppe in der ganzen Stadt zu finden sein werde.
Betrachten wir nun ein wenig unser Geburtstagskind, die liebe Helene.
Sie hatte gebeten, recht zeitig angekleidet zu werden, damit sie dann ungestört alles für ihre Gäste vorbereiten könne. Über das saubere Kleidchen wurde eine Schürze geworfen und nun ging es an die Arbeit. Obgleich der Puppenwinkel nett aufgeräumt war, wurde doch jeder Gegenstand mit einem Tüchlein rein abgewischt und an seinen Ort gestellt. Auf dem runden Tischchen, vor dem Sofa, das mit einem Reste vom Mamas Möbelstoff bezogen war, fand das hübsche goldberänderte Service seinen Platz. Der gute Vater hatte es vor zwei Jahren aus Karlsbad gebracht und es fehlte noch kein Stück davon. Auf jedes Tellerchen kam ein winziges Zuckerplätzchen und in jedes kleine Glas ein Tröpfchen Limonade. Nachdem alles sorgsam vorbereitet war, sollte die Puppe an die Reihe kommen. Die Puppe!
Helene hatte in Wahrheit nur eine einzige Puppe, namens Rosa, die sie aber unendlich liebte, eben weil sie ihre Einzige war. Sie hatte dieselbe zu ihrem zweiten Geburtstage bekommen, so dass Rosa heute ihren siebenten feierte, da ihre Herrin neun Jahre alt wurde. Wenn das kleine Mädchen anfänglich beim Waschen und Ankleiden ungebärdig sein wollte, wurde die Puppe vor sie hingestellt und die Mutter sagte ihr, sie wolle ihr doch kein böses Beispiel geben. Da lächelte der schon zum Weinen verzogene Mund, und die erste Lehre der Selbstbeherrschung war errungen.
An schlimmen Tagen, wenn Fieber die Wangen rötete, wenn der Umschlag um Hals und Stirne lästig wurde, wieder war es Rosa, die geduldig bei der kleinen Kranken ausharrte, an deren Mund der Löffel mit der bitteren Medizin zuerst gefüttert wurde, und die manchmal noch im heilbringenden Schlafe fest an die Brust gedrückt wurde. Und als Helene lernte, da saß die Puppe auch als treue Gefährtin nebenan, und ihr wurde das erste kleine Geschichtchen vorgelesen.
Nun war freilich nicht mehr so viel Zeit für das fröhliche Spiel frei; Lehrstunden und Aufgaben folgten aufeinander und nur die Abendstunden gehörten mehr der Erholung. Nun regten sich schon die geschickten Fingerchen zur Handarbeit, und manches neue Kleid zeugte von den Fortschritten, zu denen der Wunsch, für Rosa nähen zu dürfen, nicht am wenigsten beigetragen hatte.
Heute, am doppelten Geburtstage, sollte Rosa besonders nett angekleidet werden. Frische Wäsche, blendend weiße Strümpfchen, nette Stiefelchen wurden angelegt. Dann kam das neue blaue Ballkleidchen, darüber die Latzschürze, denn die Hauspuppe muss Hauskleidung haben. Die blonden Haare im Netzchen eingerollt, noch rasch ein blaues Stirnband, nun war es hohe Zeit, denn es wurde eben an der Glocke gezogen, und die kleinen Gäste erschienen der Reihe nach mit ihren Begleiterinnen.
Was war das für eine seltsame Gesellschaft, nämlich die Puppen, denn die kleinen Mädchen sahen so ziemlich alle gleich aus, wie ihr euch wohl vorstellen könnt. Da war Gretchens ziemlich herausgeputzte Puppe, nur die Gamaschen, die leidigen Gamaschen wollten nicht zu dem hellen Kleide passen.
Und Ellas arme Verwundete hatte ein schwarzes Spitzenendchen fest um Stirne und Nase gebunden, was ihr ein recht steifes Ansehen verlieh.
Eine andere Kleine hatte einen Jäger gebracht, dem das Steirerhütlein gar keck auf dem Kopfe sass und dem der Stutzen so unbequem über der Schulter hing, dass er sich nirgends anlehnen konnte.
Neben ihm stand eine Bierländerin, fest eingenäht in schwarzem Zeug, den Obstkorb auf dem Kopfe; die beiden freilich nur zum Anschauen gut, denn was soll man mit einem Jäger anfangen, dem man das Gewehr nicht losmachen kann, oder mit der aus Hamburg herkommenden Korbträgerin, die kein Glied regen darf, damit der auf dem Kopfe angeklebte Korb nicht herabfalle?
Auch ein Wickelkind erschien, als aber ein kleines Mädchen die rosenfarbene Bandschleifen am Steckkissen lösen wollte, erklärte die Besitzerin, das erlaube die Mama nicht. Nun frage ich euch, wie kann man ein Baby lieb haben, dass man nicht nach Herzenslust an- und auskleiden darf?
Nun erschien ein gar merkwürdiger Gast, eine Pariser Puppe, die man mittels eines Räderwerkes zum Laufen bringen konnte. sie rannte durch volle fünf Minuten wie närrisch im Kreise herum, plötzlich gab es eine Ruck, - Rrrrr - da lag sie, und ihre undankbare kleine Besitzerin hätte sie liegen lassen, wenn nicht Helenchen mit ihr Mitleid gehabt hätte und ihr einen Platz auf dem Sofa zugewiesen hätte.
Zuletzt kam Stefanie mit ihrer Braut, und ich muss gestehen, dass man nicht leicht eine schönere Puppe sehen konnte. Das Atlaskleid mit langer Schleppe musste vorsichtig gehoben werden, bis man ihr auf dem Sofa neben der Pariserin Platz machen konnte; der Schleier wallte bis zu den weißen Seidenschuhen nieder, ein Myrthenkranz zierte das Lockenköpfchen und die fein behandschuhte Hand hielt einen weißen Strauss.
Keines der kleinen Mädchen hatte je eine solche Herrlichkeit gesehen und die Laufpuppe ward ganz darüber vergessen. Es ist mir leid, sagen zu müssen, dass sich in manchen Herzchen ein böses Gefühl des Neides regte; ich nenne euch keine Namen, denn über so traurige Dinge soll man nicht viel sprechen. Dass es nicht die kleine Helene war, glaubt ihr mir sicher; im Gegenteil sah sie trotz der zerstreuenden Gesellschaft gar oft auf ihre Rosa und hätte gern gewusst, ob der Liebling wirklich etwas bei dieser ihm zum Gefallen vernastalteten Puppengesellschaft empfinde.
Wie der Nachmittag verging, könnt ihr euch selbst vorstellen. Es wurde zuerst der Puppenwinkel sorgfältig durchstöbert, was nicht gerade zu seinem Vorteil war, dann erhielten die Gäste reichlich Erfrischungen. Zuletzt fand ein munteres Pfänderspiel statt und als es vom Turme acht Uhr schlug, kamen Diener und Dienerinnen, hüllten Mädchen und Puppen mehr oder minder sorgfältig ein und bald war es still in Helenes nettem Zimmerchen.
So müde die Kleine auch war, sie ließ es sich doch nicht nehmen, ihr Spielzeug in die schönste Ordnung zu bringen, die liebe Rosa auszukleiden und zu Bette zu legen, bevor sie selbst zur Ruhe gehen wollte.
Tut ihr das auch, meine Lieben?
Wie erstaunt war aber Helene, als sie bei einem zufälligen Blick auf das Sofa die schöne Braut ganz geduldig in der Ecke lehnen sah. Stefanie hatte sie vollständig vergessen, was man wohl einem Mädchen verzeihen kann, das erst zur letzten Weihnacht sechs Gliederpuppen bekommen hatte und noch von früher eine Tirolerin, einen Matrosen und eine Anzahl anderer mehr oder weniger kostbarer Puppen besaß, so dass es ihr auf eine nicht ankommen konnte.
Nun hättet ihr Helenes Verlegenheit sehen sollen! Das Gastrecht gebot, der armen Verlassenen eine bequeme Ruhestätte anzubieten, Rosa aber lag schon sanft gebettet und durfte nicht gestört werden. In der Ungewissheit, was sie tun solle, wollte Helene wenigstens anfangen, die Braut zu entkleiden, aber leider war alles fest an den Körper genäht und bei näherer Besichtigung überzeugte sich das gute Mädchen, dass nicht das Geringste für die Bequemlichkeit der armen Puppe geschehen könne, wenn nicht der ganze kostbare Putz gestört werden sollte. Nun wurde sie behutsam auf das Sofa gelegt, ein Kissen unter ihren Kopf geschoben, eine Decke sorgsam über sie gebreitet und dann erst suchte das Geburtstagskind sein Lager auf.
Bald herrschte die tiefste Ruhe im Hause. Helenes Wangen röteten sich im Schlafe, gleichmäßig hob und senkte sich ihre Brust und kein Traumgebilde störte ihre Seele, bis es vom Turme zwölf Uhr schlug.
Nun begab sich etwas Seltsames, dass ich euch mit bestem Wissen nicht erklären kann. Träumte die Kleine, oder war es Wirklichkeit, dass sich mit dem letzten Schlag der Mitternachtsstunde die beiden Puppen, die eine in ihrem Bettchen, die andere auf dem Sofa, zu dehnen und zu strecken begannen? Ja noch mehr des Wunders, die Braut, der es vermutlich in dem leichten Anzuge kalt geworden, nieste so heftig, dass Rosa in die Hohe fuhr und fragte: "Wer ist da?"
"Ach, " antwortete die Andere "ich bin es, der die Nacht so lange wird wie der Tag, immer fest eingenäht in dem engen Kleide und mit dem Kranze auf dem Kopf, den ich mir gerne herabreißen würde, wenn ich nicht fürchtete, dass die Schuld auf die kleine Helene fällt, die wirklich ein gutes Kind ist und mir es so bequem gemacht hat, wie ich es noch nicht gehabt, seit ich Braut geworden."
"Möchtest du mir nicht sagen, wie du heißt?", fragte Rosa. "Wenn ich das nur selber wüsste," antwortete die Puppe ärgerlich.
"Siehst du, meine früheste Erinnerung reicht dahin, dass es mir wie ein Ruck durch den Körper ging und ich mich auf einem großen Tisch fand, wo eine Anzahl von kleinen Köpfen neben einer gleichen Menge von kopflosen Leibern lagen. Wie nun der Reihe nach aus den beiden Bestandteilen je eine Puppe wurde, dachte ich mir, der Ruck sei wohl dadurch entstanden, dass Körper und Geist zusammenkamen, wodurch ich eine vollständige, zu Leid und Freud befähigte Puppe geworden.
Ich glaube, die Menschen nennen das Geburt und ich bin gutmütig genug, ihnen zu wünschen, dass sie sich als Neugeborene behaglicher fühlen mögen, als das bei mir der Fall war.
Nun, da lagen wir, blonde und braune Puppen mit langen Flechten oder kurzen Löckchen und es erschien mir schwer, etwas Besonderes an einer von uns zu finden. Es muss aber doch ein Unterschied gewesen sein, denn eine unangenehme Person, die uns mit ihren mageren Fingern schonungslos durcheinander warf, klebte endlich einer jeden ein Zettelchen , auf die Brust, das, wie ich später merkte, unsere künftige Bestimmung enthielt.
Ein schlank geratenes Persönchen mit sanftem Ausdruck in den Zügen wurde mit dem Worte NONNE versehen. Ich sah sie später in einem schwarzen Tuchhabit, das im Sommer warm genug sein muss und einer Schleierbinde über der Stirne.
Eine kleine Dicke erhielt die Aufschrift BÄUERIN; auch mit ihr traf ich im Laden des Spielwarenhändlers zusammen, und sie klagte mir bei unserer Mitternachtsplauderstunde, die ein wahres Glück für uns Puppen ist, dass es ihr furchtbar beschwerlich sei, Tag und Nacht mit dem Graskober auf dem Rücken dastehen zu müssen. So erhielt jede von uns ihre Bestimmung , bis die Reihe an mich kam und ich, vermutlich weil ich unleugbar sehr hübsch bin, zur Braut erwählt wurde. In meiner Unerfahrenheit war ich recht froh, als mich eine bleiche, vergrämte Arbeiterin in Seide und Spitze einhüllte.
Ich war auch sehr bald fertig, denn Weihnachten war vor der Tür und da nähte so ein armes Mädchen Tag und Nacht hindurch, um zu rechter Zeit das Bestellte abliefern zu können. Nun da lag ich in einem sauberen Karton, neben all den vornehmeren Puppen im Laden, während das gemeine Volk in Kattun und Leinen Tag und Nacht auf kleinen Stöckchen auf Käufer warten musste.
Endlich wurde ich abgeholt und ich darf nicht leugnen, dass es mich freute, als mich ein baumlanger Diener in einen schönen Wagen hob und ich am Abend unter einen mit glänzenden Lichtlein besteckten Tannenbaum gelegt wurde.
Leider war dies meine letzte gute Stunde, denn das kleine Mädchen, dem ich beschert wurde, scheint keine rechte Freude an mir zu haben und ich werde entweder tagelang gar nicht beachtet, oder es bindet mich ein kleiner Junge auf sein Schaukelpferd und schleudert mich hin und her, dass es ein Wunder ist, wie noch Kranz und Schleier auf dem Kopfe halten.
So richtig gemütlich ist es mir erst heute geworden, wo mich deine kleine Mama auf dem Sofa bettete. Nun erzähle mir aber auch, wie es mit dir herging?"
"Ich muss dir sagen," antwortete Rosa, "ich habe es wahrhaftig immer gut gehabt. Den gewissen Ruck, über den du dich beklagst, habe ich wohl auch noch in Erinnerung, das ist aber schon lange her und er wurde möglichst sacht vorgenommen.
Es war die Mutter meiner Mama Helene, die diese notwendige Operation an mir vollzog, und sie tat es hübsch langsam. Dann kleidete sie mich nach und nach an, so wie ein Stück meiner Bekleidung nach dem anderen fertig wurde, und sah mich dabei mit glücklichem Lächeln an. Einmal zeigte sie mich sogar ihrem Gatten, der lachte sie und mich aber aus.
Wenn Helenchen dann ins Zimmerchen trippelte, wurde ein Tuch über mich geworfen, und als ich endlich fertig war und der Kleinen als Geburtstagsgeschenk in die bittend emporgehobenen Arme gelegt wurde, da ward ich so geherzt und liebkost, wie ein Kind im Mutterarm.
Nun bin ich schon lange im Hause, bekomme zu Weihnachten und zum Geburtstage immer ein neues Einrichtungsstück oder etwas für meine Toilette und hoffe auf ein recht ruhiges Alter, denn ich bin die einzige Puppe geblieben , und wenn meine Helene groß wird, hebt sie mich gewiss zum Andenken an die Freude, die ich ihr bereitet habe, sorgfältig auf."
Eben wollte die Braut etwas erwidern, da schlug es Eins. Die Puppenplauderstunde war vorüber - leblos sanken sie auf ihre Lagerstätten zurück.
Am Morgen erzählte Helene ihrer Mutter, es habe ihr geträumt, dass die beiden Puppen die Nacht über allerlei närrisches Zeug gesprochen hätten. Die Mutter erklärte, das sei die Folge des unter so vielen Puppen verbrachten Nachmittags gewesen. Dann wurde die Braut in ein Tuch gewickelt und fortgeschickt, ohne dass jemand ahnte, dass sie sich dabei etwas denken könnte.
Warum ich euch, meine kleinen Freundinnen, diese Geschichte erzählt habe?
Ja seht, einige von euch haben vielleicht eine recht in Unordnung geratene Puppe; bittet also eure guten Mütter um etwas Zeug und richtet sie sorgfältig her, damit ihr wieder Freude daran habt und euch vor dem Gedanken nicht fürchten müsset, dass sich die Puppe vielleicht um Mitternacht über euch beklage.
Ihr anderen aber, denen mit diesen Blättern auch viele andere schöne und nützliche Dinge beschert wurden, haltet Umschau unter eurem Überflusse. Bittet eure Mütter, von den vielen Puppen, die ihr besitzt, armen Kindern, die sich an einer einzigen so herzlich erfreuen würden, die meisten schenken zu dürfen.
Glaubt mir, die EINE Puppe, für die ihr nähet und kochet, die ihr am Morgen nett ankleidet und am Abend sorgfältig zu Bette bringet, wird euch mehr Freude bereiten als all der Überfluss.
Und seid ihr einmal erwachsen, so wird sie euch ein eben so liebes Andenken an die Kindertage sein, wie Helene ihre Rosa.


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Die Legende vom Kornwunder
Es war zu der Zeit, als Nikolaus Bischof in der Stadt Myra war. Eine lange Trockenheit hatte den Boden ausgeglüht und jedes grüne Kraut verdorren lassen. Seit zwei Jahren hatten die Menschen in der ganzen Gegend kein Korn mehr ernten können. Anfangs waren noch Handelsschiffe über das Mittelmeer in den Hafen gesegelt, doch als es in Myra nichts mehr zu handeln gab, blieben sie weg. Bald waren die Vorräte aufgezehrt, und der Hunger klopfte an die Türen. Auch für die Schafe und Ziegen gab es kein Futter mehr. So wurde ein Tier nach dem anderen geschlachtet, und ihr Fleisch nährte die Menschen noch eine Weile.
Tobias, ein Junge von zehn Jahren, besaß einen jungen Esel. Er hatte ihn stets gut gefüttert und täglich gestriegelt. Aber nun war das Tier abgemagert und struppig, und seine Rippen stachen spitz unter dem Fell hervor. Beharrlich hatte sich Tobias geweigert, den Esel schlachten zu lassen, obwohl auch ihn der Hunger quälte. Eines Tages ging er mit dem Esel zum Hafen und starrte auf das Meer. „Irgendwann muss doch ein Schiff kommen“, flüsterte er. Und dann war es ihm, als ob er im Sonnegeflimmer über den Wellen rote Segel sähe. Erst glaubte er, dass der Hunger ihm Wunschbilder vorgaukelte, aber es näherten sich wirklich der Schiffe heran und segelten mit dem Abendwind in den Hafen von Myra ein.
Inzwischen hatten sich viele Menschen am Hafen versammelt und schauten und hofften darauf, dass ihr Schicksal sich wende. Tatsächlich waren die Schiffe bis oben hin mit Korn beladen und lagen tief im Wasser. Der Bürgermeister trat dicht an eines der Schiffe heran und rief:“ seit Wochen leiden wir große Not . Gebt uns von dem Korn, Kapitän, damit wir nicht Hungers sterben müssen.“
Doch der Kapitän befahl seinen Matrosen, die Sperre und Bögen zur Hand zu nehmen.
„Jeden, der den Schiffen zu nahe kommt, werden wir töten. Ich kann euch nicht einen einzigen Sack Korn von der Ladung überlassen. Das Korn gehört dem Kaiser in Byzanz. Jeder Sack wird gezählt, sobald unsere Schiffe ihr Ziel erreichen. Wenn ich etwas weggebe, dann wird der Kaiser mich für den Rest meines Lebens in den Kerker werfen lassen.
Hat nicht unser Bischof Nikolaus schon manchen harten Menschen bewogen, anderen zu helfen? Dachte Tobias. Er wollte zum Haus des Bischofs laufen und ihm von den Kornschiffen im Hafen berichten, doch der Esel sträubte sich, auch nur einen Schritt von den Schiffen wegzugehen, denn er hatte das Korn gewittert. Da ließ der Junge das Tier zurück und rannte los. Als der Bischof hörte, was sich ereignet hatte, fasste er den Jungen bei der Hand. Schnellen Schrittes ging es zum Hafen.
Sie standen sich feindselig gegenüber, die Matrosen mit ihren Waffen und die hungernde Meute. „Ich kann die Leute nicht mehr lange zurückhalten“, sagte der Bürgermeister zu Nikolaus. „Sie werden vor lauter Verzweiflung die Schiffe zu stürmen versuchen.“
„Dann wird viel Blut fließen“, antwortete der Bischof. Er kletterte auf eine Holzkiste und rief den Menschen zu:“ habt noch ein wenig Geduld! Ich werde mit dem Kapitän reden.“
„Komm an Bord, wenn du mit mir sprechen willst“, sagte der Kapitän. Wieder fasste der Bischof die Hand des Jungen.
„Nein“, sagte der Kapitän zu Nikolaus. „Nur du allein sollst auf das Schiff kommen!“
„Fürchtest du dich vor einem Kind?“ fragte der Bischof.
Da ließ der Kapitän es zu, dass auch Tobias seinen Fuß auf die Planken setzte.
Der Esel lief dem Jungen nach. Der Kapitän lachte und. rief seinen Leuten zu:“ Drei Esel an Bord. Und wenigstens zwei
Von ihnen sollten wissen, dass ein guter Kapitän nichts von seiner Ladung abgeben darf.“
Nikolaus sagte zu ihm:“ Schau dir den jungen genau an. Er besteht nur noch aus Haut und Knochen. Hilfst du nicht, dann wird er, dann werden wir alle sterben“.
„Das ist wohl schlimm“, gab der Kapitän zu. „Aber es gilt, mein eigenes Leben zu retten. Falls ich später nur einen einzigen Sack Korn zu wenig auslade...“
„Ich weiß es“, sagte Nikolaus. „Aber ich verspreche dir, soviel du uns auch abgibst, nichts, nicht ein einziges Körnchen wird an deiner Ladung fehlen“.
„Die Zeiten, in denen unser Herr Jesus über die Erde ging und Wunder wirkte, die sind längst vorbei“, antwortete der Kapitän.
„Um Jesu willen, lass uns den Versuch wagen. Einige Männer sollen die Säcke von deinem Schiff an Land tragen und nahebei stapeln. Deine Matrosen mögen das Korn bewachen. Es wird nicht das geringste im Schiffbauch fehlen, sonst, ich schwöre dir, werde ich, der Bischof von Myra, selbst Sack um Sack zurücktragen“.
„Das will ich sehen“, rief der Kapitän und lachte. Er wandte sich an Tobias und sagte:“ he du, setze dich an den Schiffsrand. Deine Füße reichen gerade bis an den Wasserspiegel. Ihr dürft einige Säcke Korn nehmen. Wird die Ladung leichter, steigt das Schiff höher aus dem Wasser. Wir werden es sehen. Kein Mensch kann Korn vermehren“:
„Wenn unser Bischof es sagt, wird es geschehen“, rief der Junge.
„Schweig still, du Grünschnabel“ fuhr der Kapitän ihn an.
„Du sprichst die Wahrheit, Kapitän. Ein Mensch kann das Korn nicht vermehren“, sagte Nikolaus und bestimmte einige junge Männer, die mit dem Abladen beginnen sollten. Sie kamen an Bord und trugen Sack um Sack an Land. Ganz genau beobachtete der Kapitän, ob die Beine des Jungen sich nicht endlich über den Wasserspiegel hoben. Aber das geschah nicht. Wie viele Säcke auch an Land getragen wurden, das Schiff hob sich nicht einmal eine Spanne breit aus dem Wasser, und an der Ladung fehlte nichts.
Zuletzt sagte der Bischof:“ Nun ist es genug. Das Korn reicht bis zur nächsten Ernte“.
Da trat der Kapitän an den Jungen heran, hob ihn auf die Füße und schenkte ihm ein weißes Brot. Tobias hatte schon wochenlang kein Brot mehr gesehen, aber bevor er ein Stück davon aß, brach er für seinen Esel einen Kanten ab und flüsterte dem Tier zu:“ Siehst du, Graupelz, es war doch gut, dass wir dich nicht geschlachtet haben“.
Auf dem Platz am Hafen brach ein großer Jubel aus. Die einen lobten Gott für das Wunder, das sie mit eigenen Augen gesehen hatten, die anderen dachten daran, wie wunderbar es war, wieder etwas zu essen zu haben. Die Matrosen legten nun ihre Waffen aus den Händen, kamen von den Schiffen herunter und feierten mit den Menschen von Myra ein Fest.
Erzählt von Willi Fährmann
gefunden in einem alten Adventskalender
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Der Pfefferkuchenmann
Er ist aus Afrika und doch so braungebrannt.

Die Geschichte vom Tannebaum
Autor: Hans Christian Anderson
Draussen im Walde stand ein niedlicher Tannenbaum; er hatte einen guten Platz, die Sonne konnte zu ihm dringen, Luft war genug da, und ringsherum wuchsen viele grössere Kameraden, Tannen und Fichten. Aber der kleine Tannenbaum wollte immer wachsen und wachsen; er dachte nicht an den warmen Sonnenschein und die frische Luft, bekümmerte sich nicht um die Bauernkinder, die dort gingen und plauderten, wenn sie draussen im Walde umherschwärmten, um Erdbeeren und Himbeeren zu sammeln. Oftmals kamen sie mit einem ganzen Topfe voll oder hatten Erdbeeren auf Strohhalme gezogen. Dann setzten sie sich neben das Bäumchen und sagten:" Nein, wie niedlich klein ist der!" Das gefiel dem Baume durchaus nicht.
Im nächsten Jahre war er schon um einen langen Schuh grösser, und das Jahr darauf war er wieder noch um einen länger; denn bei einem Tannenbaume kann man, sobald man zählt, wie oft er einen neuen Trieb angesetzt hat, genau die Jahre seines Wachstums berechnen.
"Oh, wäre ich doch ein so grosser Baum wie die anderen!", seufzte das Bäumchen. "Dann könnte ich meine Zweige weit ausbreiten und mit dem Wipfel in die weite Welt hinausschauen! Dann würden die Vögel ihre Nester zwischen meinen Zweigen bauen, und wenn es stürmte, könnte ich so vornehm nicken, wie dort die anderen."
Weder der Sonnenschein noch die Vögel, oder die roten Wolken, die morgens und abends über ihn hinsegelten, machten ihm Freude. War es nun Winter und Schnee lag ringsherum blendend weiss, dann kam oft ein Hase angesprungen und setzte gerade über das Bäumchen fort. Oh, das war empörend! Aber zwei Winter verstrichen und im dritten war der Baum schon so hoch, dass der Hase um ihn herumlaufen musste. "Oh, wachsen, wachsen, gross und alt werden, das ist doch das einzig Schöne in der Welt!" dachte der Baum. Im Spätherbst erschienen regelmässig Holzhauer und fällten einige der grössten Bäume. Das geschah jedes Jahr, und den jungen Tannenbaum, der nun schon tüchtig in die Höhe geschossen war, befiel Zittern und Beben dabei, denn mit Gepolter und Krachen stürzten sie zur Erde, die Zweige wurden ihnen abgehauen, sie sahen nun ganz nackt, lang und schmal aus, sie waren kaum noch wiederzuerkennen. Dann aber wurden sie auf Wagen gelegt, und Pferde zogen sie von dannen aus dem Wald hinaus.
Wohin sollten sie? Was stand ihnen bevor?
Als im Frühjahr die Schwalbe und der Storch kamen, fragte sie der Baum:" Wisst ihr nicht, wohin sie geführt wurden? Seid ihr ihnen nicht begegnet?" Die Schwalbe wusste nichts, doch der Storch sah sehr nachdenklich aus, nickte mit dem Kopf und sagte:" Ja, ich glaube fast; mir begegneten auf dem Rückweg von Ägypten viele neue Schiffe. Auf denselben standen prächtige Mastbäume; ich darf wohl behaupten, dass sie es waren; sie verbreiteten Tannengeruch. Ich kann vielmals grüssen, sie überragen alles, sie überragen alles!"
"Oh, wäre ich doch auch gross genug, um über das Meer hinauszufliegen. Wie ist es eigentlich, dieses Meer, und wem ähnelt es?" "Ja, das ist etwas weitläufig zu erklären!", sagte der Storch und ging.
"Freu dich deiner Jugend!", sagten die Sonnenstrahlen. "Freu dich deines Wachstums, des jungen Lebens, das dich erfüllt!"
Und der Wind küsste den Baum, und der Tau weinte Tränen über ihn, allein der Tannenbaum verstand es nicht. In der Weihnachtszeit wurden ganz junge Bäume gefällt, Bäume, die nicht einmal so gross waren, noch in demselben Alter standen wie dieses Tannenbäumchen, das weder Ruh noch Rast hatte, sondern nur immer weiter wollte. Diese jungen Bäumchen, und es waren gerade die allerschönsten, behielten immer ihre Zweige, sie wurden auf Wagen gelegt, und Pferde zogen sie aus dem Walde.
"Wohin sollen sie?", fragte der Tannenbaum. "Sie sind nicht grösser als ich, ja, da war sogar einer, der noch weit kleiner war. Weshalb behielten sie ihre Zweige, wo fahren sie hin?"
"Das wissen wir, das wissen wir!", zwitscherten die Sperlinge. "Unten in der Stadt haben wir zu den Fenstern hineingeschaut. Wir wissen, wohin sie fahren! Oh, sie gelangen zur grössten Pracht und Herrlichkeit, die sich denken lässt! Wir haben zu den Fenstern hineingeschaut und gesehen, dass sie mitten in der warmen Stube hineingepflanzt und mit herrlichsten Sachen, mit vergoldeten Äpfeln, Honigkuchen, Spielzeug und vielen hundert Lichtern ausgeschmückt wurden!"
"Und dann?", fragte der Tannenbaum und bebte in allen Zweigen. "Und dann? Was geschieht dann?"
"Ja, mehr haben wir nicht gesehen, es war unvergleichlich!"
"Ob auch mir dieses Los zufallen wird, diesen strahlenden Weg zu gehen?", jubelte das Bäumchen. "Das ist noch besser, als über das Meer zu gehen. Wie mich die Sehnsucht verzehrt! Wäre es doch Weihnachten! Jetzt bin ich hoch und erwachsen wie die anderen, die das letzte Mal fortgeführt wurden. Oh, wäre ich erst auf dem Wagen! Wäre ich erst in der Stube mit all ihrer Pracht und Herrlichkeit! Und dann? Ja, dann kommt noch etwas Besseres, noch Schöneres, weshalb würde man mich sonst so ausschmücken! Da muss noch etwas Grösseres, noch etwas Herrlicheres kommen...! Aber was? Oh, ich leide, mich verzehrt die Sehnsucht; ich weiss selber nicht, wie mir zumute ist!"
"Freue dich meiner!", sagten die Luft und der Sonnenschein;"freue dich deiner frischen Jugend draussen im Freien!"
Aber das Bäumchen freute sich gar nicht; es wuchs und wuchs, Winter und Sommer stand es grün; dunkelgrün stand es da! Die Leute, die es sahen, sagten:" Das ist ein hübscher Baum!", und zur Weihnachtszeit wurde er zuerst von allen gefällt! Die Axt hieb tief durch das Mark; der Baum fiel mit einem Seufzer zu Boden. Er fühlte einen Schmerz, eine Ohnmacht, er vermochte an gar kein Glück zu denken. Er war betrübt, von der Heimat zu scheiden, von dem Flecke, auf dem er emporgeschossen war. Er wusste ja, dass er nie mehr die lieben, alten Kameraden, die kleinen Büsche und Blumen ringsumher, ja vielleicht nicht einmal die Vögel sehen würde. Die Abreise war durchaus mit keiner Behaglichkeit verbunden.
Der Baum kam erst wieder zu sich, als er im Hofe, mit den anderen Bäumen abgeladen, einen Mann sagen hörte:" Der ist prächtig! Wir brauchen keinen anderen!"
Nun kamen zwei Diener im vollen Staate und trugen den Tannenbaum in einen grossen, prächtigen Saal. Ringsumher an den Wänden hingen Portraits, und neben dem grossen Ofen standen chinesische Vasen mit Löwen auf den Deckeln. Da gab es Schaukelstühle, Sofas mit seidenen Überzügen, grosse Tische, bedeckt mit Bilderbüchern und Spielzeug für hundertmal hundert Taler - wenigstens behaupteten das die Kinder. Der Tannenbaum wurde in ein grosses mit Sand gefülltes Gefäss gestellt, doch konnte niemand bemerken, dass es ein Gefäss war, denn es wurde ringsherum mit grünem Zeug behängt und stand auf einem grossen, bunten Teppiche. Oh, wie der Baum bebte! Was sollte doch nun geschehen? Sowohl die Diener, als auch die Fräulein kamen und putzten ihn aus. Über die Zweige hängten sie kleine, aus buntem Papier ausgeschnittene Netze; jedes Netz war mit Zuckerwerk gefüllt. Vergoldete Äpfel und Walnüsse hingen wie festgewachsen herab, und über hundert rote, blaue und weisse Lichterchen wurden an den Zweigen befestigt. Puppen, die wie leibhaftige Menschen aussahen - der Baum hatte solche nie zuvor gesehen - schwebten im Grünen, und ganz oben auf der Spitze strahlte ein Stern aus Flittergold. Es war prächtig, ganz und unvergleichlich prächtig!
"Heute abend", sagten alle, 'heute abend wird er strahlen!" "Oh", dachte der Baum, "wäre es doch erst Abend! Würden doch nur die Lichter bald angezündet! Und was mag dann geschehen? Ob die Sperlinge gegen die Fensterscheiben fliegen? Ob ich hier festgewachsen und Winter und Sommer geschmückt dastehen werde?"
Er wusste wirklich gut Bescheid! Aber er hatte aus lauter Sehnsucht förmlich Borkenweh, und Borkenweh ist für einen Baum ebenso schlimm, wie Kopfweh für uns andere.
Nun wurden die Lichter angezündet . Welcher Glanz! Welche Pracht! Der Baum bebte in allen Zweigen dabei, so dass einige Nadeln an einem der Lichter Feuer fingen. Es sengte ordentlich.
"Gott bewahre uns!", schrien die Fräulein und löschten es schnell aus.
Nun durfte der Baum nicht einmal beben. Oh, das war ein Graus! Er war so besorgt, etwas von all seinem Staate zu verlieren; er war von all dem Glanze wie betrübt. Und nun öffneten sich beide Flügeltüren, und eine Menge Kinder stürzten herein, als ob sie den ganzen Baum umrennen wollten. Die älteren Leute kamen bedächtig hinterher; die Kleinen standen ganz stumm, aber nur einen kurzen Augenblick, dann jubelten sie wieder so, dass es widerhallte. Sie tanzten um den Baum, und ein Geschenk nach dem anderen wurde abgepflückt.
"Was haben sie nur vor?", dachte der Baum. "Was soll da geschehen?"
Die Lichter brannten bis auf die Zweige herunter, und darauf löschte man sie aus, und die Kinder erhielten die Erlaubnis, den Baum zu plündern. Oh, die stürzten auf ihn los, dass es in allen Zweigen krachte. Wäre er nicht mit der Spitze und dem goldenen Stern an der Decke befestigt gewesen, so hätten sie ihn sicher umgeworfen.
Die Kinder tanzten nun mit ihrem prächtigen Spielzeug umher. Niemand beachtete den Baum, mit Ausnahme der alten Kinderfrau, die aufmerksam zwischen die Zweige blickte; aber sie wollte nur nachsehen, ob nicht eine Feige oder ein Apfel vergessen war.
"Eine Geschichte, eine Geschichte!", riefen die Kinder und zerrten einen dicken Mann nach dem Baume hin. Er setzte sich gerade unter demselben hin, "denn so", meinte er, "sind wir im Grünen, und der Baum kann sich besonders eine Lehre daraus ziehen, wenn er gut aufmerkt. Aber ich erzähle nur eine Geschichte. Wollt ihr die von Ibede-Abede hören, oder die von Klumpe-Dumpe, der die Treppe hinabfiel und sich doch auf den Thron schwang und die Prinzessin erhielt?"
"Ibede-Abede!", schrien einige,, "Klumpe-Dumpe!", schrien andere. Was war das für ein Rufen und Durcheinanderschreien! Nur der Tannenbaum schwieg still und dachte:" Soll ich nicht mitraten, will ich auch nicht mitraten!" Seine Rolle war vorrüber, er hatte ja seine Schuldigkeit getan!
Der Mann erzählte von Klumpe-Dumpe, der die Treppe hinabfiel und sich auf den Thron schwang und die Prinzessin erhielt. Und die Kinder klatschten in die Hände und riefen:" Erzähle, erzähle!" Sie wollten auch noch die Geschichte von Ibede-Abede hören, mussten sich aber mit Klumpe-Dumpe begnügen. Der Tannenbaum stand ganz still und gedankenvoll, nie hatten die Vögel draussen im Walde dergleichen erzählt. Klumpe-Dumpe fiel die Treppe hinab und bekam doch die Prinzessin! "Ja, ja, so geht es in der Welt zu!", dachte der Tannenbaum und hielt es für Wahrheit, weil der Erzähler so ein netter Mann war. "Ja, ja, wer kann wissen, vielleicht falle ich auch die Treppe hinab und bekomme eine Prinzessin! Und er freute sich darauf, den nächsten Tag wieder mit Lichtern und Spielzeug, mit Gold und Früchten bekleidet zu werden.
"Morgen werde ich nicht zittern!', dachte er. "Ich werde eine recht herzliche Freude über alle meine Herrlichkeit empfinden. Morgen werde ich wieder die Geschichte von Klumpe-Dumpe hören und vielleicht auch die von Ibede-Abede." Und der Baum stand die ganze Nacht still und gedankenverloren da.
Am folgenden Morgen traten die Diener und Mägde herein. "Nun beginnt der Staat von neuem!', dachte der Baum, aber sie schleppten ihn zum Zimmer hinaus, die Treppe hinauf bis auf den Boden, und dort stellten sie ihn in einen dunklen Winkel, wohin kein Tageslicht fiel. "Was hat denn das zu bedeuten?', dachte der Baum. "Was habe ich denn hier zu tun? Was mag ich denn hier hören sollen?" Er lehnte sich gegen die Mauer und stand da und sann und sann. Und Zeit hatte er genug dazu, denn es verstrichen Tage und Nächte. Niemand kam herauf, und als endlich jemand kam, geschah es nur zu dem Zwecke, einige grosse Kästen in den Winkel zu stellen. Der Baum stand so versteckt, dass man hätte meinen können. er wäre rein in Vergessenheit geraten.
"Nun ist draussen Winter!", dachte der Baum. "Die Erde ist hart, mit Schnee bedeckt, die Menschen können mich nicht pflanzen; deshalb soll ich wahrscheinlich bis zum Frühling hier im Schutze stehen! Wie fürsorglich das doch ist! Wie gut die Menschen doch sind! Wäre es hier nur nicht so dunkel und so schrecklich einsam! Nicht einmal ein Häschen ist hier zu finden! Draussen im Walde war es doch lustig , wenn der Schnee lag und der Hase vorübersprang, ja selbst, wenn er über mich hinwegsetzte; aber damals gefiel es mir freilich nicht. Hier oben ist es doch entsetzlich einsam!"
"Piep, piep!", sagte plötzlich eine Maus und schlüpfte hervor, und darauf kam noch eine kleine. Sie schnüffelten an dem Tannenbaume und schmiegten sich durch die Zweige desselben. "Es herrscht eine furchtbare Kälte!", sagten die Mäuschen. "Sonst ist hier ein vortrefflicher Aufenthalt! Nicht wahr, du alter Tannenbaum.
"Ich bin doch gar nicht alt!", versetzte der Tannenbaum. "Es gibt viel ältere als ich es bin!"
"Wo kommst du her?", fragten die Mäuse. "Und was weisst du?" Sie waren gewaltig neugierig. "Erzähle uns doch von dem herrlichsten Plätzchen auf Erden! Bist du schon dort gewesen? Bist du schon in der Speisekammer gewesen, wo Käse auf Brettern liegen und Schinken unter der Decke hängen, wo man auf Talglichtern tanzt, mager hineingeht und fett herauskommt?"
"Die kenne ich allerdings nicht", sagte der Baum, "aber den Wald kenne ich, wo die Sonne scheint und die Vögel singen!" Darauf erzählte er ihnen alle Erlebnisse seiner Jugend, und die Mäuschen hatten dergleichen nie zuvor gehört, lauschten aufmerksam zu und sagten:" Wieviel du doch gesehen hast! Wie glücklich du gewesen bist!"
"Ich!", versetzte der Tannenbaum und dachte nun erst über seine eigene Erzählung nach. "Ja, im Grunde waren es recht lustige Zeiten!" Aber dann erzählte er vom Weihnachtsabend, wo er mit Lichtern und Kuchen aufgeputzt war.
"Oh!", sagten die Mäuschen. "Wie glücklich du gewesen bist, du alter Tannenbaum!"
"Ich bin durchaus nicht alt!", erwiderte der Tannenbaum. "Erst in diesem Winter bin ich ja aus dem Walde gekommen! Ich stehe in meinem allerbesten Alter, ich bin nur sehr gewachsen!'
"Wie schön du erzählst!", sagten die Mäuschen, und in der nächsten Nacht kamen sie mit vier anderen kleinen Mäuschen wieder, die auch den Baum sollten erzählen hören, und je mehr er erzählte, desto lebhafter trat es ihm selbst vor Augen und er dachte:" Es waren doch wirklich glückliche Zeiten! Aber sie können wiederkommen, sie können wiederkommen!"
Und dabei fiel dem Tannenbäumchen eine kleine Birke ein, die draussen im Walde wuchs und ihm wie eine leibhaftige schöne Prinzessin erschien.
"Wer ist Klumpe-Dumpe?", fragten die Mäuschen. Nun erzählte der Tannenbaum das ganze Märchen, dessen er sich Wort für Wort entsinnen konnte. Und die Mäuschen wären aus lauter Freude fast in die Spitze des Baumes gesprungen. In der folgenden Nacht versammelten sich noch weit mehr Mäuse , und am Sonntage kamen sogar zwei Ratten. Die behaupteten aber, die Geschichte sei nicht lustig, und das betrübte die Mäuschen, denn sie kam ihnen nun auch schon weniger schön vor.
"Können Sie nur die eine Geschichte erzählen?", fragten die Ratten.
"Nur die eine!", antwortete der Baum. "Ich hörte sie an meinem glücklichstem Abend, aber damals dachte ich nicht daran, wie glücklich ich war!"
"Dies ist eine höchst elende Geschichte! Wissen Sie keine von Speck und Talglichtern?"
"Nein!", sagte der Baum.
"Nun, dann danken wir dafür!, erwiderten die Ratten und kehrten zu den Ihrigen zurück.
Zuletzt blieben die Mäuschen auch fort, und da seufzte der Baum:" Es war doch ganz hübsch, als sie um mich sassen, die munteren Mäuschen, und auf meine Erzählungen lauschten! Nun ist das gleichfalls vorbei. Aber meine Freude soll von neuem beginnen, wenn ich wieder hervorgeholt werde!"
Aber wann ereignete sich das?
Ja, es war eines Morgens, da kamen Leute herauf und kramten auf dem Boden umher. Die Kästen erhielten einen neuen Platz und der Baum wurde hervorgezogen. Sie warfen ihn allerdings etwas unsanft auf den Fussboden, aber sofort schleppte ihn ein Hausknecht zur Treppe hin, wo das Tageslicht schimmerte.
"Nun beginnt das Leben wieder!", dachte der Baum. Er fühlte die frische Luft, den ersten Sonnenstrahl - und nun war er draussen auf dem Hofe. Alles ging so schnell , dass der Baum völlig vergass, sich selbst zu betrachten; zuviel Neues war ringsumher anzustaunen. Der Hof stiess an einen Garten, und alles darin stand in voller Blüte. Die Rosen hingen frisch und duftend über den kleinen Staketenzaun hinüber, die Lindenbäume blühten, und die Schwalben flogen umher und zwitscherten:" Quirre birrebit, mein Mann ist gekommen!" Aber den Tannenbaum meinten sie damit nicht.
"Nun will ich leben!", jubelte dieser und breitete seine Zweige weit aus. Ach, sie waren alle vertrocknet und gelb, und zwischen Unkraut und Nesseln lag er in einem Winkel da. Der Goldpapierstern sass noch oben auf der Spitze und leuchtete im hellsten Sonnenscheine.
Auf dem Hofe selbst spielten ein paar von den lustigen Kindern, die am Weihnachtsabend um den Baum getanzt hatten und dabei so fröhlich gewesen waren. Eines der Kleinsten lief hin und trat auf die Zweige, dass sie unter seinen Stiefeln knackten. Und der Baum betrachtete all die Blumenpracht und Frische im Garten, betrachtete dann sich selbst und wünschte, dass er in seinem finsteren Winkel auf dem Boden geblieben wäre. Er gedachte seiner frischen Jugend im Walde, des lustigen Weihnachtsabends und der kleine Mäuse, die so fröhlich der Geschichte von Klumpe-Dumpe zugelauscht hatten.
"Vorbei, vorbei!", seufte der arme Baum. "Hätte ich mich doch gefreut, als ich es noch konnte! Vorbei, vorbei!"
Der Hausknecht kam und hieb den Baum in kleine Stücke, ein ganzes Bund lag da; hell loderte es auf unter dem grossen Braukessel. Er seufzte tief, jeder Seufzer ertönte wie ein kleiner Schuss. Deshalb liefen die Kinder, die draussen spielten, herbei, setzten sich vor das Feuer, schauten hinein und riefen:" Piff, paff!" Aber bei jedem Knalle, der ein tiefer Seufzer war, gedachte der Baum eines Sommertages im Walde, einer Winternacht draussen, wenn die Sterne glänzten. Er gedachte des Weihnachtsabends und des Klumpe-Dumpe, des einzigen Märchens, das er gehört hatte und zu erzählen wusste - und dann war der Baum verbrannt.
Die Knaben spielten im Hofe, und der Kleinste hatte auf der Brust den Goldstern, den der Baum an seinem glücklichstem Abende getragen hatte. Nun war dieser vorüber und mit diesem auch der Baum nebst seiner Geschichte.
Vorbei, vorbei - und so geht es mit allen Geschichten.





Ich wünsche mir ein Schaukelpferd,
`ne Festung und Soldaten.
Und eine Rüstung und ein Schwert,
Wie sie die Ritter hatten.

Drei Märchenbücher wünsch`ich mir
Und Farben auch zum Malen.
Und Bilderbogen und Papier
Und Gold- und Silbeschalen.

Um weiße Tiere auch von Holz
Und farbige von Pappe.
Um einen Helm mit Federn stolz
Und eine Flechtenmappe.

Ein Domino, ein Lottospiel
Ein Kasperletheater.
Auch einen neuen Pinselstiel
Vergiß nicht, lieber Vater!

Auch einen großen Tannenbaum
Dran hundert Lichter glänzen.
Mit Marzipan und Zuckerschaum
Und Schokoladenkränzen.

Doch dünkt dies alles euch zu viel
Und wollt ihr daraus wählen
So könnte wohl der Pinselstiel
Und auch die Mappe fehlen.

Ein Zelt und sechs Kanonen dann
Und einen neuen Wagen
Und ein Geschirr mit Schellen dran.
Beim Pferdespiel zutragen.

Ein Perspektiv, ein Zootrop
`ne magische Laterne.
Ein Brennglas, ein Kaleidoskop
Dies alles hätt` ich gerne!
verfasser unbekannt





.
.




Im Winter finde ich keine Ruh,
Bevor ich nicht was gutes tu.
Es gibt viel Not auf dieser Welt,
Am besten hilft man da mit Geld.
*
Nicht mit dem Zahlschein auf der Bank,
Es gibt was Bess`res, Gott sei Dank.
Damit das Helfen mich auch freut,
Hab ich für einen Rundgang Zeit.
*
Jetzt, im Advent, an allen Ecken
Kann man den Punsch schon förmich schmecken,
Der heiß und süß und parfümiert
zum Wohl der Andren trunken wird.
*
Im Namen Allahs geh ich`s an
Und spende für Afghanistan.
Dann einen für die armen Kinder
Und für die ganz, ganz armen Inder.
*
Ich denk an die Malteser Ritter,
Denn deren Leiden ist recht bitter.
Beim Stand vom Lion`s Club, am Graben
Kann ich mich für Rumänien laben.
*
Rotarier nicht vergessen,
Die haben beinah nichts zu essen.
Als nächstes hebe ich mein Glas
Rasch für die liebe Caritas.
*
Für`s Rotes Kreuz und für die Gruft
Mit Zimt und mit Holunder-Duft.
Ich merke deutlich: Guter Werke
Erfordern sehr viel Kraft und Stärke.
*
Ein Punsch noch rasch für die Partei,
Als Wecheslwähler trink ich zwei.
Dort steht der Herr Bezirksvorsteher,
Bei einem Punsch kommt man sich näher.
*
Für`s Kinderdorf, für Kommunisten,
Für Asylanten, Terroristen.
Ich trinke gerne noch ein Viertel
Für einen neuen Sprengstoff-Gürtel.
*
Für Hungernde im fernen China,
Für Araber in Palästina.
Wer Gutes tut, hat immer recht.
Ein Punsch noch" und dann wird mir schlecht."
*
Doch ehe ich nach Hause schunkel,
trink ich noch rasch für "Licht im Dunkel".
Man kann doch wirklich jeden Deppen
Mit Punsch und Glüchwein kräftig neppen.
*
Ich kann die Häferln nicht mehr zählen,
Jedoch ich muß mich weiterquälen.
Am Stephansplatz werd ich ganz fromm
Und trinke auf den Stephansdom.
*
Spätabends ladet mich wer ein
Zu Punsch und Keks bei Kerzenschein.
"Doch bitte, komm mit leeren Händen!
Du kannst ja für die Armen spenden."
*
Am Sonntag dann, in meiner Pfarr
Wird sicher auch der Punsch nicht gar.
Das Geld für das, was uns so schmeckt
Wird in die Renovierung g`steckt.
*
So trink ich mich durch den Advent,
Ein Wahnsinn, was man dafür brennt!
Doch ist das letzte Geld auch weg,
Ich tu`s für einen guten Zweck.
*
Ich bin ein hoffnunsgloser Säufer,
Und Schuld sind nur die Punsch-Verkäufer.
Den Punsch kann ich schon nicht mehr sehen
Und laß ihn zu Silvester stehen.
*
Ich habe nur mehr einen Wunsch:
Ich trinke alles, nur kein Punsch.
Den Nächsten gibt es, das ist klar,
Erst im Advent im nächsten Jahr.
verfasser unbekannt



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Still ist die Nacht;
in seinem Zelt geboren,
der Schriftgelehrte spät
mit finstren Sorgen,
wann Judas mächtiger
Tyrann erscheint,
den Vorhang lüftet er,
nachstarrend lange
dem Stern, der gleitet
über Äthers Wange,
wie Freudenzähre,
die der Himmel weint.
*
Und fern vom Zelte über
einem Stalle,
da ist`s, als ob aufs
nied`re Ach er falle;
in tausend Radien
sein Licht er gießt.
Ein Meteor,
so dachte der Gelehrte,
als langsam er zu seinen
Büchern kehrte.
O weißt du, wen das
nied`re Dach umschließt?
*
In einer Krippe ruht
ein neugeboren
und schlummernd Kindlein;
wie im Traum verloren
die Mutter knieet,
schlichteer Mann rückt
tief erschüttert
das Lager ihnen;
seine Rechte zittert
dem Schleier nahe
um den Mantel noch.
*
Und an der Türe
steh`n geringe Leute,
mühsel`ge Hirten,
doch die ersten heute,
und in den Lüften
klingt es süß und lind,
verlor`ne Töne von der
Engel Liede;
"Dem höchsten Ehr
und allen Menschen Friede,
die eines guten Willens sind."
Annette von Droste-Hülshoff
.
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Die Heinzelmännchen
Ob es sie wohl mal gegeben,
Mensch, das wär' ein tolles Leben
hab es dieses Jahr ungeniert,
wieder einmal ausprobiert.
Eingekauft! Ganz schnell
war alles zur Stell,
bezahlt in Euro,
Mann, war das ‚teuro'!
Alles stellte ich bereit,
legte mich schlafen, einige Zeit.
Männchen in Zipfelmützen,
seh' im Traum ich flitzen.
Plätzchenduft
liegt in der Luft.
Wohlig ausgestreckt,
werd' ich aufgeweckt.
Es läutet an der Tür,
wer will was von mir?
Die Zwerge sind es nicht,
es ist ein anderer Wicht!
Er mir was verkaufen will,
verneinend bleib ich lieber still.
In die Küch' ein schneller Blick,
es steht, wie ich es ließ zurück.
Die Arbeit lauert nur,
von Hilfe keine Spur.
Im Leben wird dir nichts geschenkt,
es kommt anders, als man denkt.
Selber mach ich mich jetzt dran,
bin stolz, dass ich es kann!
Heidi Gotti.
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Im Advent
bei Kerzenschein
die Kindheit fällt dir wieder ein.
Ein Adventskranz mit seinen Kerzen
lässt Frieden strömen
in unsere Herzen.
Des Jahres Hektik langsam schwindet
und Ruhe endlich Einkehr findet.
Ein Tag, er kann kaum
schöner sein,
als im Advent bei Kerzenschein.


Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
daß er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.
*
Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.
*
Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!
Matthias Claudius



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Los, wir backen einen Kuchen |
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| Man nehme: | |
| 1 Tasse Wasser, 1 Tasse Zucker, 1 Tasse braunen Zucker, 4 große Eier, |
|
| 1 Stück weiche Butter, 4 große Eier, 1 Hand voll Nüsse, 1 Zitrone, 1 Prise Salz |
|
| 1 Liter Single Malt Whisky | |
| Zubereitung: | |
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Zunächst kosten Sie den Whisky und überprüfen so seine Qualität. |
| Nehmen Sie dann eine große Rührschüssel zur Hand. | |
| Währenddessen probieren Sie nochmals den Whisky und überzeugen sich davon, dass er wirklich von bester Qualität ist. | |
| Gießen Sie dazu eine Tasse randvoll ein und trinken Sie diese aus. | |
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Wiederholen Sie den Vorgang. |
| Schalten Sie den Mixer an und schlagen Sie in der Rührschüssel die Butter flaumig weich. | |
| Fügen Sie einen Löffel Zucker hinzu. | |
![]() |
überprüfen Sie, ob der Whisky noch in Ordnung ist. Probieren Sie dazu nochmals eine Tasse voll. |
| Mixen Sie den Schalter aus. | |
| Brechen Sie dann zwei Eier aus und zwar in die Rührschüssel. | |
| Hau'n Sie die schrumpeligen Früchte mit rein. | |
| Malten Sie den Schixer an. | |
| Wenn das blöde Obst im Trixer stecken bleibt, lösen 's des mit 'nem Traubenschier. | |
![]() |
Hübberprüfen Sie den Whisky auf seine Konsisssssssstenzzzzz .... |
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Jetzt schmeißen Sie die Sidroonen in den Hixer und drücken Sie die Nüsse aus. |
| Fügen Sie eine Tasse hinzu, Zucker, alles, was auch immer ... | |
| Fetten Sie den Ofen ein. Drehen Sie ihn um 360 Grad. | |
| Schlagen Sie auf den Mehixler, bisser ausgeht. | |
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Werfen Sie die Rührschüssel aus dem Fennsder und übberprüfn Sie den Geschmack des übrigen, abgestandenen Whiskys. |
Gehen Sie ins Bett und pfeifen Sie auf den Kuchen.![]() |
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Ich wünsche Euch allen,
daß ihr den neuen Tag lächelnd beginnen könnt.
In froher Erwartung all der vielfältigen Aufgaben,
die auf Euch warten, und all der Begegnungen,
die Euch geschenkt werden,
daß Ihr aber auch die nötige Geduld habt, das zu ertragen,
was Euch lästig ist oder was Euch überflüssig erscheint.
Ich wünsche Euch,
daß Ihr die Anforderungen nicht als Einengung erlebt,
die Aufgaben, die Menschen an Euch stellen,
sondern im Gespräch und Auseinandersetzung mit ihnen,
die Freiheit erfährt.
Eine Freiheit, die nicht losgelöst ist von Bindungen,
sondern in der gerade in Bindungen und Beziehungen entstehen.
Ich wünsche Euch,
daß Euch auf all Euren Wegen ein Engel umgibt,
der Euch behütet,
in allem, was Euch ängstigt und bedroht,
Euch bewahrt vor einem Übermaß an Schmerz und Schuld.
Ich wünsche Euch
daß Euch die Nacht Ruhe schenkt,
daß Ihr Euch in den Schlaf sinken lassen könnt,
daß friedliche Träume Eure Bilder aufsteigen lassen,
in Eurer Seele und Euch neue Kraft zuströmen läßt,
für den kommende Tag.
Ich wünsche Euch allen
einen schönen gesunden fröhlichen Tag.


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Der Nussknacker...
Du machst ein grimmig Gesicht-
ich aber, ich fürchte vor dir mich nicht:
Ich weiß, du meinst es gut mit mir,
drum bring ich meine Nüsse dir.
Ich weiß, du bist ein Meister im Knacken:
Du kannst mit deinen dicken Backen,
gar hübsch die harten Nüsse packen
und weißt sie vortrefflich aufzuknacken.
..
.
Nussknacker, drum bitt ich dich,
hast bessere Zähn als ich:
O knacke nur, knacke nur immerzu!
Ich will dir zu Ehren
die Kerne dann verzehren.
.

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O knacke nur, knack knack knack!
immerzu!
Ei, welch ein braver Kerl bist du!
.

Zum ersten Advent einen lieben Engelsgruß
von eurer mary rosina
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